# Liquiditätsplanung für die Bank: was in den Kreditantrag gehört

Quelle: https://liquiditaetsplanung.io/ratgeber/liquiditaetsplanung-bankgespraech

Stand: 2026-10-15

Ob neues Darlehen, höhere Kontokorrentlinie oder Verlängerung einer bestehenden Finanzierung: Im Bankgespräch steht früher oder später die Frage, ob das Unternehmen Zins und Tilgung aus eigener Kraft leisten kann. Diese Seite beschreibt, welche Liquiditätsplanung Banken typischerweise erwarten, wie Sie sie aufbauen und wie Sie die Kapitaldienstfähigkeit selbst vorab prüfen.

## Kurzantwort

Für Bankgespräch und Kreditantrag erwarten Banken in der Regel eine Liquiditätsplanung über zwölf Monate im Monatsraster, bei kurzfristigen Themen wie Linien oder Überbrückungen zusätzlich eine 13-Wochen-Planung. Die Planung sollte den beantragten Kredit mit Auszahlung, Zins und Tilgung enthalten und zeigen, dass der Bestand auch danach über einer Mindestliquidität bleibt. Ergänzt wird sie durch Jahresabschlüsse, eine aktuelle betriebswirtschaftliche Auswertung, offene Posten und eine Kapitaldienstrechnung. Entscheidend sind nachvollziehbare Annahmen und der Nachweis, dass frühere Planungen getroffen haben.

## Warum die Bank eine Liquiditätsplanung sehen will

Eine Bank verdient am Kredit nur, wenn er zurückgezahlt wird. Bilanz und GuV zeigen, wie das Unternehmen im vergangenen Jahr gewirtschaftet hat; die Liquiditätsplanung zeigt, ob in den kommenden Monaten genug Geld für Zins und Tilgung übrig bleibt. Diese Kapitaldienstfähigkeit ist bei fast jeder Kreditentscheidung der zentrale Prüfpunkt.

Für größere Engagements kommt eine gesetzliche Pflicht hinzu: Nach § 18 Abs. 1 KWG darf ein Kreditinstitut einen Kredit, der insgesamt 1.500.000 € oder 10 % seines Kernkapitals überschreitet, nur gewähren, wenn es sich die wirtschaftlichen Verhältnisse des Kreditnehmers offenlegen lässt, insbesondere durch Vorlage der Jahresabschlüsse. Unterhalb dieser Grenze entscheiden die internen Regeln der Bank, welche Unterlagen verlangt werden — in der Praxis ist eine Liquiditätsplanung auch bei deutlich kleineren Krediten üblich.

Eine gute Planung verschiebt zudem das Gespräch. Statt Fragen zu beantworten, die die Bank aus alten Zahlen ableitet, legen Sie selbst dar, wofür das Geld gebraucht wird, wann es zurückfließt und welche Reserve bleibt.

## Das Unterlagenpaket für den Kreditantrag

Typische Unterlagen und ihr Zweck — der genaue Umfang hängt von Bank und Kredithöhe ab

| Unterlage | Inhalt | Zeitraum |
| --- | --- | --- |
| Jahresabschlüsse | Bilanz, GuV, bei Kapitalgesellschaften mit Anhang | Meist die letzten zwei bis drei Geschäftsjahre |
| Betriebswirtschaftliche Auswertung | Laufendes Jahr mit Summen- und Saldenliste | Möglichst nicht älter als zwei bis drei Monate |
| Liquiditätsplanung | Ein- und Auszahlungen mit beantragtem Kredit | Zwölf Monate, bei kurzfristigen Themen zusätzlich 13 Wochen |
| Ergebnisplanung | Umsatz, Kosten, Ergebnis des laufenden und folgenden Jahres | Ein bis drei Jahre |
| Offene-Posten-Listen | Forderungen und Verbindlichkeiten mit Fälligkeiten | Aktueller Stand |
| Darlehensübersicht | Alle Kredite mit Restschuld, Zins, Rate, Laufzeit, Sicherheiten | Aktueller Stand |
| Investitions- oder Verwendungsplan | Wofür der Kredit verwendet wird, Angebote | Bezogen auf das Vorhaben |
| Kapitaldienstrechnung | Verfügbarer Cashflow gegen Zins und Tilgung | Laufendes und folgende Jahre |

