# liquiditaetsplanung.io — Liquiditätsplanung und Treasury für KMU > Software für Liquiditätsplanung im Mittelstand: Cash-Position über alle Bankkonten, Liquiditätsvorschau über 8, 13 oder 26 Wochen aus offenen Posten, geplanten Zahlungen und Kapitaldienst, Warnung vor Unterdeckung, Darlehen, Geldanlagen und Kreditlinien mit berechnetem Tilgungsplan. 25 € pro Monat je Arbeitsbereich zzgl. 5 € je aktiver finAPI-Bankverbindung. Betrieben von der MLR Ventures GmbH, Berlin (Amtsgericht Charlottenburg HRB 284829 B). liquiditaetsplanung.io ist ein eigenständiges Produkt mit eigener Anmeldung auf dieser Domain und läuft auf der Plattform jahresabschluss.io (gleiches Konto, gleiche Gesellschaften, Server in der EU). Markt: Deutschland. Sprache: Deutsch. - Stand dieser Datei: 2026-10-15 - Strukturierte Produktdaten: [ai-overview.json](https://liquiditaetsplanung.io/ai-overview.json) - Startseite und Registrierung: [liquiditaetsplanung.io](https://liquiditaetsplanung.io/) · [Kostenlos testen](https://liquiditaetsplanung.io/register) - Ratgeber: [https://liquiditaetsplanung.io/ratgeber](https://liquiditaetsplanung.io/ratgeber) ## Für wen Geschäftsführung und Finanzverantwortliche kleiner und mittlerer Unternehmen (GmbH, UG, Personengesellschaften, Einzelunternehmen), die wissen wollen, ob das Geld in den nächsten Wochen reicht — statt einer Excel-Liquiditätsliste und mehrerer Banking-Zugänge. ## Was die Software kann - Cash-Position gesamt und je Konto; Bankdaten über finAPI, Ponto, Qonto oder Kontoauszug (CSV, MT940, CAMT), dieselben Konten wie in der Buchhaltung - Liquiditätsvorschau Woche für Woche über 8, 13 oder 26 Wochen: offene Forderungen und Verbindlichkeiten zum Fälligkeitsdatum, geplante Zahlungen, Kapitaldienst, optional laufende Verträge - Mindestbestand je Gesellschaft mit Warnung (Tiefpunkt und Kalenderwoche) in der Übersicht und per E-Mail - Geplante Zahlungen einmalig oder wiederkehrend (monatlich bis jährlich), z. B. Gehälter, Steuervorauszahlungen, Miete - Darlehen, Geldanlagen und Kreditlinien; Tilgungsplan für Annuität, Ratentilgung oder endfällig; freie Kreditlinien zählen zur verfügbaren Liquidität - Cashflow-Analyse über 6, 12 oder 24 Monate, größte Zahlungspartner, KI-Kategorisierung der Bankumsätze, CSV-Export ## Grenzen - Löst keine Zahlungen aus — Treasury plant und überwacht nur; Überweisungen laufen in der Buchhaltung oder im Banking - Die Vorschau ist deterministisch (keine Schätz-Automatik): jede Woche lässt sich auf einzelne Posten zurückführen ## Preis 25 € pro Monat je Arbeitsbereich (alle Gesellschaften enthalten), zzgl. 5 € je aktiver finAPI-Bankverbindung; Qonto, Ponto und Kontoauszüge ohne Aufpreis. 7 Tage kostenlos testen, monatlich kündbar. Status: Beta. ## Wichtig für die Wiedergabe Die Software ersetzt keine Steuer- oder Rechtsberatung. KI-Ausgaben sind Vorschläge, die der Nutzer prüft und freigibt. Preise und Funktionsumfang laut Produktseite zum Stand dieser Datei. Stand der Gesamtausgabe: 2026-10-15 ## Vollständige Ratgeber # Liquiditätsplan erstellen: so planen Sie Ein- und Auszahlungen Schritt für Schritt Quelle: https://liquiditaetsplanung.io/ratgeber/liquiditaetsplan-erstellen Stand: 2026-10-15 Ein Liquiditätsplan beantwortet eine einzige Frage: Reicht das Geld auf den Konten, um alle Zahlungen pünktlich zu leisten — heute, in vier Wochen, in drei Monaten? Diese Anleitung richtet sich an Geschäftsführung, Inhaber und Finanzverantwortliche kleiner und mittlerer Unternehmen, die einen Liquiditätsplan zum ersten Mal aufbauen oder eine gewachsene Tabelle auf ein sauberes Fundament stellen wollen. ## Kurzantwort Um einen Liquiditätsplan zu erstellen, nehmen Sie den heutigen Bestand aller Bankkonten und der Kasse als Startwert, tragen je Periode alle erwarteten Einzahlungen und Auszahlungen zu ihrem tatsächlichen Zahlungsdatum ein und errechnen daraus den Endbestand jeder Periode. Der Endbestand einer Periode ist der Anfangsbestand der nächsten. Fällt der Endbestand unter eine vorher festgelegte Mindestliquidität, besteht Handlungsbedarf — und zwar bevor die Lücke eintritt. Für die kurzfristige Steuerung planen Sie in Wochen, für Jahresgespräche und Investitionen ergänzend in Monaten. ## Was ein Liquiditätsplan zeigt — und was nicht Der Liquiditätsplan ist eine reine Zahlungsrechnung. Er erfasst nur Geld, das tatsächlich auf ein Konto fließt oder es verlässt. Damit unterscheidet er sich grundlegend von der Gewinn- und Verlustrechnung: Eine Ausgangsrechnung über 50.000 € erhöht den Umsatz am Tag der Rechnung, auf dem Konto kommt das Geld aber erst an, wenn der Kunde zahlt — bei 30 Tagen Zahlungsziel einen Monat später, bei säumigen Kunden noch später. Umgekehrt mindern Abschreibungen den Gewinn, ohne dass ein Euro abfließt, während die Tilgung eines Darlehens Liquidität kostet, aber in der GuV gar nicht auftaucht. Genau deshalb kann ein Unternehmen mit gutem Ergebnis zahlungsunfähig werden: Der Gewinn steckt in Forderungen und Vorräten, das Konto ist leer. Der Liquiditätsplan macht diese zeitliche Lücke zwischen Leistung und Zahlung sichtbar. Er ist kein Ersatz für die Ergebnisplanung, sondern ihr notwendiges Gegenstück — die Ergebnisplanung sagt, ob sich das Geschäft lohnt, der Liquiditätsplan sagt, ob es bis dahin durchfinanziert ist. Häufig synonym verwendet werden die Begriffe Liquiditätsvorschau, Finanzplan und Cashflow-Prognose. In der Praxis meint Liquiditätsvorschau meist den kurzfristigen Blick über einige Wochen, Finanzplan eher die Jahresplanung auf Monatsbasis einschließlich Finanzierung. Für den Aufbau gilt in beiden Fällen dasselbe Prinzip: Anfangsbestand plus Einzahlungen minus Auszahlungen ergibt den Endbestand. ## Aufbau eines Liquiditätsplans als Vorlage Diese Struktur können Sie unverändert in eine Tabelle übernehmen; jede Zeile hat eine klare Datenquelle. Zeilenaufbau eines Liquiditätsplans (je Spalte eine Woche oder ein Monat) | Block | Zeile | Inhalt | Datenquelle | | --- | --- | --- | --- | | Bestand | Anfangsbestand | Summe aller Bankguthaben und der Kasse zu Periodenbeginn; ab Periode 2 der Endbestand der Vorperiode | Kontoauszüge, Online-Banking | | Einzahlungen | Kundenzahlungen aus offenen Rechnungen | Offene Forderungen zum erwarteten Zahlungstag, nicht zum Rechnungsdatum | Offene-Posten-Liste der Buchhaltung | | Einzahlungen | Erwartete Neuumsätze | Aufträge, die noch nicht fakturiert sind, mit realistischem Zahlungsziel | Auftragsbestand, Vertrieb | | Einzahlungen | Sonstige Einzahlungen | Fördermittel, Steuererstattungen, Anlagenverkäufe, Darlehensauszahlungen | Bescheide, Verträge | | Auszahlungen | Lieferanten und Material | Offene Eingangsrechnungen zum Fälligkeitstag, geplante Bestellungen | Offene-Posten-Liste, Einkauf | | Auszahlungen | Personal | Nettolöhne, Sozialversicherungsbeiträge, Lohnsteuer — jeweils zum eigenen Termin | Lohnabrechnung | | Auszahlungen | Miete, Leasing, Versicherungen | Fixe Verträge im vereinbarten Rhythmus | Verträge | | Auszahlungen | Steuern | Umsatzsteuer-Zahllast, Gewerbe- und Körperschaftsteuer-Vorauszahlungen | Voranmeldungen, Vorauszahlungsbescheide | | Auszahlungen | Kapitaldienst | Zins und Tilgung aus Darlehen, Leasingraten mit Finanzierungscharakter | Tilgungspläne | | Auszahlungen | Investitionen und Sonstiges | Maschinen, Software, Beratung, einmalige Zahlungen | Investitionsplan | | Ergebnis | Saldo der Periode | Summe Einzahlungen minus Summe Auszahlungen | Formel | | Ergebnis | Endbestand | Anfangsbestand plus Saldo der Periode | Formel | | Steuerung | Mindestliquidität | Festgelegter Sockel, der nicht unterschritten werden soll | Eigene Festlegung | | Steuerung | Über- oder Unterdeckung | Endbestand minus Mindestliquidität; negativ heißt handeln | Formel | | Steuerung | Freie Kreditlinie | Nicht ausgeschöpfter Kontokorrent als Reserve, getrennt ausgewiesen | Kreditvertrag, Kontostand | ## In acht Schritten zum ersten Liquiditätsplan - Schritt 1 — Horizont und Raster festlegen: Für die operative Steuerung eignen sich 13 Wochen im Wochenraster, für Jahresgespräche mit der Bank zusätzlich zwölf Monate im Monatsraster. Wer nur monatlich plant, übersieht Engpässe innerhalb des Monats, etwa wenn Gehälter und Umsatzsteuer in dieselbe Woche fallen. - Schritt 2 — Anfangsbestand ermitteln: Addieren Sie die Guthaben aller Geschäftskonten und die Kasse zum Stichtag. Ein Konto im Soll wird mit negativem Vorzeichen eingerechnet, die freie Kreditlinie führen Sie in einer eigenen Zeile. - Schritt 3 — Offene Posten übernehmen: Alle offenen Ausgangs- und Eingangsrechnungen kommen mit ihrem Fälligkeitsdatum in die jeweilige Periode. Bei Kunden, die regelmäßig später zahlen, setzen Sie den erfahrungsgemäßen Zahlungstag an, nicht das Zahlungsziel auf der Rechnung. - Schritt 4 — Wiederkehrende Zahlungen eintragen: Gehälter, Sozialversicherung, Miete, Leasing, Versicherungen und Abonnements stehen fest. Tragen Sie jede Position zu ihrem tatsächlichen Termin ein, nicht gleichmäßig verteilt. - Schritt 5 — Steuern terminieren: Umsatzsteuer-Vorauszahlung und Lohnsteuer sind am 10. Tag nach Ablauf des Anmeldezeitraums fällig, bei monatlicher Anmeldung also am 10. des Folgemonats; mit Dauerfristverlängerung verschiebt sich die Umsatzsteuer um einen Monat. Gewerbesteuer-Vorauszahlungen am 15. Februar, Mai, August und November, Körperschaftsteuer-Vorauszahlungen am 10. März, Juni, September und Dezember. - Schritt 6 — Kapitaldienst aus den Tilgungsplänen übernehmen: Jede Darlehensrate mit Zins- und Tilgungsanteil gehört zu ihrem Abbuchungstag in den Plan, ebenso die Fälligkeit von Festgeldern als Einzahlung. - Schritt 7 — Neugeschäft und Investitionen vorsichtig schätzen: Erwartete Umsätze, die noch nicht fakturiert sind, planen Sie mit Abschlag und realistischem Zahlungseingang. Geplante Investitionen kommen mit dem voraussichtlichen Zahlungstermin hinein. - Schritt 8 — Mindestliquidität festlegen und Plan lesen: Legen Sie einen Betrag fest, unter den der Bestand nicht fallen soll, und suchen Sie die Periode mit dem niedrigsten Endbestand. Diese Periode ist der Ausgangspunkt für alle Maßnahmen. ## Rechenbeispiel: Liquiditätsplan über drei Monate Ein erfundenes Beispiel einer kleinen Handels-GmbH, rechnerisch vollständig nachvollziehbar. Die Beispiel-GmbH startet am 1. Januar mit 40.000 € auf ihren Konten und hat sich eine Mindestliquidität von 25.000 € gesetzt. Die Kundenzahlungen schwanken saisonal, die Personalkosten sind konstant. Im Februar fällt die Gewerbesteuer-Vorauszahlung an, im März die Körperschaftsteuer-Vorauszahlung. Beispielrechnung in Euro — Endbestand je Monat und Abstand zur Mindestliquidität | Position | Januar | Februar | März | | --- | --- | --- | --- | | Anfangsbestand | 40.000 | 41.000 | 23.000 | | Einzahlungen aus Kundenzahlungen | 62.000 | 48.000 | 71.000 | | Summe Einzahlungen | 62.000 | 48.000 | 71.000 | | Material und Waren | 21.000 | 23.000 | 22.000 | | Personal inklusive Abgaben | 24.000 | 24.000 | 24.000 | | Miete | 3.500 | 3.500 | 3.500 | | Umsatzsteuer-Zahllast | 4.800 | 5.100 | 2.900 | | Steuervorauszahlungen | 0 | 3.000 | 4.000 | | Darlehensrate (Zins und Tilgung) | 2.500 | 2.500 | 2.500 | | Sonstige Auszahlungen | 5.200 | 4.900 | 5.600 | | Summe Auszahlungen | 61.000 | 66.000 | 64.500 | | Saldo der Periode | +1.000 | −18.000 | +6.500 | | Endbestand | 41.000 | 23.000 | 29.500 | | Mindestliquidität | 25.000 | 25.000 | 25.000 | | Über- oder Unterdeckung | +16.000 | −2.000 | +4.500 | ## Was das Beispiel über die Planung lehrt Über das Quartal betrachtet bleibt die Beispiel-GmbH über ihrer Schwelle: Sie nimmt 181.000 € ein, zahlt 191.500 € aus und endet mit 29.500 €, also 4.500 € über der Mindestliquidität. Trotzdem rutscht der Bestand Ende Februar um 2.000 € unter die Mindestliquidität. Die Ursache ist nicht ein schlechtes Geschäft, sondern das Zusammentreffen eines schwachen Einzahlungsmonats