Software-Auswahl
Welche Software für die Liquiditätsplanung passt? Kriterien für KMU und Mittelstand
Wer die Liquiditätsplanung aus der Tabelle holen will, steht vor einem unübersichtlichen Markt: Buchhaltungsprogramme mit Liquiditätsfunktion, spezialisierte Planungssoftware, Treasury-Management-Systeme für Konzerne. Diese Seite ordnet die Lösungsklassen, nennt die Fragen, an denen sich eine Software messen lassen muss, und beschreibt einen Auswahlablauf, der mit Ihren eigenen Daten statt mit Vorführungen entscheidet.
Stand: 2026-10-15
Fünf Lösungsklassen im Überblick
| Lösungsklasse | Stärken | Grenzen | Passt für |
|---|---|---|---|
| Tabellenkalkulation | Frei gestaltbar, sofort verfügbar, keine Lizenzkosten über die vorhandene Software hinaus | Kontostände und offene Posten von Hand, keine Warnungen, Formelfehler, Versionen | Ein bis zwei Konten, wenige offene Posten, eine verantwortliche Person |
| Online-Banking und Multibanking | Tagesaktuelle Kontostände mehrerer Banken an einer Stelle | Zeigt die Vergangenheit, keine Vorschau, keine offenen Posten | Tägliche Kontrolle der Salden, nicht die Planung |
| Buchhaltungssoftware mit Liquiditätsfunktion | Offene Posten liegen bereits vor, Bankabgleich integriert | Planung oft monatlich oder einfach gehalten, Darlehen und Szenarien eingeschränkt | Unternehmen, deren Buchhaltung ohnehin dort läuft und deren Planungsbedarf überschaubar ist |
| Spezialisierte Liquiditätsplanung | Wochen-Vorschau, Planposten, Darlehen, Warnschwellen, Szenarien | Konzernfunktionen wie Netting oder Devisensicherung meist nicht enthalten | KMU und Mittelstand, die wöchentlich steuern wollen |
| Treasury-Management-System | Zahlungsverkehr, Cash-Pooling, Netting, Devisen, Finanzinstrumente, Freigabeabläufe | Hoher Einführungsaufwand, oft Projektcharakter | Unternehmensgruppen mit vielen Banken, Währungen und eigener Treasury-Abteilung |
Zwölf Prüffragen an jede Software
| Kriterium | Prüffrage |
|---|---|
| Bankdaten | Werden Kontostände und Umsätze aller Banken automatisch übernommen, und ist der Saldo der von der Bank gemeldete Kontostand oder eine selbst gerechnete Summe? |
| Offene Posten | Kommen offene Forderungen und Verbindlichkeiten mit Fälligkeit aus der Buchhaltung, ohne Export und Import? |
| Raster und Horizont | Rechnet die Software in Kalenderwochen, und wie weit reicht die Vorschau? |
| Nachvollziehbarkeit | Lässt sich jeder Wochenwert bis zum einzelnen Posten zurückverfolgen? |
| Planposten | Lassen sich wiederkehrende Zahlungen mit Rhythmus, Beginn und Ende erfassen und einzeln pausieren? |
| Steuern | Werden Umsatzsteuer, Lohnsteuer und Vorauszahlungen zu ihren gesetzlichen Terminen eingeplant? |
| Darlehen und Linien | Werden Tilgungspläne berechnet und Raten automatisch eingeplant, und werden freie Kreditlinien getrennt vom Guthaben ausgewiesen? |
| Warnungen | Gibt es eine Warnschwelle je Gesellschaft und eine Benachrichtigung, bevor sie unterschritten wird? |
| Szenarien | Lässt sich eine vorsichtige Variante mit späteren Kundenzahlungen rechnen, ohne Daten zu kopieren? |
| Gesellschaften und Rechte | Können mehrere Gesellschaften getrennt geplant und Zugriffe je Person gesteuert werden? |
| Export | Lassen sich Vorschau und Tilgungspläne für Bank und Steuerberatung exportieren? |
| Betrieb | Wo liegen die Daten, wie wird abgerechnet, und wie schnell ist der Vertrag kündbar? |
Ein Auswahlablauf mit eigenen Daten
- Bedarf in einem Satz festhalten, etwa: Wir wollen jeden Montag sehen, ob der Bestand in den nächsten 13 Wochen über 50.000 € bleibt. Dieser Satz entscheidet über die Kriterien.