## So bauen Sie die Planung für die Bank auf

- Zwei Sichten auf einer Basis: Eine Monatsplanung über zwölf Monate für das Gesamtbild und eine Wochenplanung über 13 Wochen für die nächsten Fälligkeiten. Beide starten beim selben Kontobestand.
- Den Kredit vollständig abbilden: Auszahlung in dem Monat, in dem sie erwartet wird, Zins und Tilgung laut Tilgungsplan in jedem Folgemonat, Bereitstellungszinsen, falls vereinbart.
- Mit und ohne Kredit: Eine Variante ohne die beantragte Finanzierung zeigt, warum sie gebraucht wird; die Variante mit Kredit zeigt, dass sie tragfähig ist.
- Die Verwendung sichtbar machen: Investitionsauszahlungen in eigener Zeile, damit erkennbar ist, dass der Kredit nicht laufende Verluste deckt.
- Annahmen auf einer Seite: Umsatzentwicklung, Zahlungsziele, Preis- und Kostenentwicklung, Personalplanung — jeweils mit kurzer Begründung aus den Vorjahreszahlen.
- Eine vorsichtige Variante: Kundenzahlungen zwei bis vier Wochen später, Umsatz um einen Abschlag gemindert. Hält die Planung auch dann die Mindestliquidität, ist das ein starkes Argument.

## Kapitaldienstfähigkeit selbst vorab prüfen

Erfundenes, vereinfachtes Beispiel ohne Steuereffekte; Banken verwenden eigene Rechenschemata.

Im Beispiel kann das Unternehmen den Kapitaldienst heute fast doppelt aus dem laufenden Geschäft decken. Mit dem neuen Darlehen sinkt die Reserve auf 21.000 € im Jahr — rechnerisch tragfähig, aber mit wenig Spielraum für ein schwächeres Jahr. Genau diese Frage wird die Bank stellen. Wer sie vorher selbst durchgerechnet hat, kann Antworten mitbringen: eine längere Laufzeit mit niedrigerer Tilgung, einen tilgungsfreien Anlauf oder einen höheren Eigenanteil.

Die Jahresrechnung ersetzt nicht den Blick auf die Monate. Fallen Darlehensraten in Monate, in denen ohnehin Steuervorauszahlungen und saisonal schwache Einzahlungen zusammentreffen, kann die Jahresrechnung aufgehen und trotzdem ein Monat knapp werden. Das zeigt nur die Liquiditätsplanung.

Vereinfachte Kapitaldienstrechnung vor und nach einem neuen Darlehen, Beträge in Euro pro Jahr

| Position | Heute | Mit neuem Darlehen |
| --- | --- | --- |
| Jahresüberschuss | 80.000 | 71.000 |
| zuzüglich Abschreibungen | 50.000 | 50.000 |
| zuzüglich Zinsaufwand | 15.000 | 24.000 |
| Für den Kapitaldienst verfügbar | 145.000 | 145.000 |
| Zinsen bestehende Darlehen | 15.000 | 15.000 |
| Tilgung bestehende Darlehen | 60.000 | 60.000 |
| Zinsen neues Darlehen | — | 9.000 |
| Tilgung neues Darlehen | — | 40.000 |
| Kapitaldienst gesamt | 75.000 | 124.000 |
| Überdeckung | 70.000 | 21.000 |
| Deckungsgrad | 1,93 | 1,17 |

## Was die Bank an Ihrer Planung prüft

### Plausibilität

Passen Umsatzwachstum, Zahlungsziele und Kostenquoten zu den Vorjahren? Ein Sprung ohne Begründung fällt sofort auf.

### Vollständigkeit

Sind Steuern, Sozialabgaben, bestehende Raten und Investitionen enthalten? Fehlende Steuerzahlungen sind ein häufiger Grund für Rückfragen.

### Planungstreue

Wie gut haben frühere Planungen getroffen? Wer einen Plan-Ist-Vergleich der letzten Monate mitbringt, belegt Verlässlichkeit.

### Reserve

Wie weit liegt der Tiefpunkt über null und über der vereinbarten Linie? Eine Planung, die die Linie dauerhaft ausschöpft, signalisiert Finanzierungsbedarf an anderer Stelle.

## Laufende Berichtspflichten nach der Zusage

Viele Kreditverträge enthalten Informationspflichten: Vorlage des Jahresabschlusses innerhalb einer Frist, unterjährige Auswertungen, bei größeren Finanzierungen auch regelmäßige Liquiditätsplanungen. Häufig kommen Finanzkennzahlen hinzu, die eingehalten werden müssen, etwa eine Mindesteigenkapitalquote oder ein Höchstverschuldungsgrad. Lesen Sie diese Klauseln vor der Unterschrift genau, denn ihre Verletzung kann Kündigungsrechte der Bank auslösen.

Eine laufend gepflegte Liquiditätsplanung macht diese Pflichten leichter: Die geforderte Planung liegt jederzeit vor, und eine drohende Verletzung einer Kennzahl zeichnet sich ab, bevor sie eintritt. Das Gespräch mit der Bank vor einem Problem verläuft erfahrungsgemäß anders als eines danach.