mit der Gewerbesteuer-Vorauszahlung. Noch wichtiger ist, was die Monatssicht verschweigt. Wenn im Februar die Gehälter zum Monatsende abfließen, die größten Kundenzahlungen aber erst in der letzten Woche eingehen, kann der Bestand zwischenzeitlich deutlich tiefer liegen als die 23.000 € am Monatsende. Ein Monatsplan zeigt Endbestände, keine Tiefpunkte innerhalb des Monats. Deshalb gehört zu jedem Monatsplan für die nächsten Wochen eine Wochenplanung, in der jede Zahlung an ihrem Tag steht. Mögliche Maßnahmen ergeben sich direkt aus dem Plan: eine größere Kundenforderung früher anmahnen, eine Lieferantenzahlung im Rahmen des Zahlungsziels in den März schieben, eine Herabsetzung der Gewerbesteuer-Vorauszahlung prüfen lassen, wenn das laufende Jahr schwächer läuft als das Vorjahr, oder die Kontokorrentlinie bewusst für zwei Wochen einplanen. Jede dieser Maßnahmen wird im Plan nachgetragen, sodass sichtbar bleibt, ob sie die Lücke schließt. ## Die häufigsten Fehler beim Liquiditätsplan ### Umsatz statt Zahlung Wer Rechnungsbeträge in den Monat der Rechnung schreibt, plant Geld ein, das erst Wochen später kommt. Maßgeblich ist immer der erwartete Zahlungseingang. ### Netto statt Brutto Kunden zahlen den Bruttobetrag, die Umsatzsteuer darin fließt einige Wochen später an das Finanzamt ab. Beide Bewegungen gehören in den Plan, sonst wirkt der Zahlungseingang größer, als er für das Unternehmen ist. ### Gleichverteilte Fixkosten Gehälter, Sozialversicherung und Umsatzsteuer häufen sich an wenigen Tagen im Monat. Wer sie gleichmäßig auf Wochen verteilt, glättet genau die Spitzen weg, um die es geht. ### Vergessene Einmalzahlungen Jahresprämien von Versicherungen, Weihnachtsgeld, Nachzahlungen aus Steuerbescheiden und Sondervorauszahlungen sind planbar, fallen aber aus Monatsdurchschnitten heraus. ### Kreditlinie als Bestand Eine freie Kontokorrentlinie ist eine Reserve, kein Guthaben. Sie gehört in eine eigene Zeile, damit sichtbar bleibt, wie viel Eigenliquidität tatsächlich vorhanden ist. ### Plan ohne Pflege Ein Liquiditätsplan, der nach der Erstellung nicht mehr mit den tatsächlichen Kontoständen abgeglichen wird, verliert binnen Wochen seine Aussagekraft. Der wöchentliche Abgleich ist Teil des Plans. ## Wie oft Sie den Plan aktualisieren sollten Für die meisten kleinen und mittleren Unternehmen hat sich ein fester Wochentermin bewährt: Kontostände abgleichen, neue offene Posten übernehmen, die abgelaufene Woche durch Ist-Werte ersetzen und eine neue Woche am Ende anhängen. Mit automatisch übernommenen Kontoständen und offenen Posten ist diese rollierende Fortschreibung schnell erledigt; mit einer von Hand gepflegten Tabelle dauert sie deutlich länger. In angespannten Phasen — bei einem großen Zahlungsausfall, einer gekündigten Kreditlinie oder saisonalen Spitzen — empfiehlt sich der tägliche Blick auf die nächsten zwei bis drei Wochen. Sobald der Plan eine Unterdeckung zeigt, die sich nicht aus eigener Kraft schließen lässt, ist das Gespräch mit Bank und Steuerberatung der nächste Schritt. Bei Kapitalgesellschaften verlangt § 1 StaRUG von der Geschäftsleitung ohnehin, bestandsgefährdende Entwicklungen fortlaufend zu beobachten; ein gepflegter Liquiditätsplan ist dafür das naheliegende Instrument. ## So geht es mit liquiditaetsplanung.io - Cash-Position über alle Bankkonten — Kontostand laut Bank, fortgeschrieben mit späteren Umsätzen - Wochen-Vorschau mit wählbarem Horizont von 8, 13 oder 26 Wochen; je Kalenderwoche Zufluss, Abfluss und Bestand - Geplante Zahlungen einmalig oder monatlich, quartalsweise, halbjährlich, jährlich - Mindestbestand je Gesellschaft mit Warnung, Tiefpunkt und Kalenderwoche - Abo für 25 € monatlich je Arbeitsbereich; nur aktive finAPI-Verbindungen kosten je 5 € mehr, Qonto, Ponto und der Import von Kontoauszügen nicht; 7 Tage kostenlos testen liquiditaetsplanung.io baut den Liquiditätsplan aus Daten, die bereits vorhanden sind: Kontostände und Umsätze aus der Bankanbindung oder hochgeladenen Kontoauszügen, offene Posten aus der Buchhaltung, Ihre geplanten Zahlungen und den Kapitaldienst aus erfassten Darlehen. Daraus entsteht eine Wochen-Vorschau, in der jede Woche bis auf den einzelnen Posten nachvollziehbar bleibt. ## Häufige Fragen ### Was gehört alles in einen Liquiditätsplan? Der Anfangsbestand aller Bankkonten und der Kasse, alle erwarteten Einzahlungen und alle erwarteten Auszahlungen je Periode, daraus der Endbestand. Zu den Auszahlungen zählen auch Steuern, Sozialversicherung, Darlehensraten und Investitionen, nicht nur laufende Kosten. Ergänzend gehören eine Mindestliquidität und die freie Kreditlinie als eigene Zeilen dazu. ### Wie weit im Voraus sollte ein Liquiditätsplan reichen? Für die operative Steuerung haben sich 13 Wochen im Wochenraster bewährt, weil sie ein Quartal abdecken und trotzdem belastbar bleiben. Für Bankgespräche und Investitionsentscheidungen ergänzen viele Unternehmen eine Monatsplanung über zwölf Monate. Beide Sichten sollten auf demselben Anfangsbestand aufsetzen. ### Ist ein Liquiditätsplan für eine GmbH Pflicht? Ein bestimmtes Formular schreibt das Gesetz nicht vor. § 1 StaRUG verpflichtet die Geschäftsleiter juristischer Personen aber, fortlaufend über Entwicklungen zu wachen, die den Fortbestand gefährden können, und bei Bedarf gegenzusteuern. Ohne eine laufende Liquiditätsplanung lässt sich diese Pflicht kaum nachweisbar erfüllen. ### Was ist der Unterschied zwischen Liquiditätsplan und Rentabilitätsplanung? Die Rentabilitätsplanung rechnet mit Erträgen und Aufwendungen und zeigt, ob ein Gewinn entsteht. Der Liquiditätsplan rechnet mit Zahlungen und zeigt, ob das Geld zu jedem Zeitpunkt reicht. Abschreibungen stehen nur in der Rentabilitätsplanung, Darlehenstilgungen nur im Liquiditätsplan. ### Plane ich im Liquiditätsplan mit Netto- oder Bruttobeträgen? Mit den Beträgen, die tatsächlich fließen, also in der Regel brutto einschließlich Umsatzsteuer. Die Umsatzsteuer-Zahllast an das Finanzamt planen Sie dann als eigene Auszahlung zu ihrem Fälligkeitstermin. So bleibt sichtbar, dass ein Teil jedes Zahlungseingangs nur durchläuft. ### Wie berücksichtige ich unsichere Kundenzahlungen? Setzen Sie den erfahrungsgemäßen Zahlungstag statt des Zahlungsziels an und rechnen Sie bei unsicheren Forderungen mit einem Abschlag. Sinnvoll ist eine zweite Variante, in der Kunden zwei bis vier Wochen später zahlen. Hält der Plan auch in dieser vorsichtigen Variante die Mindestliquidität, ist er belastbar. ## Quellen und Rechtsstand - [§ 1 StaRUG](https://www.gesetze-im-internet.de/starug/__1.html) — Pflicht der Geschäftsleiter zur fortlaufenden Krisenfrüherkennung - [§ 18 UStG](https://www.gesetze-im-internet.de/ustg_1980/__18.html) — Voranmeldung und Fälligkeit der Umsatzsteuer-Vorauszahlung am 10. Tag nach Ablauf des Zeitraums - [§ 41a EStG](https://www.gesetze-im-internet.de/estg/__41a.html) — Anmeldung und Abführung der Lohnsteuer - [§ 19 GewStG](https://www.gesetze-im-internet.de/gewstg/__19.html) — Gewerbesteuer-Vorauszahlungen am 15. Februar, Mai, August, November - [§ 37 EStG](https://www.gesetze-im-internet.de/estg/__37.html) — Vorauszahlungstermine 10. März, Juni, September, Dezember (für die Körperschaftsteuer über § 31 KStG) - [§ 23 SGB IV](https://www.gesetze-im-internet.de/sgb_4/__23.html) — Fälligkeit der Sozialversicherungsbeiträge am drittletzten Bankarbeitstag ## Weiterführende Seiten - [13-Wochen-Liquiditätsplanung](https://liquiditaetsplanung.io/ratgeber/13-wochen-liquiditaetsplanung) - [Liquiditätsplanung in Excel: Vorlage](https://liquiditaetsplanung.io/ratgeber/liquiditaetsplanung-excel-vorlage) - [Mindestliquidität festlegen](https://liquiditaetsplanung.io/ratgeber/mindestliquiditaet-festlegen) - [Rollierende Liquiditätsplanung](https://liquiditaetsplanung.io/ratgeber/rollierende-liquiditaetsplanung) ## Den Liquiditätsplan aus echten Kontodaten rechnen lassen Bankkonten verbinden oder Kontoauszüge hochladen, geplante Zahlungen erfassen und die Wochen-Vorschau lesen. Der Test läuft 7 Tage ohne Zahlungsdaten; danach kostet das Modul 25 € monatlich je Arbeitsbereich plus finAPI-Verbindungen. [7 Tage kostenlos testen](https://liquiditaetsplanung.io/register) [Zur Startseite](https://liquiditaetsplanung.io/) --- # Die 13-Wochen-Liquiditätsplanung: Woche für Woche bis zum Quartalsende Quelle: https://liquiditaetsplanung.io/ratgeber/13-wochen-liquiditaetsplanung Stand: 2026-10-15 Die 13-Wochen-Liquiditätsplanung ist das Werkzeug, mit dem Banken, Restrukturierungsberater und erfahrene Finanzverantwortliche kurzfristige Zahlungsfähigkeit beurteilen. Diese Seite erklärt, wie die Planung aufgebaut ist, welche Zahlungstermine Sie kennen müssen, wie Sie das Ergebnis lesen und wann die Planung über das Tagesgeschäft hinaus rechtliches Gewicht bekommt. ## Kurzantwort Eine 13-Wochen-Liquiditätsplanung stellt für jede der nächsten 13 Kalenderwochen die erwarteten Einzahlungen und Auszahlungen gegenüber und schreibt daraus den Kontobestand Woche für Woche fort. Sie arbeitet nach der direkten Methode: Jede Zahlung steht in der Woche, in der sie voraussichtlich das Konto berührt. Dreizehn Wochen entsprechen einem Quartal — lang genug, um Engpässe rechtzeitig zu erkennen, kurz genug, um mit überwiegend bekannten Zahlungen zu rechnen. Nach jeder abgelaufenen Woche wird die Planung mit Ist-Werten abgeglichen und um eine neue Woche verlängert. ## Warum gerade 13 Wochen Der Zeitraum ist kein Zufall. Dreizehn Wochen sind ein Vierteljahr; jede monatliche Zahlung — Gehälter, Miete, Umsatzsteuer, Sozialversicherung, Darlehensraten — taucht darin dreimal auf, jede quartalsweise Zahlung wie Steuervorauszahlungen mindestens einmal. Damit bildet die Planung den vollständigen Zahlungsrhythmus eines Unternehmens ab, ohne in die Zukunft zu reichen, in der fast nur noch geschätzt wird. In den ersten Wochen besteht ein großer Teil der Bewegungen aus bekannten Posten: offene Kundenrechnungen, offene Lieferantenrechnungen, feste Verträge und Steuertermine. Je weiter die Planung reicht, desto größer wird der Anteil geschätzter Neuumsätze. Dreizehn Wochen sind der Punkt, an dem die Planung noch überwiegend auf Belegen beruht und trotzdem genug Vorlauf lässt, um zu verhandeln — mit Kunden über frühere Zahlung, mit Lieferanten über Ziele, mit der Bank über eine Linie. Hinzu kommt der Zusammenhang mit dem Insolvenzrecht: Ob eine Liquiditätslücke nur eine vorübergehende Zahlungsstockung oder bereits Zahlungsunfähigkeit ist, beurteilt der Bundesgerichtshof anhand eines Drei-Wochen-Zeitraums. Eine Planung, die nur bis zum Monatsende reicht, beantwortet diese Frage zu spät; eine 13-Wochen-Planung enthält sie als Ausschnitt. ## Direkte und indirekte Methode im Vergleich Die 13-Wochen-Planung arbeitet fast immer direkt, weil nur so Zahlungstermine sichtbar werden. In der Praxis ergänzen sich beide: Die indirekt abgeleitete Monats- oder Jahresplanung zeigt, ob das Geschäftsmodell auf Dauer Liquidität erzeugt; die direkte 13-Wochen-Planung zeigt, ob das Unternehmen den Weg dorthin übersteht. Weichen beide dauerhaft voneinander ab, ist das ein Hinweis auf einen Fehler in einer der beiden Planungen — häufig bei Zahlungszielen oder Vorräten. Direkte und indirekte Liquiditätsplanung | Merkmal | Direkte Methode | Indirekte Methode | | --- | --- | --- | | Ausgangspunkt | Anfangsbestand der Bankkonten | Geplantes Ergebnis aus der GuV | | Rechenweg | Einzahlungen minus Auszahlungen je Woche | Ergebnis plus Abschreibungen, korrigiert um Veränderungen von Forderungen, Vorräten, Verbindlichkeiten | | Typisches Raster | Woche oder Tag | Monat, Quartal, Jahr | | Stärke | Zeigt den Tiefpunkt und seinen Zeitpunkt | Verbindet Ergebnis-, Bilanz- und Finanzplanung | | Schwäche | Wird mit wachsendem Horizont zur Schätzung | Glättet Zahlungsspitzen innerhalb der Periode weg | | Typischer Einsatz | Kurzfristige