- Datenlage prüfen: Bei welchen Banken liegen die Konten, wo wird gebucht, wie aktuell sind die offenen Posten? Eine Planung kann nicht besser sein als ihre Quellen.
- Zwei bis drei Lösungen in die engere Wahl nehmen und mit echten Konten testen. Fragen Sie nach einem Testzugang, in dem Sie Ihre eigenen Konten anbinden können.
- Parallel planen: Für zwei bis vier Wochen die bisherige Tabelle weiterführen und Woche für Woche vergleichen, welche Vorschau näher am Ist liegt.
- Den Aufwand messen: Wie lange dauert die wöchentliche Fortschreibung, und welche Schritte bleiben Handarbeit?
- Entscheiden und die Tabelle beenden. Zwei parallel gepflegte Planungen sind auf Dauer schlechter als eine.
Holding und Unternehmensgruppen
In Gruppen mit mehreren Gesellschaften kommen Anforderungen hinzu: Jede Gesellschaft muss für sich zahlungsfähig sein, denn Zahlungsunfähigkeit wird je Rechtsträger beurteilt. Eine Gruppensicht ist nützlich, darf aber nicht verdecken, dass eine einzelne Tochter knapp wird. Mindestens gefordert sind deshalb eine getrennte Vorschau und Warnschwelle je Gesellschaft.
Darüber hinaus gehende Funktionen — physisches Cash-Pooling, Intercompany-Netting mit Abstimmung der gegenseitigen Salden, konzerninterne Darlehen mit Zinsabrechnung, Devisensicherung — sind das Feld der Treasury-Management-Systeme. Wer sie wirklich braucht, sollte gezielt danach auswählen. Viele Gruppen im Mittelstand kommen aber mit getrennten Vorschauen je Gesellschaft und einer gemeinsamen Übersicht aus.
Kosten realistisch vergleichen
Bei Software für die Liquiditätsplanung begegnen Ihnen unterschiedliche Abrechnungsmodelle: je Nutzer, je Gesellschaft, je Bankverbindung, als Pauschale oder als Projekt mit Einführungskosten. Vergleichen Sie deshalb nicht Listenpreise, sondern die Jahreskosten für Ihre tatsächliche Struktur — Anzahl Gesellschaften, Konten und Personen.
Auf der anderen Seite der Rechnung steht die eigene Arbeitszeit. Eine Tabelle kostet keine Lizenz, aber jede Woche Zeit für Übertragungen und Kontrollen. Diese Zeit ist oft die teuerste Position, vor allem wenn sie bei der Geschäftsführung anfällt.
Wo liquiditaetsplanung.io passt — und wo nicht
- Anbindung der Banken über finAPI, Ponto oder Qonto, alternativ Kontoauszugsdateien (CSV, MT940, CAMT); die Cash-Position beruht auf dem von der Bank gemeldeten Kontostand
- Wochen-Vorschau über 8, 13 oder 26 Wochen mit offenen Posten, Planposten, Kapitaldienst, Steuern und optional Verträgen
- Mindestbestand je Gesellschaft, Szenarien „Vorsichtig“ und „Kritisch“, E-Mail-Warnung
- Darlehen, Geldanlagen und Kreditlinien mit berechnetem Tilgungsplan; Cashflow-Analyse mit KI-Kategorisierung
- Derzeit als Beta geöffnet; 25 € pro Monat je Arbeitsbereich mit allen Gesellschaften, zuzüglich 5 € je aktiver finAPI-Verbindung; Server in der EU; 7 Tage kostenlos testen
liquiditaetsplanung.io ist eine spezialisierte Liquiditätsplanung für kleine und mittlere Unternehmen mit Euro-Konten. Sie passt, wenn Sie wöchentlich steuern und Bankdaten, offene Posten, Planzahlungen und Darlehen an einer Stelle zusammenführen wollen. Sie passt weniger, wenn Sie Zahlungen aus der Planungssoftware freigeben, Fremdwährungen umrechnen oder Cash-Pooling und Netting steuern müssen — diese Funktionen gehören nicht zum Umfang; Zahlungen werden bewusst weiter in Buchhaltung oder Banking ausgelöst.