## So geht es mit liquiditaetsplanung.io

- Darlehen mit Restschuld, Zinssatz, Zinsbindung, Tilgungsart und Zahlungsrhythmus
- Tilgungsplan je Darlehen mit Zins- und Tilgungsanteil je Termin, als CSV exportierbar
- Cashflow-Analyse über 6, 12 oder 24 Monate mit Bestand am Monatsende
- Vorschau und Tilgungsplan als CSV für das Bankpaket, 25 € pro Monat je Arbeitsbereich zuzüglich finAPI-Verbindungen

liquiditaetsplanung.io liefert die Bausteine, die eine Bank sehen will, aus laufend gepflegten Daten: die Cash-Position über alle Konten, eine Wochen-Vorschau mit Tiefpunkt, die Darlehensübersicht mit berechneten Tilgungsplänen und die Cashflow-Analyse der vergangenen Monate.

## Häufige Fragen

### Welchen Zeitraum soll die Liquiditätsplanung für die Bank abdecken?

Üblich sind zwölf Monate im Monatsraster, oft ergänzt um eine 13-Wochen-Planung für die nächsten Fälligkeiten. Bei Investitionskrediten fragen Banken zusätzlich nach einer Ergebnisplanung über mehrere Jahre. Klären Sie den gewünschten Zeitraum vorab mit Ihrer Bank.

### Was ist Kapitaldienstfähigkeit?

Die Fähigkeit, Zins und Tilgung aller Kredite aus dem laufenden Geschäft zu bezahlen. Vereinfacht wird der verfügbare Cashflow — etwa Jahresüberschuss plus Abschreibungen plus Zinsaufwand — dem jährlichen Kapitaldienst gegenübergestellt. Liegt das Verhältnis deutlich über 1, ist der Kredit aus eigener Kraft tragbar.

### Ab welcher Kredithöhe muss ich der Bank meine Jahresabschlüsse vorlegen?

§ 18 Abs. 1 KWG verpflichtet die Bank bei Krediten, die insgesamt 1.500.000 € oder 10 % ihres Kernkapitals überschreiten, sich die wirtschaftlichen Verhältnisse offenlegen zu lassen, insbesondere durch die Jahresabschlüsse. Unterhalb dieser Grenze verlangen Banken die Unterlagen in der Regel nach eigenen Vorgaben.

### Soll der beantragte Kredit schon in der Liquiditätsplanung stehen?

Ja, mit Auszahlung, Zinsen und Tilgung zu den erwarteten Terminen. Sinnvoll ist zusätzlich eine Variante ohne den Kredit, die zeigt, wofür er gebraucht wird. So erkennt die Bank sowohl den Bedarf als auch die Tragfähigkeit.

### Wie mache ich meine Liquiditätsplanung für die Bank glaubwürdig?

Mit Annahmen, die sich aus den Vorjahreszahlen begründen lassen, einer vorsichtigen Variante und einem Plan-Ist-Vergleich der vergangenen Monate. Vollständigkeit bei Steuern, Abgaben und bestehenden Raten ist wichtiger als eine optimistische Umsatzkurve.

### Muss ich die Bank informieren, wenn die Planung eine Lücke zeigt?

Ob eine vertragliche Pflicht besteht, regelt Ihr Kreditvertrag. Unabhängig davon ist ein frühes Gespräch fast immer sinnvoller als ein spätes, weil dann noch Spielraum für Lösungen wie eine befristete Linienerhöhung oder eine Tilgungsaussetzung besteht.

## Quellen und Rechtsstand

- [§ 18 KWG](https://www.gesetze-im-internet.de/kredwg/__18.html) — Offenlegung der wirtschaftlichen Verhältnisse ab 1.500.000 € oder 10 % des Kernkapitals
- [§ 488 BGB](https://www.gesetze-im-internet.de/bgb/__488.html) — Pflichten aus dem Darlehensvertrag, Zins und Rückzahlung
- [§ 490 BGB](https://www.gesetze-im-internet.de/bgb/__490.html) — Außerordentliche Kündigung bei wesentlicher Verschlechterung der Vermögensverhältnisse

## Weiterführende Seiten

- [Tilgungsplan erstellen](https://liquiditaetsplanung.io/ratgeber/tilgungsplan-erstellen)
- [13-Wochen-Liquiditätsplanung](https://liquiditaetsplanung.io/ratgeber/13-wochen-liquiditaetsplanung)
- [Kontokorrentlinie überwachen](https://liquiditaetsplanung.io/ratgeber/kontokorrentlinie-ueberwachen)
- [Liquiditätsgrade berechnen](https://liquiditaetsplanung.io/ratgeber/liquiditaetsgrade-berechnen)

## Das Bankpaket aus laufend gepflegten Zahlen

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