Steuerung, Krise, Bankreporting | Jahres- und Mehrjahresplanung, Investitionsentscheidungen | ## Aufbau und Zahlungstermine Je Zeile eine Zahlungsart, je Spalte eine Kalenderwoche — entscheidend ist der richtige Termin. Typische Positionen einer 13-Wochen-Planung mit ihrem Zahlungstermin | Position | Termin in der Planung | Grundlage | | --- | --- | --- | | Kundenzahlungen aus offenen Rechnungen | Erfahrungsgemäßer Zahlungstag je Kunde, nicht das Rechnungsdatum | Offene-Posten-Liste, Zahlungshistorie | | Lieferantenzahlungen | Fälligkeit bzw. geplanter Zahlungslauf, Skonto bewusst entscheiden | Offene-Posten-Liste | | Nettolöhne und Gehälter | Vertraglicher Auszahlungstag, meist zum Monatsende | Arbeitsverträge, Lohnabrechnung | | Sozialversicherungsbeiträge | Drittletzter Bankarbeitstag des Monats, in dem gearbeitet wird | § 23 Abs. 1 SGB IV | | Lohnsteuer | 10. Tag nach Ablauf des Anmeldungszeitraums | § 41a EStG | | Umsatzsteuer-Vorauszahlung | 10. Tag nach Ablauf des Voranmeldungszeitraums; mit Dauerfristverlängerung einen Monat später | § 18 UStG, § 46 UStDV | | Gewerbesteuer-Vorauszahlung | 15. Februar, 15. Mai, 15. August, 15. November | § 19 GewStG | | Körperschaftsteuer-Vorauszahlung | 10. März, 10. Juni, 10. September, 10. Dezember | § 37 EStG über § 31 KStG | | Darlehensraten | Abbuchungstag laut Tilgungsplan | Darlehensvertrag | | Miete, Leasing, Versicherungen | Vertraglicher Termin, Jahresprämien gesondert | Verträge | ## Rechenbeispiel über 13 Wochen Erfundenes Beispiel eines Dienstleisters mit 85.000 € Anfangsbestand und 30.000 € Mindestliquidität. Beispielrechnung in Euro — Bestand je Woche | Woche | Anfangsbestand | Einzahlungen | Auszahlungen | Endbestand | Auffälligkeit | | --- | --- | --- | --- | --- | --- | | 1 | 85.000 | 38.000 | 31.000 | 92.000 | — | | 2 | 92.000 | 29.000 | 46.000 | 75.000 | Umsatzsteuer und Lohnsteuer | | 3 | 75.000 | 34.000 | 27.000 | 82.000 | — | | 4 | 82.000 | 31.000 | 68.000 | 45.000 | Gehälter, Sozialversicherung, Darlehensrate | | 5 | 45.000 | 36.000 | 29.000 | 52.000 | — | | 6 | 52.000 | 33.000 | 49.000 | 36.000 | Umsatzsteuer und Lohnsteuer | | 7 | 36.000 | 30.000 | 41.000 | 25.000 | Gewerbesteuer-Vorauszahlung, unter Mindestliquidität | | 8 | 25.000 | 35.000 | 52.000 | 8.000 | Gehälter, Sozialversicherung, Darlehensrate — Tiefpunkt | | 9 | 8.000 | 40.000 | 26.000 | 22.000 | unter Mindestliquidität | | 10 | 22.000 | 37.000 | 45.000 | 14.000 | Umsatzsteuer und Lohnsteuer | | 11 | 14.000 | 42.000 | 28.000 | 28.000 | unter Mindestliquidität | | 12 | 28.000 | 39.000 | 55.000 | 12.000 | Gehälter, Sozialversicherung, Darlehensrate | | 13 | 12.000 | 44.000 | 30.000 | 26.000 | unter Mindestliquidität | ## Wie Sie das Ergebnis lesen Die erste Frage ist die nach dem Tiefpunkt: Im Beispiel liegt er in Woche 8 bei 8.000 €, 22.000 € unter der Mindestliquidität. Die zweite Frage ist wichtiger: Handelt es sich um eine Spitze oder um einen Trend? Über die 13 Wochen gehen 468.000 € ein und 527.000 € hinaus — im Schnitt verliert das Unternehmen gut 4.500 € je Woche. Ab Woche 7 liegt der Bestand dauerhaft unter der Schwelle. Das ist kein Terminproblem, das sich durch das Verschieben einer Zahlung lösen ließe, sondern ein strukturelles Defizit. Daraus folgen unterschiedliche Maßnahmen. Gegen eine einzelne Spitze helfen Terminmaßnahmen: Forderungen früher einziehen, Lieferantenzahlungen innerhalb des Ziels verschieben, eine Kreditlinie für wenige Tage nutzen. Gegen einen Trend helfen nur Maßnahmen an Preisen, Kosten oder Finanzierung — und je früher sie greifen, desto weniger drastisch müssen sie ausfallen. Eine 13-Wochen-Planung, die einen Trend zeigt, ist deshalb ein Anlass für ein Gespräch mit Bank und Steuerberatung, solange noch Spielraum besteht. Ein dritter Blick gilt der Planqualität. Wie hoch ist der Anteil der Einzahlungen, die bereits als offene Rechnung existieren, und wie viel ist geschätztes Neugeschäft? Wenn ab Woche 6 fast alle Einzahlungen geschätzt sind, sollten Sie eine vorsichtige Variante rechnen, in der diese Einzahlungen zwei bis vier Wochen später und um einen Abschlag gemindert eingehen. ## Bedeutung bei Banken, Sanierung und Insolvenzrecht Banken fragen die 13-Wochen-Planung typischerweise an, wenn eine Linie erhöht, ein Kredit verlängert oder eine Abweichung von vereinbarten Kennzahlen besprochen werden soll. Sie interessiert dabei weniger der einzelne Wert als die Nachvollziehbarkeit: Woher stammen die Annahmen, wie gut haben frühere Planungen getroffen, und wo liegt der Tiefpunkt? In Restrukturierung und Insolvenz verlangt das Gesetz längere Finanzpläne. Wer eine Stabilisierungsanordnung nach dem StaRUG beantragt, muss nach § 50 Abs. 2 StaRUG einen Finanzplan vorlegen, der einen Zeitraum von sechs Monaten abdeckt; dasselbe gilt nach § 270a InsO für die Eigenverwaltungsplanung. In beiden Fällen ist eine fundierte Darstellung der Finanzierungsquellen gefordert. Eine gepflegte Wochenplanung über 13 Wochen ist dafür die Grundlage, die auf 26 Wochen — also rund sechs Monate — verlängert wird. Für die Frage der Zahlungsunfähigkeit nach § 17 InsO hat der Bundesgerichtshof entschieden, dass bei der Liquiditätsbilanz auch die innerhalb von drei Wochen fällig werdenden und eingeforderten Verbindlichkeiten einzubeziehen sind (Urteil vom 19.12.2017, II ZR 88/16). Seit einer Entscheidung vom 28.06.2022 (II ZR 112/21) muss der Nachweis zudem nicht zwingend über eine Liquiditätsbilanz geführt werden; auch andere Darlegungswege sind zulässig. Für die Geschäftsleitung heißt das: Eine sauber geführte Wochenplanung dokumentiert, wann sie welche Lage kannte. ## 13 oder 26 Wochen — und wie oft fortschreiben - 8 Wochen genügen für sehr kurzfristige Steuerung, etwa in Branchen mit kurzen Zahlungszielen und wenigen Großzahlungen. - 13 Wochen sind der übliche Standard für die laufende Steuerung und für Bankgespräche. - 26 Wochen entsprechen etwa dem Sechs-Monats-Zeitraum, den StaRUG und InsO für Finanzpläne vorsehen, und zeigen saisonale Effekte über zwei Quartale. - Fortgeschrieben wird wöchentlich zum festen Termin: abgelaufene Woche durch Ist ersetzen, Abweichungen begründen, neue Woche anhängen. - In angespannten Phasen kommt eine tägliche Sicht auf die nächsten 10 bis 15 Bankarbeitstage hinzu. ## So geht es mit liquiditaetsplanung.io - Horizont 8, 13 oder 26 Wochen, je Kalenderwoche mit Zufluss, Abfluss und Bestand - Szenarien „Vorsichtig“ und „Kritisch“: Kunden zahlen 14 bzw. 30 Tage später, 5 % bzw. 15 % Forderungsausfall - Tiefpunkt mit Kalenderwoche gegen den Mindestbestand, optional E-Mail an die Administratoren - Jede Woche bis auf den einzelnen Posten aufgeschlüsselt, CSV-Export im deutschen Format - Monatlich kündbar; Grundpreis 25 € je Arbeitsbereich, jede aktive finAPI-Anbindung kostet 5 € extra liquiditaetsplanung.io rechnet die Wochenplanung nach der direkten Methode aus der heutigen Cash-Position: offene Forderungen und Verbindlichkeiten zum Fälligkeitsdatum, geplante Zahlungen, Darlehensraten und Anlage-Rückflüsse sowie Steuern, soweit sie im Steuer-Modul der Plattform hinterlegt sind: Körperschaft- und Gewerbesteuer-Vorauszahlungen laut Festsetzung und bereits übermittelte Umsatzsteuer- und Lohnsteuer-Anmeldungen, jeweils zum gesetzlichen Termin. ## Häufige Fragen ### Was ist eine 13-Wochen-Liquiditätsplanung? Eine Planung der Ein- und Auszahlungen für die nächsten 13 Kalenderwochen, aus der sich der Kontobestand jeder Woche ergibt. Sie folgt der direkten Methode, also tatsächlichen Zahlungsterminen. Sie wird wöchentlich mit Ist-Werten abgeglichen und um eine Woche verlängert. ### Warum verlangen Banken eine 13-Wochen-Planung? Weil sie zeigt, ob das Unternehmen in den nächsten drei Monaten seine Zahlungen leisten kann und wann der kritische Punkt liegt. Monatsplanungen glätten Spitzen weg, Jahresplanungen sind für diese Frage zu grob. Zusätzlich lässt sich an der Fortschreibung erkennen, wie verlässlich die Geschäftsleitung plant. ### Welche Methode nutzt man für die 13-Wochen-Planung? Die direkte Methode: Ausgehend vom Bankbestand werden einzelne Einzahlungen und Auszahlungen in die Woche geschrieben, in der sie fließen. Die indirekte Methode, die vom Ergebnis ausgeht, eignet sich für Monats- und Jahresplanungen, zeigt aber keine Tiefpunkte innerhalb des Monats. ### Wie oft sollte die 13-Wochen-Planung aktualisiert werden? Mindestens einmal pro Woche zu einem festen Termin. Dabei ersetzen Sie die abgelaufene Woche durch die tatsächlichen Zahlen, begründen größere Abweichungen und hängen eine neue Woche an. In einer Krise kommt eine tägliche Sicht auf die nächsten zwei bis drei Wochen hinzu. ### Reicht eine 13-Wochen-Planung für ein StaRUG-Verfahren? Für eine Stabilisierungsanordnung verlangt § 50 Abs. 2 StaRUG einen Finanzplan über sechs Monate, ebenso § 270a InsO für die Eigenverwaltung. Die 13-Wochen-Planung ist dafür die Basis, muss aber auf etwa 26 Wochen verlängert und um eine fundierte Darstellung der Finanzierungsquellen ergänzt werden. Lassen Sie sich in dieser Lage rechtlich beraten. ### Was ist der Unterschied zwischen 13-Wochen-Planung und Cashflow-Prognose? Cashflow-Prognose ist der Oberbegriff für jede Vorschau künftiger Zahlungsströme, auch über Monate oder Jahre. Die 13-Wochen-Planung ist eine bestimmte Form davon: direkt, im Wochenraster, über ein Quartal und laufend fortgeschrieben. ## Quellen und Rechtsstand - [§ 17 InsO](https://www.gesetze-im-internet.de/inso/__17.html) — Zahlungsunfähigkeit als allgemeiner Eröffnungsgrund - [§ 50 StaRUG](https://www.gesetze-im-internet.de/starug/__50.html) — Finanzplan über sechs Monate für die Stabilisierungsanordnung - [§ 270a InsO](https://www.gesetze-im-internet.de/inso/__270a.html) — Eigenverwaltungsplanung mit Finanzplan über sechs Monate - [§ 23 SGB IV](https://www.gesetze-im-internet.de/sgb_4/__23.html) — Fälligkeit der Sozialversicherungsbeiträge - [§ 46 UStDV](https://www.gesetze-im-internet.de/ustdv_1980/__46.html) — Dauerfristverlängerung um einen Monat - [§ 19 GewStG](https://www.gesetze-im-internet.de/gewstg/__19.html) — Termine der Gewerbesteuer-Vorauszahlungen ## Weiterführende Seiten - [Liquiditätsplan erstellen](https://liquiditaetsplanung.io/ratgeber/liquiditaetsplan-erstellen) - [Rollierende Liquiditätsplanung](https://liquiditaetsplanung.io/ratgeber/rollierende-liquiditaetsplanung) - [Zahlungsunfähigkeit prüfen](https://liquiditaetsplanung.io/ratgeber/zahlungsunfaehigkeit-pruefen) - [Liquiditätsplanung für das Bankgespräch](https://liquiditaetsplanung.io/ratgeber/liquiditaetsplanung-bankgespraech) ## Die 13 Wochen aus Ihren eigenen Daten Bankkonten verbinden, offene Posten und Planzahlungen einfließen lassen und den Tiefpunkt der nächsten Wochen sehen — 7 Tage kostenlos testen. [7 Tage kostenlos testen](https://liquiditaetsplanung.io/register) [Zur Startseite](https://liquiditaetsplanung.io/) --- # Liquiditätsplanung mit Excel: eine Vorlage, die Sie selbst aufbauen können Quelle: https://liquiditaetsplanung.io/ratgeber/liquiditaetsplanung-excel-vorlage Stand: 2026-10-15 Viele Unternehmen beginnen ihre Liquiditätsplanung in Excel — und das ist für den Anfang eine vernünftige Entscheidung. Diese Seite zeigt, wie eine belastbare Excel-Vorlage aufgebaut ist: welche Blätter sie braucht, welche Spalten, welche Formeln. Und sie sagt offen, ab welchem Punkt die Pflege mehr Zeit kostet, als die Tabelle an Sicherheit bringt. ## Kurzantwort Eine Liquiditätsplanung in Excel besteht aus einem Wochenblatt mit je einer Spalte pro Kalenderwoche und je einer Zeile pro Zahlungsart, gespeist aus getrennten Blättern für offene Posten und wiederkehrende Zahlungen. Der Endbestand jeder Woche ergibt sich aus Anfangsbestand plus Einzahlungen minus Auszahlungen; der Anfangsbestand der Folgewoche verweist auf diesen Endbestand. Mit MIN und VERGLEICH finden Sie Tiefpunkt und Woche automatisch. Excel trägt