Häufige Fragen
Welche Software eignet sich für die Liquiditätsplanung im Mittelstand?
Für die meisten mittelständischen Unternehmen mit Euro-Konten eine spezialisierte Liquiditätsplanung: Sie holt Kontostände und offene Posten ohne Handarbeit und zeigt Woche für Woche, ob eine Schwelle unterschritten wird. Treasury-Management-Systeme lohnen sich bei vielen Banken, Währungen und Konzernfunktionen wie Netting. Entscheidend ist ein Test mit eigenen Daten.
Welche Alternativen gibt es zur manuellen Liquiditätsübersicht in der Tabelle?
Buchhaltungssoftware mit Liquiditätsfunktion, spezialisierte Liquiditätsplanung und für größere Gruppen Treasury-Management-Systeme. Gemeinsam ist ihnen, dass Kontostände und offene Posten nicht mehr von Hand übertragen werden. Multibanking allein ersetzt die Planung nicht, weil es nur Vergangenheit und Gegenwart zeigt.
Wie wähle ich ein Treasury-Management-System für ein mittelständisches Unternehmen aus?
Klären Sie zuerst, welche Funktionen über die Liquiditätsplanung hinaus wirklich gebraucht werden: Zahlungsverkehr mit Freigaben, Cash-Pooling, Netting, Devisen. Fehlen diese Anforderungen, ist eine spezialisierte Liquiditätsplanung meist schneller eingeführt. Testen Sie die engere Wahl parallel zur bestehenden Planung mit echten Konten.
Gibt es kostenlose Software für die Liquiditätsplanung?
Eine selbst gebaute Tabelle verursacht keine Lizenzkosten, und manche Banking- und Buchhaltungsprodukte enthalten einfache Liquiditätsansichten. Spezialisierte Lösungen sind in der Regel kostenpflichtig, bieten aber oft einen kostenlosen Testzeitraum. liquiditaetsplanung.io lässt sich 7 Tage kostenlos testen und kostet danach 25 € pro Monat je Arbeitsbereich zuzüglich finAPI-Verbindungen.
Wie genau kann eine Software die tägliche Cash-Position zeigen?
So genau wie ihre Bankdaten. Am verlässlichsten ist ein Saldo, den die Bank selbst meldet und den die Software anschließend um neue Umsätze ergänzt. Wird der Saldo nur aus importierten Umsätzen aufsummiert, sollte die Software das kennzeichnen, damit keine Scheingenauigkeit entsteht.
Brauche ich eine Bankanbindung für die Liquiditätsplanung?
Nicht zwingend, aber sie erspart die wöchentliche Übertragung. Alternativ lassen sich bei vielen Lösungen Kontoauszüge als Datei hochladen, etwa im CAMT- oder MT940-Format. Wichtig ist, dass alle Konten erfasst sind, auch Tagesgeld und Zweitkonten.
Quellen und Rechtsstand
Primärquellen für die zentralen Aussagen dieser Seite. Öffnen Sie im Zweifel immer die aktuelle Fassung.
- § 1 StaRUG — Krisenfrüherkennung als Anforderung an die Geschäftsleitung
- § 17 InsO — Zahlungsfähigkeit je Rechtsträger
- § 18 UStG — Steuertermine, die eine Planung abbilden muss
Mit eigenen Konten testen statt Funktionslisten vergleichen
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