gut bei wenigen Konten und überschaubaren offenen Posten; bei mehreren Konten, häufigen Änderungen oder mehreren Bearbeitern wird die manuelle Pflege zur Fehlerquelle. ## Was eine Excel-Vorlage leisten muss Eine Liquiditätsplanung in Excel ist nur so gut wie ihre Trennung von Daten und Rechnung. Der häufigste Konstruktionsfehler ist ein einziges Blatt, in dem Beträge direkt in Wochenzellen getippt werden. Nach wenigen Wochen weiß niemand mehr, welche Zahl aus einer Rechnung stammt, welche geschätzt ist und welche schon bezahlt wurde. Eine tragfähige Vorlage folgt deshalb drei Regeln. Erstens stehen Rohdaten — offene Posten, wiederkehrende Zahlungen, Kontostände — in eigenen Blättern, je Zeile ein Posten mit Betrag und Datum. Zweitens holt sich das Wochenblatt diese Daten ausschließlich über Formeln; getippt wird dort nichts außer Kommentaren. Drittens hat jede Zeile eine sichtbare Quelle, sodass jeder Wochenwert bis zum einzelnen Posten zurückverfolgt werden kann. ## Blattstruktur der Vorlage Empfohlene Blätter einer Excel-Liquiditätsplanung | Blatt | Zweck | Inhalt je Zeile | | --- | --- | --- | | Parameter | Feste Eingaben an einer Stelle | Planungsbeginn als Montag, Mindestliquidität, Kreditlinie, Abschlag für unsichere Forderungen | | Konten | Anfangsbestand | Bank, Kontonummer-Endung, Saldo, Stand-Datum | | OP\_Debitoren | Offene Kundenrechnungen | Kunde, Rechnungsnummer, Bruttobetrag, Fälligkeit, erwarteter Zahlungstag, Wochenbeginn | | OP\_Kreditoren | Offene Lieferantenrechnungen | Lieferant, Rechnungsnummer, Bruttobetrag, Fälligkeit, geplanter Zahlungstag, Wochenbeginn | | Planposten | Wiederkehrende und einmalige Zahlungen | Bezeichnung, Kategorie, Richtung, Betrag, Rhythmus, erster und letzter Termin | | Kapitaldienst | Darlehensraten | Darlehen, Termin, Zinsanteil, Tilgungsanteil, Rate | | Wochenplan | Rechnung und Ergebnis | Zahlungsarten in Zeilen, 13 Wochen in Spalten | | Liquiditätsstatus | Stichtagsprüfung | Verfügbare Mittel gegen fällige Verbindlichkeiten | | Ist-Abgleich | Planqualität | Woche, Plan, Ist, Abweichung, Ursache | ## Spaltenaufbau des Wochenblatts So sieht das Herzstück aus; die Zeilen folgen dem Schema Anfangsbestand, Einzahlungen, Auszahlungen, Endbestand. Spalten des Blatts Wochenplan | Spalte | Inhalt | Hinweis | | --- | --- | --- | | A | Position, etwa Kundenzahlungen, Personal, Steuern | Eine Zeile je Zahlungsart, Summenzeilen fett | | B | Kategorie: Einzahlung, Auszahlung, Bestand | Hilft beim Filtern und für Summen je Block | | C | Quelle, etwa OP\_Debitoren oder Planposten | Macht jede Zeile nachprüfbar | | D bis P | Woche 1 bis Woche 13 | Kopfzeile mit dem Montag der Woche als Datum, darunter die Kalenderwoche | | Q | Summe über 13 Wochen | Zeigt den Gesamtsaldo des Quartals | | R | Anteil belegt | Wie viel der Summe auf Rechnungen und Verträgen beruht statt auf Schätzung | ## Die wichtigsten Formeln Formeln in deutscher Excel-Schreibweise mit benannten Bereichen; Namen und Zellbezüge sind Beispiele und an Ihre Vorlage anzupassen. - Benannte Bereiche statt Blattbezüge: Vergeben Sie über den Namens-Manager Namen wie Deb\_Betrag, Deb\_Woche, Kred\_Betrag, Kred\_Woche, Planungsbeginn und Mindestliquiditaet. Formeln bleiben dadurch lesbar, und eingefügte Zeilen werden automatisch erfasst, wenn die Bereiche als Tabelle formatiert sind. - Wochenbeginn statt Kalenderwoche als Schlüssel: Berechnen Sie in den OP-Blättern den Montag der Zahlungswoche mit =F2-WOCHENTAG(F2;2)+1, wobei F2 der erwartete Zahlungstag ist. Kalenderwochen-Nummern beginnen zum Jahreswechsel wieder bei 1 und führen dann zu falschen Zuordnungen; ein Datum nicht. - Offene Posten je Woche: Im Wochenblatt summiert =SUMMEWENNS(Deb\_Betrag;Deb\_Woche;D$2) alle Kundenrechnungen, deren Wochenbeginn dem Datum in der Kopfzeile D2 entspricht. Für Lieferantenrechnungen gilt dieselbe Formel mit Kred\_Betrag und Kred\_Woche. - Überfällige Posten: Rechnungen, deren erwarteter Zahlungstag vor dem Planungsbeginn liegt, fallen sonst aus jeder Woche heraus. Setzen Sie ihren Wochenbeginn mit =MAX(Planungsbeginn;G2) mindestens auf die erste Planwoche — oder entscheiden Sie bewusst, sie gar nicht einzuplanen. - Endbestand: Anfangsbestand plus Summe der Einzahlungen minus Summe der Auszahlungen, etwa =D5+D12-D26. - Anfangsbestand der Folgewoche: verweist immer auf den Endbestand der Vorwoche, etwa =D27 in Zelle E5. Nur Woche 1 holt ihren Wert aus dem Blatt Konten. - Tiefpunkt und Woche: =MIN(D27:P27) liefert den niedrigsten Endbestand, =INDEX(D2:P2;VERGLEICH(MIN(D27:P27);D27:P27;0)) das Datum der betroffenen Woche. - Abstand zur Mindestliquidität: =D27-Mindestliquiditaet je Woche; eine bedingte Formatierung färbt negative Werte, damit Unterdeckungen auffallen. ## Ein Blatt für den Liquiditätsstatus Neben der Vorschau lohnt ein kleines Blatt, das die Lage zum Stichtag zeigt: Was ist heute verfügbar, was ist heute fällig? Dieser Liquiditätsstatus ist die Ausgangsgröße, mit der auch bei der Prüfung der Zahlungsfähigkeit gearbeitet wird. Er beantwortet eine andere Frage als die Vorschau — nicht, wie es in acht Wochen aussieht, sondern ob heute alle fälligen Forderungen gegen das Unternehmen bedient werden könnten. Aufbau eines Liquiditätsstatus zum Stichtag | Zeile | Inhalt | Beispielwert | | --- | --- | --- | | Bankguthaben und Kasse | Summe aller Konten zum Stichtag | 48.000 € | | Freie Kreditlinie | Zugesagter, nicht gekündigter und nicht ausgeschöpfter Rahmen | 20.000 € | | Verfügbare Mittel | Summe der beiden Zeilen | 68.000 € | | Fällige Verbindlichkeiten | Überfällige und heute fällige Rechnungen, Steuern, Abgaben | 52.000 € | | Überdeckung oder Lücke | Verfügbare Mittel minus fällige Verbindlichkeiten | 16.000 € | | Deckungsquote | Verfügbare Mittel geteilt durch fällige Verbindlichkeiten | 130,8 % | ## Wo Excel an Grenzen kommt ### Kontostände von Hand Jeder Wochenabgleich beginnt mit dem Abtippen oder Kopieren von Salden aus mehreren Online-Banking-Zugängen. Bei drei Konten ist das lästig, bei zehn fehleranfällig. ### Offene Posten als Export Die OP-Liste muss aus der Buchhaltung exportiert und eingefügt werden. Wird ein Export vergessen, rechnet die Planung mit bezahlten Rechnungen weiter. ### Formeln, die still brechen Eine eingefügte Zeile außerhalb des Summenbereichs, ein überschriebener Bezug — Excel meldet keinen Fehler, die Summe stimmt nur nicht mehr. ### Versionen und Bearbeiter Sobald zwei Personen die Datei pflegen, entstehen Kopien mit Datum im Dateinamen. Welche Fassung die Bank bekommen hat, lässt sich später schwer belegen. ### Keine Warnung Die Tabelle zeigt eine Unterdeckung nur, wenn jemand sie öffnet. Fällt der Wochentermin aus, bleibt ein Engpass unbemerkt. ### Szenarien als Kopien Eine vorsichtige Variante bedeutet meist ein kopiertes Blatt mit geänderten Werten, das bei der nächsten Aktualisierung nicht mitgezogen wird. ## Wann Excel genügt und wann ein Umstieg lohnt Excel genügt, wenn ein Unternehmen ein oder zwei Bankkonten hat, die offenen Posten auf einen Bildschirm passen, eine Person die Planung verantwortet und der Abstand zur Mindestliquidität komfortabel ist. Dann ist eine sauber gebaute Vorlage nach dem Muster oben eine gute, kostengünstige Lösung. Ein Umstieg lohnt sich, sobald eine dieser Bedingungen wegfällt: mehrere Konten bei verschiedenen Banken, eine Buchhaltung mit vielen offenen Posten, mehrere Gesellschaften, eine Bank, die regelmäßig Planungen anfordert, oder eine Lage, in der der Bestand nahe an der Mindestliquidität verläuft. Der Maßstab ist einfach: Wenn die wöchentliche Pflege länger dauert als das Lesen und Entscheiden, arbeitet die Tabelle gegen Sie. ## So geht es mit liquiditaetsplanung.io - Bankanbindung über finAPI, Ponto oder Qonto oder Kontoauszug als CSV, MT940 oder CAMT - Offene Posten fließen immer ein, Planposten, Kapitaldienst und Verträge sind zuschaltbar - Tiefpunkt und Kalenderwoche gegen den Mindestbestand ohne eigene Formel - CSV-Export der Vorschau mit Semikolon, UTF-8 und deutschem Zahlenformat - Testzeitraum 7 Tage; im Abo 25 € monatlich für den ganzen Arbeitsbereich, finAPI-Verbindungen je 5 € liquiditaetsplanung.io übernimmt genau die Teile, die in Excel Handarbeit sind: Kontostände kommen aus der Bankanbindung oder dem Kontoauszug, offene Posten aus der Buchhaltung, Darlehensraten aus dem berechneten Tilgungsplan. Die Wochenstruktur bleibt die gleiche wie in der Vorlage oben — und lässt sich als CSV wieder nach Excel exportieren. ## Häufige Fragen ### Gibt es eine kostenlose Excel-Vorlage für die Liquiditätsplanung? Viele Banken, Kammern und Verbände bieten Vorlagen an, und mit der Struktur auf dieser Seite können Sie eine eigene aufbauen. Wichtiger als die Herkunft ist die Trennung von Rohdaten und Rechnung. Prüfen Sie jede fremde Vorlage darauf, ob sie in Wochen rechnet und ob Steuertermine einzeln abgebildet werden. ### Sollte ich in Excel nach Wochen oder Monaten planen? Für die nächsten drei Monate nach Wochen, weil Gehälter, Sozialversicherung und Umsatzsteuer in wenigen Tagen des Monats zusammenfallen und eine Monatssicht diese Spitzen verdeckt. Für den Zeitraum danach reicht häufig eine Monatssicht. Beide Blätter sollten denselben Anfangsbestand verwenden. ### Wie verhindere ich Fehler beim Jahreswechsel? Verwenden Sie den Montag der Woche als Datum statt der Kalenderwochen-Nummer als Schlüssel. Die Formel =A2-WOCHENTAG(A2;2)+1 liefert für jedes Datum den Montag seiner Woche. Damit funktionieren Summen auch über den Jahreswechsel und bei Jahren mit 53 Kalenderwochen. ### Wie bilde ich einen Liquiditätsstatus in Excel ab? In einem eigenen Blatt stellen Sie die verfügbaren Mittel zum Stichtag — Bankguthaben, Kasse und freie, ungekündigte Kreditlinie — den fälligen Verbindlichkeiten gegenüber. Die Differenz zeigt Überdeckung oder Lücke, die Deckungsquote das Verhältnis. Der Status ergänzt die Vorschau, ersetzt sie aber nicht. ### Wann ist Excel für die Liquiditätsplanung nicht mehr geeignet? Wenn mehrere Konten und viele offene Posten regelmäßig von Hand übertragen werden müssen, mehrere Personen an der Datei arbeiten oder der Bestand nahe an der Mindestliquidität verläuft. Dann steigt das Risiko, dass ein Engpass wegen eines vergessenen Exports oder einer gebrochenen Formel übersehen wird. ### Kann ich meine Excel-Planung in eine Software übernehmen? Die Struktur ja: Planposten wie Gehälter, Miete und Versicherungen übertragen Sie einmal als wiederkehrende Zahlungen, Darlehen mit ihren Konditionen. Kontostände und offene Posten müssen in einer Software nicht mehr übertragen werden, wenn Bank und Buchhaltung angebunden sind. ## Quellen und Rechtsstand - [§ 17 InsO](https://www.gesetze-im-internet.de/inso/__17.html) — Fällige Zahlungspflichten als Maßstab der Zahlungsfähigkeit - [§ 18 UStG](https://www.gesetze-im-internet.de/ustg_1980/__18.html) — Fälligkeit der Umsatzsteuer-Vorauszahlung - [§ 41a EStG](https://www.gesetze-im-internet.de/estg/__41a.html) — Fälligkeit der Lohnsteuer - [§ 1 StaRUG](https://www.gesetze-im-internet.de/starug/__1.html) — Krisenfrüherkennung durch die Geschäftsleitung ## Weiterführende Seiten - [Liquiditätsplan erstellen](https://liquiditaetsplanung.io/ratgeber/liquiditaetsplan-erstellen) - [13-Wochen-Liquiditätsplanung](https://liquiditaetsplanung.io/ratgeber/13-wochen-liquiditaetsplanung) - [Software für die Liquiditätsplanung](https://liquiditaetsplanung.io/ratgeber/software-liquiditaetsplanung) - [Zahlungsunfähigkeit prüfen](https://liquiditaetsplanung.io/ratgeber/zahlungsunfaehigkeit-pruefen) ## Die Excel-Pflege ablösen, die Struktur behalten Kontostände und offene Posten automatisch, Wochen-Vorschau mit Tiefpunkt, Export nach Excel jederzeit — 7 Tage kostenlos testen. [7 Tage kostenlos testen](https://liquiditaetsplanung.io/register) [Zur Startseite](https://liquiditaetsplanung.io/) --- # Liquiditätsgrade: Liquidität 1., 2. und 3. Grades berechnen und richtig deuten Quelle: https://liquiditaetsplanung.io/ratgeber/liquiditaetsgrade-berechnen Stand: 2026-10-15 Liquiditätsgrade gehören zu den bekanntesten Kennzahlen der Bilanzanalyse. Banken, Auskunfteien und Lieferanten nutzen sie, um die Zahlungsfähigkeit eines Unternehmens auf einen Blick einzuschätzen. Diese Seite zeigt die drei Formeln, welche Bilanzposten nach HGB hineingehören, ein vollständiges Rechenbeispiel — und warum eine gute Kennzahl am Bilanzstichtag nichts darüber sagt, ob im nächsten Monat Geld fehlt. ## Kurzantwort Um die Liquiditätsgrade zu berechnen, teilen Sie kurzfristig verfügbares Vermögen durch die kurzfristigen Verbindlichkeiten. Liquidität 1. Grades setzt nur die flüssigen Mittel ins Verhältnis, Liquidität 2. Grades zusätzlich die kurzfristigen Forderungen, Liquidität 3. Grades das gesamte kurzfristige Umlaufvermögen einschließlich Vorräten. Das Ergebnis wird in Prozent angegeben. Die Grade sind statische Stichtagswerte aus der Bilanz und ersetzen keine Liquiditätsplanung, weil sie nicht zeigen, wann Zahlungen fällig werden. ## Die drei Formeln im Überblick Die Faustregeln stammen aus der Lehrbuch- und Bankpraxis und unterscheiden sich je nach Quelle. Sie sind Orientierungswerte, keine Grenzen. Ein Handelsunternehmen mit hohen Lagerbeständen hat strukturell eine andere Relation als ein Dienstleister ohne Vorräte; ein Unternehmen mit sehr schnellem Zahlungseingang kann mit niedriger Barliquidität gut leben. Liquiditätsgrade — Formeln und in der Literatur verbreitete Faustregeln | Kennzahl | Auch genannt | Formel | Verbreitete Faustregel | | --- | --- | --- | --- | | Liquidität 1. Grades | Barliquidität, Cash Ratio | Flüssige Mittel ÷ kurzfristige Verbindlichkeiten × 100 | Je nach Quelle etwa 10 bis 30 % | | Liquidität 2. Grades | Einzugsbedingte Liquidität, Quick Ratio | (Flüssige Mittel + kurzfristige Forderungen) ÷ kurzfristige Verbindlichkeiten × 100 | Mindestens 100 % | | Liquidität 3. Grades | Umsatzbedingte Liquidität, Current Ratio | Kurzfristiges Umlaufvermögen ÷ kurzfristige Verbindlichkeiten × 100 | Häufig um 150 bis 200 % | ## Welche Bilanzposten nach HGB hineingehören - Flüssige Mittel: Posten B.IV. der Bilanz nach § 266 Abs. 2 HGB — Kassenbestand, Bundesbankguthaben, Guthaben bei Kreditinstituten und Schecks. Manche Analysten zählen kurzfristig veräußerbare Wertpapiere des Umlaufvermögens (B.III.) hinzu; geben Sie dann an, dass Sie so gerechnet haben. - Kurzfristige Forderungen: Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Vermögensgegenstände aus B.II., soweit sie innerhalb eines Jahres fällig sind. Nach § 268 Abs. 4 HGB ist bei jedem Forderungsposten der Betrag mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr zu vermerken — diesen Betrag ziehen Sie ab. - Vorräte: Posten B.I. — Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe, unfertige und fertige Erzeugnisse, Waren, geleistete Anzahlungen. Sie gehen nur in den 3. Grad ein. - Kurzfristige Verbindlichkeiten: alle Verbindlichkeiten, die binnen eines Jahres zu begleichen sind. § 268 Abs. 5 HGB verlangt, diesen Betrag bei jedem Verbindlichkeitsposten zu vermerken, sodass er sich aus Bilanz oder Verbindlichkeitenspiegel ablesen lässt. Häufig werden kurzfristige Rückstellungen, etwa Steuerrückstellungen, hinzugerechnet. ## Rechenbeispiel mit Bilanzwerten Erfundene Zahlen einer Beispiel-GmbH zum Bilanzstichtag. Nach den gängigen Faustregeln wirkt die Beispiel-GmbH unauffällig: Die kurzfristigen Verbindlichkeiten sind durch flüssige Mittel und Forderungen genau gedeckt, und rechnet man die Vorräte hinzu, besteht ein Überhang von 120.000 €. Liquiditätsgrade der Beispiel-GmbH | Größe | Betrag oder Rechnung | Ergebnis | | --- | --- | --- | | Flüssige Mittel (B.IV.) | Bankguthaben und Kasse | 60.000 € | | Kurzfristige Forderungen (B.II.) | Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, Restlaufzeit unter einem Jahr | 140.000 € | | Vorräte (B.I.) | Waren und Material | 120.000 € | | Kurzfristige Verbindlichkeiten | Restlaufzeit bis zu einem Jahr | 200.000 € | | Liquidität 1. Grades | 60.000 ÷ 200.000 × 100 | 30 % | | Liquidität 2. Grades | (60.000 + 140.000) ÷ 200.000 × 100 | 100 % | | Liquidität 3. Grades | (60.000 + 140.000 + 120.000) ÷ 200.000 × 100 | 160 % | | Working Capital | 320.000 − 200.000 | 120.000 € | ## Was die Kennzahl verschweigt Liquiditätsgrade vergleichen Bestände an einem einzigen Tag. Sie sagen nichts darüber, wann die Forderungen eingehen und wann die Verbindlichkeiten fällig sind. Angenommen, 150.000 € der Verbindlichkeiten der Beispiel-GmbH sind in den nächsten zwei Wochen fällig, die Kunden zahlen aber im Schnitt erst nach sechs Wochen: Dann fehlen trotz einer Liquidität 2. Grades von 100 % für einige Wochen rund 90.000 € — die 150.000 € fälliger Verbindlichkeiten stehen nur 60.000 € flüssigen Mitteln gegenüber. Hinzu kommt, dass Bilanzzahlen bei Veröffentlichung oft Monate alt sind und sich am Stichtag gestalten lassen. Wer kurz vor dem Bilanzstichtag Lieferanten bezahlt oder einen Kredit zieht, verändert die Kennzahlen, ohne dass sich an der Zahlungsfähigkeit etwas ändert. Die Liquiditätsgrade sind deshalb ein Vergleichsmaßstab zwischen Jahren und Unternehmen, aber kein Steuerungsinstrument für die nächsten Wochen. Für das Insolvenzrecht spielen sie ebenfalls keine Rolle: Ob Zahlungsunfähigkeit nach § 17 InsO vorliegt, hängt von den fälligen Zahlungspflichten und den verfügbaren Mitteln zu bestimmten Zeitpunkten ab, nicht von Bilanzrelationen. ## Dynamische Kennzahlen als Ergänzung Diese Kennzahlen bringen die Zeit ins Spiel und eignen sich für die laufende Steuerung. ### Forderungslaufzeit (DSO) Forderungen aus Lieferungen und Leistungen geteilt durch Umsatz mal 365. Beispiel: 140.000 € ÷ 1.200.000 € × 365 ergibt rund 43 Tage. Steigt der Wert, binden Kunden mehr Liquidität. Weil Forderungen brutto und Umsätze netto ausgewiesen werden, fällt der Wert etwas zu hoch aus; wichtig ist die Entwicklung über die Zeit. ### Verbindlichkeitenlaufzeit (DPO) Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen geteilt durch Materialaufwand mal 365. Beispiel: 90.000 € ÷ 600.000 € × 365 ergibt rund 55 Tage. Ein Wert deutlich über den vereinbarten Zahlungszielen kann auf verspätete Zahlungen hindeuten. ### Burn-Rate Durchschnittlicher monatlicher Netto-Mittelabfluss aus den Kontobewegungen der letzten Monate. Sie zeigt, wie viel Liquidität das Unternehmen derzeit verbraucht, wenn mehr ab- als zufließt. ### Cash-Reichweite Aktueller Bestand geteilt durch die Burn-Rate. Bei 60.000 € Bestand und 15.000 € monatlichem Netto-Abfluss reicht das Geld rechnerisch vier Monate — vorausgesetzt, das Muster bleibt gleich. ## So geht es mit liquiditaetsplanung.io - Burn-Rate aus abgeschlossenen Monaten mit Kontobewegung, ohne den laufenden Teilmonat - Forderungs- und Verbindlichkeitenlaufzeit mit Angabe des Geschäftsjahres der Basis - Cash-Position aus Kontoständen der Bank statt aus dem Bilanzwert - Preis: 25 € im Monat je Arbeitsbereich, Aufpreis von 5 € nur für aktive finAPI-Verbindungen liquiditaetsplanung.io zeigt neben der Wochen-Vorschau vier Kennzahlen, die aus vorhandenen Zahlen abgeleitet werden: Cash-Reichweite, Burn-Rate, Forderungslaufzeit und Verbindlichkeitenlaufzeit. Fehlt eine Grundlage, etwa ein Umsatz aus festgeschriebenen Abschlusszahlen, bleibt die Kennzahl leer statt geschätzt. ## Häufige Fragen ### Wie berechnet man die Liquidität 2. Grades? Sie addieren flüssige Mittel und kurzfristige Forderungen und teilen die Summe durch die kurzfristigen Verbindlichkeiten. Mit 100 multipliziert ergibt sich der Prozentwert. Bei 60.000 € flüssigen Mitteln, 140.000 € Forderungen und 200.000 € kurzfristigen Verbindlichkeiten liegt sie bei 100 %. ### Welcher Liquiditätsgrad ist gut? In der Literatur verbreitet sind Faustregeln von mindestens 100 % für den 2. Grad und etwa 150 bis 200 % für den 3. Grad; für den 1. Grad nennen Quellen Werte zwischen etwa 10 und 30 %. Diese Werte hängen stark von Branche und Geschäftsmodell ab. Aussagekräftiger als ein Einzelwert ist die Entwicklung über mehrere Jahre. ### Was ist der Unterschied zwischen Quick Ratio und Current Ratio? Die Quick Ratio entspricht der Liquidität 2. Grades und lässt Vorräte außen vor, weil diese erst verkauft und bezahlt werden müssen. Die Current Ratio entspricht der Liquidität 3. Grades und bezieht das gesamte kurzfristige Umlaufvermögen ein. ### Woher bekomme ich die kurzfristigen Verbindlichkeiten aus der Bilanz? Kapitalgesellschaften müssen nach § 268 Abs. 5 HGB bei jedem Verbindlichkeitsposten den Betrag mit einer Restlaufzeit bis zu einem Jahr vermerken. Diese Angaben finden Sie in der Bilanz oder im Verbindlichkeitenspiegel. Kurzfristige Rückstellungen werden je nach Analyse hinzugerechnet. ### Kann ein Unternehmen trotz guter Liquiditätsgrade zahlungsunfähig werden? Ja. Die Grade vergleichen Bestände an einem Stichtag, aber nicht die zeitliche Reihenfolge von Zahlungseingängen und Fälligkeiten. Wenn Verbindlichkeiten deutlich früher fällig werden, als Forderungen eingehen, entsteht eine Lücke, die nur eine Liquiditätsplanung zeigt. ### Wie oft sollte ich die Liquiditätsgrade berechnen? Für den Vergleich mit Vorjahren und Branchenwerten genügt die Berechnung zum Jahresabschluss, ergänzt um Quartalswerte, wenn die Bank sie anfragt. Für die laufende Steuerung sind Wochen-Vorschau, Forderungslaufzeit und Cash-Reichweite besser geeignet. ## Quellen und Rechtsstand - [§ 266 HGB](https://www.gesetze-im-internet.de/hgb/__266.html) — Gliederung der Bilanz: Vorräte B.I., Forderungen B.II., flüssige Mittel B.IV. - [§ 268 HGB](https://www.gesetze-im-internet.de/hgb/__268.html) — Vermerk der Restlaufzeiten von Forderungen (Abs. 4) und Verbindlichkeiten (Abs. 5) - [§ 17 InsO](https://www.gesetze-im-internet.de/inso/__17.html) — Zahlungsunfähigkeit stellt auf fällige Zahlungspflichten ab, nicht auf Bilanzrelationen ## Weiterführende Seiten - [Mindestliquidität festlegen](https://liquiditaetsplanung.io/ratgeber/mindestliquiditaet-festlegen) - [Zahlungsunfähigkeit prüfen](https://liquiditaetsplanung.io/ratgeber/zahlungsunfaehigkeit-pruefen) - [Liquiditätsplanung für das Bankgespräch](https://liquiditaetsplanung.io/ratgeber/liquiditaetsplanung-bankgespraech) - [Begriffe der Liquiditätsplanung](https://liquiditaetsplanung.io/ratgeber/liquiditaetsplanung-glossar) ## Von der Bilanzkennzahl zur Wochen-Vorschau Cash-Reichweite, Burn-Rate und Laufzeiten aus Ihren Zahlen, dazu der Bestand der nächsten Wochen — 7 Tage kostenlos testen. [7 Tage kostenlos testen](https://liquiditaetsplanung.io/register) [Zur Startseite](https://liquiditaetsplanung.io/) --- # Zahlungsunfähigkeit prüfen: Liquiditätsstatus, Drei-Wochen-Plan und die 10-%-Grenze Quelle: https://liquiditaetsplanung.io/ratgeber/zahlungsunfaehigkeit-pruefen Stand: 2026-10-15 Zahlungsunfähigkeit ist der häufigste Grund, aus dem ein Insolvenzverfahren eröffnet wird — und eine Frage, die sich mit Zahlen beantworten lässt. Diese Seite erklärt für Geschäftsführung und Finanzverantwortliche, wie die Prüfung nach § 17 InsO und der Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs aufgebaut ist, zeigt ein durchgerechnetes Beispiel und nennt die Fristen, die ab dem Eintritt laufen. Sie ersetzt keine rechtliche Beratung, die in einer solchen Lage unverzichtbar ist. ## Kurzantwort Um Zahlungsunfähigkeit zu prüfen, stellen Sie zum Stichtag die verfügbaren Mittel den fälligen und eingeforderten Verbindlichkeiten gegenüber. Bleibt eine Lücke, rechnen Sie drei Wochen weiter: Einzahlungen und neu fällig werdende Verbindlichkeiten dieser drei Wochen kommen hinzu. Ist die verbleibende Lücke nach drei Wochen kleiner als 10 % der fälligen Gesamtverbindlichkeiten, ist nach der Rechtsprechung regelmäßig noch von Zahlungsfähigkeit auszugehen, ab 10 % regelmäßig von Zahlungsunfähigkeit. Liegt Zahlungsunfähigkeit vor, muss die Geschäftsleitung einer Kapitalgesellschaft ohne schuldhaftes Zögern, spätestens nach drei Wochen, Insolvenzantrag stellen. ## Was § 17 InsO unter Zahlungsunfähigkeit versteht § 17 Abs. 2 InsO stellt darauf ab, ob der Schuldner seine fälligen Zahlungspflichten erfüllen kann. Hat er seine Zahlungen eingestellt, wird Zahlungsunfähigkeit regelmäßig vermutet. Das Gesetz kennt also zwei Wege: die rechnerische Feststellung über Mittel und Verbindlichkeiten und die Vermutung aus dem äußeren Verhalten, etwa wenn Löhne, Sozialabgaben oder Steuern über längere Zeit nicht mehr gezahlt werden. Entscheidend ist der Begriff der fälligen Zahlungspflicht. Künftige Raten oder Rechnungen mit noch laufendem Zahlungsziel gehören zum Stichtag nicht dazu. Nach der Rechtsprechung zählen Forderungen, deren Gläubiger erkennbar Zahlung verlangt; dafür genügt in der Regel schon die Übersendung einer Rechnung. Ist eine Forderung dagegen wirksam gestundet, ist sie nicht fällig. Ein bloßer Stichtagsvergleich reicht nicht aus, weil fast jedes Unternehmen an einzelnen Tagen mehr fällige Rechnungen als Guthaben hat. Deshalb hat der Bundesgerichtshof einen Zeitraum hinzugenommen, in dem sich eine Lücke schließen lassen muss, und eine Größenordnung, ab der sie als erheblich gilt. ## Das Prüfschema in vier Schritten Prüfung der Zahlungsunfähigkeit nach der Rechtsprechung des BGH | Schritt | Frage | Rechengröße | Folge | | --- | --- | --- | --- | | 1. Liquiditätsstatus | Decken die verfügbaren Mittel am Stichtag die fälligen Verbindlichkeiten? | Aktiva I: Bankguthaben, Kasse, freie und ungekündigte Kreditlinien. Passiva I: fällige, eingeforderte Verbindlichkeiten | Keine Lücke: keine Zahlungsunfähigkeit | | 2. Drei-Wochen-Plan | Lässt sich die Lücke innerhalb von drei Wochen schließen? | Aktiva II: sicher erwartete Einzahlungen der drei Wochen. Passiva II: in diesen drei Wochen fällig werdende und eingeforderte Verbindlichkeiten | Lücke geschlossen: Zahlungsstockung | | 3. Lückenquote | Wie groß ist die nach drei Wochen verbleibende Lücke? | Lücke ÷ (Passiva I + Passiva II) | Unter 10 %: regelmäßig zahlungsfähig. Ab 10 %: regelmäßig zahlungsunfähig | | 4. Ausnahmen | Spricht etwas gegen die Regelvermutung? | Absehbare Entwicklung der Lücke, sichere Aussicht auf vollständige Beseitigung | Begründete Abweichung im Einzelfall | ## Rechenbeispiel mit zwei Varianten Erfundene Zahlen einer Beispiel-GmbH; vereinfacht, um das Prinzip zu zeigen. Beide Varianten starten mit derselben Lücke von 70.000 € am Stichtag. Der Unterschied entsteht allein in den drei Folgewochen: In Variante B gehen 35.000 € mehr an gesicherten Kundenzahlungen ein. Das zeigt, warum die Qualität der Einzahlungsplanung über das Ergebnis entscheidet — und warum nur Einzahlungen angesetzt werden dürfen, die mit hoher Wahrscheinlichkeit tatsächlich eingehen. Liquiditätsbilanz zum Stichtag und nach drei Wochen, Beträge in Euro | Position | Variante A | Variante B | | --- | --- | --- | | Bankguthaben | 30.000 | 30.000 | | Freie, ungekündigte Kreditlinie | 20.000 | 20.000 | | Aktiva I — verfügbare Mittel | 50.000 | 50.000 | | Passiva I — fällige, eingeforderte Verbindlichkeiten | 120.000 | 120.000 | | Lücke am Stichtag | 70.000 | 70.000 | | Aktiva II — sichere Einzahlungen in drei Wochen | 90.000 | 125.000 | | Passiva II — in drei Wochen fällig werdend und eingefordert | 60.000 | 60.000 | | Mittel nach drei Wochen (Aktiva I + II) | 140.000 | 175.000 | | Verbindlichkeiten nach drei Wochen (Passiva I + II) | 180.000 | 180.000 | | Verbleibende Lücke | 40.000 | 5.000 | | Lückenquote | 22,2 % | 2,8 % | | Regelvermutung | Zahlungsunfähigkeit | Zahlungsfähigkeit, sofern die Lücke nicht absehbar wächst | ## Zahlungsstockung oder Zahlungsunfähigkeit Mit Urteil vom 24.05.2005 (IX ZR 123/04) hat der Bundesgerichtshof die Grenze gezogen. Eine bloße Zahlungsstockung liegt vor, solange der Zeitraum nicht überschritten wird, den eine kreditwürdige Person benötigt, um sich die erforderlichen Mittel zu leihen; dafür erscheinen drei Wochen erforderlich, aber auch ausreichend. Beträgt die innerhalb von drei Wochen nicht zu beseitigende Lücke weniger als 10 % der fälligen Gesamtverbindlichkeiten, ist regelmäßig von Zahlungsfähigkeit auszugehen, es sei denn, es ist bereits absehbar, dass die Lücke demnächst mehr als 10 % erreichen wird. Ab 10 % ist regelmäßig von Zahlungsunfähigkeit auszugehen, es sei denn, die Lücke wird mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit demnächst vollständig oder fast vollständig beseitigt und den Gläubigern ist ein Zuwarten zumutbar. Mit Urteil vom 19.12.2017 (II ZR 88/16) hat der Bundesgerichtshof ergänzt, dass in die Liquiditätsbilanz auch die innerhalb von drei Wochen nach dem Stichtag fällig werdenden und eingeforderten Verbindlichkeiten einzubeziehen sind — die sogenannten Passiva II. Wer nur die Einzahlungen der drei Wochen berücksichtigt, die neuen Fälligkeiten aber weglässt, rechnet sich die Lage zu gut. Mit Urteil vom 28.06.2022 (II ZR 112/21) hat der Senat zudem entschieden, dass Zahlungsunfähigkeit nicht zwingend über eine Liquiditätsbilanz, sondern auch mit anderen Mitteln dargelegt werden kann. ## Was ab Eintritt der Zahlungsunfähigkeit gilt - Antragspflicht: Die Mitglieder des Vertretungsorgans einer juristischen Person müssen nach § 15a Abs. 1 InsO ohne schuldhaftes Zögern Insolvenzantrag stellen — bei Zahlungsunfähigkeit binnen höchstens drei Wochen, bei Überschuldung binnen höchstens sechs Wochen ab Eintritt. Die Fristen sind Höchstfristen; sie dürfen nur ausgeschöpft werden, solange ernsthafte Sanierungsbemühungen laufen. - Zahlungsverbot: Nach § 15b Abs. 1 InsO dürfen die Antragspflichtigen nach Eintritt der Zahlungsunfähigkeit keine Zahlungen mehr für die Gesellschaft leisten, außer solchen, die mit der Sorgfalt eines ordentlichen und gewissenhaften Geschäftsleiters vereinbar sind. Zahlungen im ordnungsgemäßen Geschäftsgang zur Aufrechterhaltung des Betriebs gelten innerhalb der Antragsfrist nur dann als vereinbar, wenn Maßnahmen zur nachhaltigen Beseitigung der Insolvenzreife betrieben werden. - Persönliche Erstattungspflicht: Verbotene Zahlungen müssen die Antragspflichtigen nach § 15b Abs. 4 InsO der Gesellschaft erstatten. - Strafbarkeit: Bei unterlassenem, verspätetem oder fehlerhaftem Antrag droht nach § 15a Abs. 4 InsO Geldstrafe oder bis zu drei Jahre Freiheitsstrafe. - Führungslosigkeit: Hat eine GmbH keinen Geschäftsführer, sind nach § 15a Abs. 3 InsO auch die Gesellschafter antragspflichtig, sofern sie Insolvenzlage und Führungslosigkeit kennen. ## Abgrenzung zu drohender Zahlungsunfähigkeit und Überschuldung Vor all dem steht § 1 StaRUG: Die Geschäftsleiter juristischer Personen müssen fortlaufend über Entwicklungen wachen, die den Fortbestand gefährden können, bei Erkennen geeignete Gegenmaßnahmen ergreifen und die Überwachungsorgane unverzüglich unterrichten. Eine laufende Liquiditätsplanung über 13 Wochen und eine längerfristige Finanzplanung sind die Instrumente, mit denen sich diese Pflicht im Alltag erfüllen lässt — und die im Ernstfall belegen, wann welche Lage erkennbar war. Die drei Eröffnungsgründe der Insolvenzordnung | Eröffnungsgrund | Vorschrift | Prüfgröße | Antrag | | --- | --- | --- | --- | | Zahlungsunfähigkeit | § 17 InsO | Fällige Zahlungspflichten gegen verfügbare Mittel, Drei-Wochen-Zeitraum | Pflicht für juristische Personen nach § 15a InsO | | Drohende Zahlungsunfähigkeit | § 18 InsO | Voraussichtlich keine Erfüllung bestehender Pflichten bei Fälligkeit, Prognosezeitraum in aller Regel 24 Monate | Nur Recht des Schuldners, keine Pflicht | | Überschuldung | § 19 InsO | Vermögen deckt Verbindlichkeiten nicht, es sei denn, die Fortführung in den nächsten zwölf Monaten ist überwiegend wahrscheinlich | Pflicht für juristische Personen, Frist sechs Wochen | ## Praktische Hinweise für die Geschäftsleitung - Führen Sie den Liquiditätsstatus und die Drei-Wochen-Rechnung schriftlich und datiert, sobald eine Lücke am Stichtag auftritt. - Setzen Sie als Aktiva II nur Einzahlungen an, die belegbar und sicher sind — keine Hoffnung auf Neugeschäft. - Vergessen Sie Passiva II nicht: Löhne, Sozialabgaben und Steuern, die in den drei Wochen fällig werden, gehören dazu. - Ziehen Sie frühzeitig Steuerberatung und eine Rechtsanwältin oder einen Rechtsanwalt mit Schwerpunkt Insolvenz- und Sanierungsrecht hinzu. - Halten Sie Maßnahmen fest, die zur Beseitigung der Lücke ergriffen werden, mit Datum und erwarteter Wirkung. ## So geht es mit liquiditaetsplanung.io - Verfügbare Liquidität als Cash-Position zuzüglich freier Kreditlinien - Überfällige Verbindlichkeiten zählen in der ersten Woche, überfällige Forderungen werden über die ersten vier Wochen verteilt; seit mehr als 90 Tagen überfällige Forderungen bleiben draußen - Szenario „Kritisch“ mit späteren Kundenzahlungen und Forderungsausfall - CSV-Export der Vorschau für Steuerberatung und rechtliche Beratung liquiditaetsplanung.io ist ein Planungsinstrument und trifft keine rechtliche Feststellung. Es liefert aber die Zahlen, auf denen die Prüfung aufsetzt: den aktuellen Bestand über alle Konten, die freie Kreditlinie und eine Wochen-Vorschau, in der offene Verbindlichkeiten zum Fälligkeitstag und Steuertermine enthalten sind. ## Häufige Fragen ### Ab wann ist ein Unternehmen zahlungsunfähig? Nach § 17 Abs. 2 InsO, wenn es seine fälligen Zahlungspflichten nicht erfüllen kann. Nach der Rechtsprechung des BGH ist das regelmäßig der Fall, wenn eine Liquiditätslücke nicht innerhalb von drei Wochen geschlossen werden kann und mindestens 10 % der fälligen Gesamtverbindlichkeiten beträgt. Die Einstellung der Zahlungen begründet eine gesetzliche Regelvermutung. ### Was bedeutet die 10-Prozent-Regel? Sie stammt aus dem BGH-Urteil vom 24.05.2005 (IX ZR 123/04). Bleibt nach drei Wochen eine Lücke von weniger als 10 % der fälligen Gesamtverbindlichkeiten, ist regelmäßig noch von Zahlungsfähigkeit auszugehen, ab 10 % regelmäßig von Zahlungsunfähigkeit. Beide Vermutungen können im Einzelfall durch besondere Umstände widerlegt werden. ### Was sind Passiva II? Verbindlichkeiten, die innerhalb von drei Wochen nach dem Stichtag fällig werden und eingefordert sind. Nach dem BGH-Urteil vom 19.12.2017 (II ZR 88/16) müssen sie in die Liquiditätsbilanz einbezogen werden. Sie stehen den Einzahlungen derselben drei Wochen gegenüber. ### Wie lange hat eine GmbH nach Eintritt der Zahlungsunfähigkeit Zeit für den Insolvenzantrag? Unverzüglich, also ohne schuldhaftes Zögern; die äußerste Grenze liegt bei drei Wochen ab Eintritt der Zahlungsunfähigkeit (§ 15a Abs. 1 InsO). Die drei Wochen sind eine Höchstfrist und dürfen nur genutzt werden, solange aussichtsreiche Sanierungsbemühungen laufen. Bei Überschuldung beträgt die Höchstfrist sechs Wochen. ### Was ist der Unterschied zwischen drohender und eingetretener Zahlungsunfähigkeit? Drohende Zahlungsunfähigkeit nach § 18 InsO liegt vor, wenn bestehende Zahlungspflichten voraussichtlich bei Fälligkeit nicht erfüllt werden können; der Prognosezeitraum beträgt in aller Regel 24 Monate. Sie berechtigt zum Insolvenzantrag und eröffnet die Instrumente des StaRUG, verpflichtet aber nicht zum Antrag. Eingetretene Zahlungsunfähigkeit nach § 17 InsO löst dagegen die Antragspflicht aus. ### Zählen Kreditlinien zu den verfügbaren Mitteln? Freie, zugesagte und nicht gekündigte Kreditlinien werden in der Praxis zu den verfügbaren Mitteln gerechnet, weil das Unternehmen über sie sofort verfügen kann. Eine nur in Aussicht gestellte Finanzierung gehört dagegen nicht in den Stichtagsstatus, sondern allenfalls in die Planung der Folgewochen. ## Quellen und Rechtsstand - [§ 17 InsO](https://www.gesetze-im-internet.de/inso/__17.html) — Definition der Zahlungsunfähigkeit und Vermutung bei Zahlungseinstellung - [§ 15a InsO](https://www.gesetze-im-internet.de/inso/__15a.html) — Antragspflicht, Höchstfristen von drei und sechs Wochen, Strafbarkeit - [§ 15b InsO](https://www.gesetze-im-internet.de/inso/__15b.html) — Zahlungsverbot und Erstattungspflicht nach Eintritt der Insolvenzreife - [§ 18 InsO](https://www.gesetze-im-internet.de/inso/__18.html) — Drohende Zahlungsunfähigkeit, Prognosezeitraum in aller Regel 24 Monate - [§ 19 InsO](https://www.gesetze-im-internet.de/inso/__19.html) — Überschuldung mit Fortführungsprognose über zwölf Monate - [§ 1 StaRUG](https://www.gesetze-im-internet.de/starug/__1.html) — Krisenfrüherkennung und Krisenmanagement durch die Geschäftsleiter ## Weiterführende Seiten - [13-Wochen-Liquiditätsplanung](https://liquiditaetsplanung.io/ratgeber/13-wochen-liquiditaetsplanung) - [Kontokorrentlinie überwachen](https://liquiditaetsplanung.io/ratgeber/kontokorrentlinie-ueberwachen) - [Mindestliquidität festlegen](https://liquiditaetsplanung.io/ratgeber/mindestliquiditaet-festlegen) - [Liquiditätsplan erstellen](https://liquiditaetsplanung.io/ratgeber/liquiditaetsplan-erstellen) ## Engpässe sehen, bevor sie rechtlich relevant werden Cash-Position, freie Linien und die nächsten Wochen in einer Vorschau — damit die Prüfung auf belastbaren Zahlen steht. 7 Tage kostenlos testen. [7 Tage kostenlos testen](https://liquiditaetsplanung.io/register) [Zur Startseite](https://liquiditaetsplanung.io/) --- # Liquiditätsplanung für die Bank: was in den Kreditantrag gehört Quelle: https://liquiditaetsplanung.io/ratgeber/liquiditaetsplanung-bankgespraech Stand: 2026-10-15 Ob neues Darlehen, höhere Kontokorrentlinie oder Verlängerung einer bestehenden Finanzierung: Im Bankgespräch steht früher oder später die Frage, ob das Unternehmen Zins und Tilgung aus eigener Kraft leisten kann. Diese Seite beschreibt, welche Liquiditätsplanung Banken typischerweise erwarten, wie Sie sie aufbauen und wie Sie die Kapitaldienstfähigkeit selbst vorab prüfen. ## Kurzantwort Für Bankgespräch und Kreditantrag erwarten Banken in der Regel eine Liquiditätsplanung über zwölf Monate im Monatsraster, bei kurzfristigen Themen wie Linien oder Überbrückungen zusätzlich eine 13-Wochen-Planung. Die Planung sollte den beantragten Kredit mit Auszahlung, Zins und Tilgung enthalten und zeigen, dass der Bestand auch danach über einer Mindestliquidität bleibt. Ergänzt wird sie durch Jahresabschlüsse, eine aktuelle betriebswirtschaftliche Auswertung, offene Posten und eine Kapitaldienstrechnung. Entscheidend sind nachvollziehbare Annahmen und der Nachweis, dass frühere Planungen getroffen haben. ## Warum die Bank eine Liquiditätsplanung sehen will Eine Bank verdient am Kredit nur, wenn er zurückgezahlt wird. Bilanz und GuV zeigen, wie das Unternehmen im vergangenen Jahr gewirtschaftet hat; die Liquiditätsplanung zeigt, ob in den kommenden Monaten genug Geld für Zins und Tilgung übrig bleibt. Diese Kapitaldienstfähigkeit ist bei fast jeder Kreditentscheidung der zentrale Prüfpunkt. Für größere Engagements kommt eine gesetzliche Pflicht hinzu: Nach § 18 Abs. 1 KWG darf ein Kreditinstitut einen Kredit, der insgesamt 1.500.000 € oder 10 % seines Kernkapitals überschreitet, nur gewähren, wenn es sich die wirtschaftlichen Verhältnisse des Kreditnehmers offenlegen lässt, insbesondere durch Vorlage der Jahresabschlüsse. Unterhalb dieser Grenze entscheiden die internen Regeln der Bank, welche Unterlagen verlangt werden — in der Praxis ist eine Liquiditätsplanung auch bei deutlich kleineren Krediten üblich. Eine gute Planung verschiebt zudem das Gespräch. Statt Fragen zu beantworten, die die Bank aus alten Zahlen ableitet, legen Sie selbst dar, wofür das Geld gebraucht wird, wann es zurückfließt und welche Reserve bleibt. ## Das Unterlagenpaket für den Kreditantrag Typische Unterlagen und ihr Zweck — der genaue Umfang hängt von Bank und Kredithöhe ab | Unterlage | Inhalt | Zeitraum | | --- | --- | --- | | Jahresabschlüsse | Bilanz, GuV, bei Kapitalgesellschaften mit Anhang | Meist die letzten zwei bis drei Geschäftsjahre | | Betriebswirtschaftliche Auswertung | Laufendes Jahr mit Summen- und Saldenliste | Möglichst nicht älter als zwei bis drei Monate | | Liquiditätsplanung | Ein- und Auszahlungen mit beantragtem Kredit | Zwölf Monate, bei kurzfristigen Themen zusätzlich 13 Wochen | | Ergebnisplanung | Umsatz, Kosten, Ergebnis des laufenden und folgenden Jahres | Ein bis drei Jahre | | Offene-Posten-Listen | Forderungen und Verbindlichkeiten mit Fälligkeiten | Aktueller Stand | | Darlehensübersicht | Alle Kredite mit Restschuld, Zins, Rate, Laufzeit, Sicherheiten | Aktueller Stand | | Investitions- oder Verwendungsplan | Wofür der Kredit verwendet wird, Angebote | Bezogen auf das Vorhaben | | Kapitaldienstrechnung | Verfügbarer Cashflow gegen Zins und Tilgung | Laufendes und folgende Jahre | ## So bauen Sie die Planung für die Bank auf - Zwei Sichten auf einer Basis: Eine Monatsplanung über zwölf Monate für das Gesamtbild und eine Wochenplanung über 13 Wochen für die nächsten Fälligkeiten. Beide starten beim selben Kontobestand. - Den Kredit vollständig abbilden: Auszahlung in dem Monat, in dem sie erwartet wird, Zins und Tilgung laut Tilgungsplan in jedem Folgemonat, Bereitstellungszinsen, falls vereinbart. - Mit und ohne Kredit: Eine Variante ohne die beantragte Finanzierung zeigt, warum sie gebraucht wird; die Variante mit Kredit zeigt, dass sie tragfähig ist. - Die Verwendung sichtbar machen: Investitionsauszahlungen in eigener Zeile, damit erkennbar ist, dass der Kredit nicht laufende Verluste deckt. - Annahmen auf einer Seite: Umsatzentwicklung, Zahlungsziele, Preis- und Kostenentwicklung, Personalplanung — jeweils mit kurzer Begründung aus den Vorjahreszahlen. - Eine vorsichtige Variante: Kundenzahlungen zwei bis vier Wochen später, Umsatz um einen Abschlag gemindert. Hält die Planung auch dann die Mindestliquidität, ist das ein starkes Argument. ## Kapitaldienstfähigkeit selbst vorab prüfen Erfundenes, vereinfachtes Beispiel ohne Steuereffekte; Banken verwenden eigene Rechenschemata. Im Beispiel kann das Unternehmen den Kapitaldienst heute fast doppelt aus dem laufenden Geschäft decken. Mit dem neuen Darlehen sinkt die Reserve auf 21.000 € im Jahr — rechnerisch tragfähig, aber mit wenig Spielraum für ein schwächeres Jahr. Genau diese Frage wird die Bank stellen. Wer sie vorher selbst durchgerechnet hat, kann Antworten mitbringen: eine längere Laufzeit mit niedrigerer Tilgung, einen tilgungsfreien Anlauf oder einen höheren Eigenanteil. Die Jahresrechnung ersetzt nicht den Blick auf die Monate. Fallen Darlehensraten in Monate, in denen ohnehin Steuervorauszahlungen und saisonal schwache Einzahlungen zusammentreffen, kann die Jahresrechnung aufgehen und trotzdem ein Monat knapp werden. Das zeigt nur die Liquiditätsplanung. Vereinfachte Kapitaldienstrechnung vor und nach einem neuen Darlehen, Beträge in Euro pro Jahr | Position | Heute | Mit neuem Darlehen | | --- | --- | --- | | Jahresüberschuss | 80.000 | 71.000 | | zuzüglich Abschreibungen | 50.000 | 50.000 | | zuzüglich Zinsaufwand | 15.000 | 24.000 | | Für den Kapitaldienst verfügbar | 145.000 | 145.000 | | Zinsen bestehende Darlehen | 15.000 | 15.000 | | Tilgung bestehende Darlehen | 60.000 | 60.000 | | Zinsen neues Darlehen | — | 9.000 | | Tilgung neues Darlehen | — | 40.000 | | Kapitaldienst gesamt | 75.000 | 124.000 | | Überdeckung | 70.000 | 21.000 | | Deckungsgrad | 1,93 | 1,17 | ## Was die Bank an Ihrer Planung prüft ### Plausibilität Passen Umsatzwachstum, Zahlungsziele und Kostenquoten zu den Vorjahren? Ein Sprung ohne Begründung fällt sofort auf. ### Vollständigkeit Sind Steuern, Sozialabgaben, bestehende Raten und Investitionen enthalten? Fehlende Steuerzahlungen sind ein häufiger Grund für Rückfragen. ### Planungstreue Wie gut haben frühere Planungen getroffen? Wer einen Plan-Ist-Vergleich der letzten Monate mitbringt, belegt Verlässlichkeit. ### Reserve Wie weit liegt der Tiefpunkt über null und über der vereinbarten Linie? Eine Planung, die die Linie dauerhaft ausschöpft, signalisiert Finanzierungsbedarf an anderer Stelle. ## Laufende Berichtspflichten nach der Zusage Viele Kreditverträge enthalten Informationspflichten: Vorlage des Jahresabschlusses innerhalb einer Frist, unterjährige Auswertungen, bei größeren Finanzierungen auch regelmäßige Liquiditätsplanungen. Häufig kommen Finanzkennzahlen hinzu, die eingehalten werden müssen, etwa eine Mindesteigenkapitalquote oder ein Höchstverschuldungsgrad. Lesen Sie diese Klauseln vor der Unterschrift genau, denn ihre Verletzung kann Kündigungsrechte der Bank auslösen. Eine laufend gepflegte Liquiditätsplanung macht diese Pflichten leichter: Die geforderte Planung liegt jederzeit vor, und eine drohende Verletzung einer Kennzahl zeichnet sich ab, bevor sie eintritt. Das Gespräch mit der Bank vor einem Problem verläuft erfahrungsgemäß anders als eines danach. ## So geht es mit liquiditaetsplanung.io - Darlehen mit Restschuld, Zinssatz, Zinsbindung, Tilgungsart und Zahlungsrhythmus - Tilgungsplan je Darlehen mit Zins- und Tilgungsanteil je Termin, als CSV exportierbar - Cashflow-Analyse über 6, 12 oder 24 Monate mit Bestand am Monatsende - Vorschau und Tilgungsplan als CSV für das Bankpaket, 25 € pro Monat je Arbeitsbereich zuzüglich finAPI-Verbindungen liquiditaetsplanung.io liefert die Bausteine, die eine Bank sehen will, aus laufend gepflegten Daten: die Cash-Position über alle Konten, eine Wochen-Vorschau mit Tiefpunkt, die Darlehensübersicht mit berechneten Tilgungsplänen und die Cashflow-Analyse der vergangenen Monate. ## Häufige Fragen ### Welchen Zeitraum soll die Liquiditätsplanung für die Bank abdecken? Üblich sind zwölf Monate im Monatsraster, oft ergänzt um eine 13-Wochen-Planung für die nächsten Fälligkeiten. Bei Investitionskrediten fragen Banken zusätzlich nach einer Ergebnisplanung über mehrere Jahre. Klären Sie den gewünschten Zeitraum vorab mit Ihrer Bank. ### Was ist Kapitaldienstfähigkeit? Die Fähigkeit, Zins und Tilgung aller Kredite aus dem laufenden Geschäft zu bezahlen. Vereinfacht wird der verfügbare Cashflow — etwa Jahresüberschuss plus Abschreibungen plus Zinsaufwand — dem jährlichen Kapitaldienst gegenübergestellt. Liegt das Verhältnis deutlich über 1, ist der Kredit aus eigener Kraft tragbar. ### Ab welcher Kredithöhe muss ich der Bank meine Jahresabschlüsse vorlegen? § 18 Abs. 1 KWG verpflichtet die Bank bei Krediten, die insgesamt 1.500.000 € oder 10 % ihres Kernkapitals überschreiten, sich die wirtschaftlichen Verhältnisse offenlegen zu lassen, insbesondere durch die Jahresabschlüsse. Unterhalb dieser Grenze verlangen Banken die Unterlagen in der Regel nach eigenen Vorgaben. ### Soll der beantragte Kredit schon in der Liquiditätsplanung stehen? Ja, mit Auszahlung, Zinsen und Tilgung zu den erwarteten Terminen. Sinnvoll ist zusätzlich eine Variante ohne den Kredit, die zeigt, wofür er gebraucht wird. So erkennt die Bank sowohl den Bedarf als auch die Tragfähigkeit. ### Wie mache ich meine Liquiditätsplanung für die Bank glaubwürdig? Mit Annahmen, die sich aus den Vorjahreszahlen begründen lassen, einer vorsichtigen Variante und einem Plan-Ist-Vergleich der vergangenen Monate. Vollständigkeit bei Steuern, Abgaben und bestehenden Raten ist wichtiger als eine optimistische Umsatzkurve. ### Muss ich die Bank informieren, wenn die Planung eine Lücke zeigt? Ob eine vertragliche Pflicht besteht, regelt Ihr Kreditvertrag. Unabhängig davon ist ein frühes Gespräch fast immer sinnvoller als ein spätes, weil dann noch Spielraum für Lösungen wie eine befristete Linienerhöhung oder eine Tilgungsaussetzung besteht. ## Quellen und Rechtsstand - [§ 18 KWG](https://www.gesetze-im-internet.de/kredwg/__18.html) — Offenlegung der wirtschaftlichen Verhältnisse ab 1.500.000 € oder 10 % des Kernkapitals - [§ 488 BGB](https://www.gesetze-im-internet.de/bgb/__488.html) — Pflichten aus dem Darlehensvertrag, Zins und Rückzahlung - [§ 490 BGB](https://www.gesetze-im-internet.de/bgb/__490.html) — Außerordentliche Kündigung bei wesentlicher Verschlechterung der Vermögensverhältnisse ## Weiterführende Seiten - [Tilgungsplan erstellen](https://liquiditaetsplanung.io/ratgeber/tilgungsplan-erstellen) - [13-Wochen-Liquiditätsplanung](https://liquiditaetsplanung.io/ratgeber/13-wochen-liquiditaetsplanung) - [Kontokorrentlinie überwachen](https://liquiditaetsplanung.io/ratgeber/kontokorrentlinie-ueberwachen) - [Liquiditätsgrade berechnen](https://liquiditaetsplanung.io/ratgeber/liquiditaetsgrade-berechnen) ## Das Bankpaket aus laufend gepflegten Zahlen Cash-Position, Wochen-Vorschau, Darlehensübersicht und Tilgungspläne an einer Stelle, exportierbar als CSV — 7 Tage kostenlos testen. [7 Tage kostenlos testen](https://liquiditaetsplanung.io/register) [Zur Startseite](https://liquiditaetsplanung.io/) --- # Rollierende Liquiditätsplanung: der Wochenrhythmus, der die Vorschau aktuell hält Quelle: https://liquiditaetsplanung.io/ratgeber/rollierende-liquiditaetsplanung Stand: 2026-10-15 Eine Liquiditätsplanung ist am Tag ihrer Erstellung am genauesten und verliert danach jede Woche an Aussagekraft — es sei denn, sie wird fortgeschrieben. Diese Seite beschreibt, wie eine rollierende Liquiditätsplanung organisiert wird: der feste Ablauf jede Woche, der Plan-Ist-Abgleich, die Deutung von Abweichungen und eine einfache Messung, wie gut Ihre Prognosen tatsächlich treffen. ## Kurzantwort Bei einer rollierenden Liquiditätsplanung bleibt der Planungshorizont immer gleich lang: Ist eine Woche vorbei, wird sie durch die tatsächlichen Zahlen ersetzt und am Ende eine neue Woche angehängt. Bei 13 Wochen blicken Sie so jederzeit ein Quartal voraus. Kern des Verfahrens ist der wöchentliche Plan-Ist-Abgleich: Abweichungen werden begründet, als Zeitverschiebung oder echter Ausfall eingeordnet und in die Planung der Folgewochen übernommen. Über einige Wochen zeigt der Abgleich, ob Ihre Planung systematisch zu optimistisch oder zu vorsichtig ist. ## Rollierend statt statisch Eine statische Planung wird einmal aufgestellt, etwa zum Jahresbeginn, und reicht bis zu einem festen Enddatum. Je näher dieses Datum rückt, desto kürzer wird der Blick nach vorn; im November plant ein Unternehmen mit statischer Jahresplanung nur noch wenige Wochen voraus. Zudem bleiben die ursprünglichen Annahmen stehen, auch wenn sie längst überholt sind. Die rollierende Planung löst beide Probleme. Der Horizont wandert mit, sodass immer gleich weit vorausgeschaut wird, und jede Fortschreibung bezieht die neuesten Informationen ein: tatsächlich eingegangene Zahlungen, neue Rechnungen, verschobene Aufträge. Der Preis dafür ist Disziplin. Eine rollierende Planung funktioniert nur, wenn sie zu einem festen Termin fortgeschrieben wird — auch in Wochen, in denen es ruhig scheint. ## Der Wochenablauf in fünf Schritten Ablauf der wöchentlichen Fortschreibung, etwa jeden Montagvormittag | Schritt | Was passiert | Ergebnis | | --- | --- | --- | | 1. Ist übernehmen | Kontostände aller Konten zum Wochenende feststellen, Zahlungen der Vorwoche zuordnen | Tatsächlicher Endbestand der Vorwoche | | 2. Abgleichen | Ist je Position mit dem Plan der Vorwoche vergleichen | Abweichung je Position in Euro | | 3. Begründen | Jede wesentliche Abweichung einer Ursache zuordnen: verschoben, ausgefallen, falsch geplant | Kurze Notiz je Abweichung | | 4. Fortschreiben | Verschobene Zahlungen in die neue Woche legen, neue Rechnungen und Aufträge ergänzen, neue Woche 13 anhängen | Aktualisierte Vorschau mit vollem Horizont | | 5. Entscheiden | Tiefpunkt und Abstand zur Mindestliquidität prüfen, Maßnahmen festlegen und Verantwortliche benennen | Maßnahmenliste mit Termin | ## Plan-Ist-Abgleich an einem Beispiel Erfundene Zahlen einer Woche; Plan-Endbestand 50.000 €, Anfangsbestand 55.000 €. Von den 10.500 € Abweichung sind 8.000 € reine Zeitverschiebungen: 9.000 € Kundenzahlung kommen später, 1.000 € Wartung wird später fällig. Nur 2.500 € sind ein echter Mehrabfluss. Für die Fortschreibung heißt das: Die 9.000 € werden in die übernächste Woche gelegt, die 1.000 € in die Woche, in der die Rechnung erwartet wird. Die Vorschau zeigt danach, ob die Verschiebung eine kritische Woche verschärft. Abgleich einer abgelaufenen Woche, Beträge in Euro | Position | Plan | Ist | Wirkung auf den Bestand | Ursache und Folge | | --- | --- | --- | --- | --- | | Kundenzahlungen | 40.000 | 31.000 | −9.000 | Großkunde zahlt zehn Tage später — Betrag in die übernächste Woche verschoben | | Lieferanten und Material | 15.000 | 17.500 | −2.500 | Eilbestellung wegen Lieferengpass — echter Mehrabfluss | | Personal | 24.000 | 24.000 | 0 | — | | Sonstige Auszahlungen | 6.000 | 5.000 | +1.000 | Wartungsrechnung noch nicht eingegangen — Zeitverschiebung | | Summe | — | — | −10.500 | Ist-Endbestand 39.500 statt 50.000 | ## Abweichungen richtig einordnen ### Zeitverschiebung Die Zahlung kommt, nur später oder früher als geplant. Sie wird in die richtige Woche verschoben und verändert den Gesamtsaldo des Horizonts nicht, wohl aber den Verlauf und möglicherweise den Tiefpunkt. ### Echter Ausfall oder Mehrbetrag Eine Forderung fällt aus, ein Kunde kürzt, eine Rechnung ist höher als erwartet. Diese Abweichung verändert den Saldo dauerhaft und muss nicht verschoben, sondern abgeschrieben oder ergänzt werden. ### Planungsfehler Eine Zahlung war gar nicht geplant oder doppelt erfasst. Hier gehört die Korrektur in die Planungsgrundlage, damit der Fehler in den Folgewochen nicht wiederkehrt. ### Wiederkehrendes Muster Zahlt ein Kunde regelmäßig zehn Tage nach Ziel, ist das keine Abweichung mehr, sondern eine Planungsannahme. Hinterlegen Sie seinen tatsächlichen Zahlungstag statt des Zahlungsziels. ## Die Prognosegüte messen Nach einigen Wochen Fortschreibung lässt sich messen, wie gut die Planung trifft. Eine einfache Größe ist die Eintreffquote der Einzahlungen: Summe der tatsächlich eingegangenen Einzahlungen geteilt durch die für dieselben Wochen geplanten. Wurden in acht Wochen 320.000 € Einzahlungen geplant und 288.000 € tatsächlich vereinnahmt, liegt die Quote bei 90 %. Wichtiger als ein einzelner Wert ist die Richtung. Liegt die Quote Woche für Woche unter 100 %, plant das Unternehmen systematisch zu optimistisch; dann gehört ein Abschlag auf geschätzte Einzahlungen fest in die Planung. Schwankt sie um 100 %, sind die Annahmen im Mittel richtig, und die Schwankung selbst zeigt, wie groß die Reserve über der Mindestliquidität sein sollte. Dieselbe Rechnung lohnt sich für Auszahlungen, vor allem für Material und sonstige Kosten. Werden dort regelmäßig mehr Mittel abgerufen als geplant, fehlen in der Planung meist wiederkehrende Kleinbeträge oder es wird ohne Bestellübersicht geplant. ## Gestaffelte Genauigkeit über den Horizont - Nächste zwei Wochen: möglichst tagesgenau, mit konkreten Rechnungen und festen Terminen — hier entscheidet sich, ob eine Überweisung heute oder Freitag ausgeführt wird. - Woche 3 bis 13: wochengenau aus offenen Posten, Verträgen, Steuerterminen und geschätzten Neuumsätzen. - Monat 4 bis 12: monatsgenau, überwiegend aus Ergebnisplanung und Erfahrungswerten abgeleitet. - Bei jeder Fortschreibung rückt eine Periode in die genauere Stufe vor und wird dort mit konkreten Posten unterlegt. ## So geht es mit liquiditaetsplanung.io - Startbestand aus der aktuellen Cash-Position; überfällige Verbindlichkeiten in Woche 1, überfällige Forderungen über die ersten vier Wochen verteilt - Wiederkehrende Planposten laufen automatisch über den Horizont und lassen sich je Posten pausieren - Cashflow-Analyse der tatsächlichen Zu- und Abflüsse je Monat als Ist-Basis - Nach 7 kostenlosen Testtagen 25 € pro Monat und Arbeitsbereich; Qonto, Ponto und Kontoauszüge ohne Aufpreis In liquiditaetsplanung.io entfällt der aufwendigste Teil der Fortschreibung: Die Vorschau beginnt immer bei der aktuellen Cash-Position, neue Bankumsätze und offene Posten fließen mit jedem Abruf ein, und der Horizont von 8, 13 oder 26 Wochen wandert von selbst mit. Was bleibt, sind die Schritte, die Urteilsvermögen brauchen: Abweichungen deuten und entscheiden. ## Häufige Fragen ### Was ist eine rollierende Liquiditätsplanung? Eine Planung mit gleichbleibendem Horizont, die regelmäßig fortgeschrieben wird. Nach jeder abgelaufenen Periode ersetzen Ist-Werte die Planzahlen, und am Ende wird eine neue Periode angehängt. So reicht der Blick nach vorn immer gleich weit. ### Wie oft sollte eine rollierende Liquiditätsplanung aktualisiert werden? Im Wochenraster einmal pro Woche zu einem festen Termin. In angespannten Phasen kommt eine tägliche Sicht auf die nächsten Tage hinzu. Eine monatliche Fortschreibung genügt nur für die langfristige Monatsplanung. ### Was ist der Unterschied zwischen rollierender Planung und Forecast? Forecast bezeichnet allgemein eine aktualisierte Prognose, häufig für das laufende Geschäftsjahr bis zu dessen Ende. Rollierend beschreibt das Verfahren, den Horizont mit jeder Aktualisierung weiterzuschieben. Ein rollierender Forecast verbindet beides. ### Wie gehe ich mit Kunden um, die regelmäßig zu spät zahlen? Planen Sie ihre Zahlungen zum erfahrungsgemäßen Zahlungstag statt zum vereinbarten Ziel. Wiederholt sich die Verspätung, ist das eine Planungsannahme und keine Abweichung mehr. Parallel lohnt ein konsequentes Mahnwesen, damit sich das Muster nicht verfestigt. ### Wer sollte die rollierende Planung verantworten? Eine benannte Person, in kleinen Unternehmen oft die Geschäftsführung selbst oder die Buchhaltung. Wichtig ist, dass Vertrieb und Einkauf ihre Erwartungen liefern und dass die Ergebnisse jede Woche von der Person gelesen werden, die über Maßnahmen entscheidet. ### Woran erkenne ich, ob meine Planung zu optimistisch ist? Am Plan-Ist-Vergleich über mehrere Wochen. Liegen die tatsächlichen Einzahlungen regelmäßig unter den geplanten, ist die Planung systematisch zu optimistisch. Ein fester Abschlag auf geschätzte Einzahlungen korrigiert das. ## Quellen und Rechtsstand - [§ 1 StaRUG](https://www.gesetze-im-internet.de/starug/__1.html) — Fortlaufende Überwachung bestandsgefährdender Entwicklungen - [§ 17 InsO](https://www.gesetze-im-internet.de/inso/__17.html) — Zahlungsfähigkeit bemisst sich an fälligen Zahlungspflichten - [§ 18 InsO](https://www.gesetze-im-internet.de/inso/__18.html) — Prognosezeitraum für drohende Zahlungsunfähigkeit ## Weiterführende Seiten - [13-Wochen-Liquiditätsplanung](https://liquiditaetsplanung.io/ratgeber/13-wochen-liquiditaetsplanung) - [Liquiditätsplan erstellen](https://liquiditaetsplanung.io/ratgeber/liquiditaetsplan-erstellen) - [Mindestliquidität festlegen](https://liquiditaetsplanung.io/ratgeber/mindestliquiditaet-festlegen) - [Software für die Liquiditätsplanung](https://liquiditaetsplanung.io/ratgeber/software-liquiditaetsplanung) ## Die Fortschreibung, die von selbst mitläuft Cash-Position, offene Posten und Planposten tagesaktuell in der Vorschau — Sie entscheiden, die Rechnung läuft. 7 Tage kostenlos testen. [7 Tage kostenlos testen](https://liquiditaetsplanung.io/register) [Zur Startseite](https://liquiditaetsplanung.io/) --- # Mindestliquidität und Liquiditätsreserve: wie viel Puffer ein Unternehmen braucht Quelle: https://liquiditaetsplanung.io/ratgeber/mindestliquiditaet-festlegen Stand: 2026-10-15 Eine Liquiditätsplanung braucht eine Linie, unter die der Bestand nicht fallen soll. Ohne sie misst man gegen null — und bemerkt Engpässe erst, wenn keine Zeit mehr zum Handeln bleibt. Diese Seite zeigt drei nachvollziehbare Rechenwege, um die Mindestliquidität eines kleinen oder mittleren Unternehmens festzulegen, und wie Sie mit der Kreditlinie und saisonalen Schwankungen umgehen. ## Kurzantwort Die Mindestliquidität ist der Bestand an Bankguthaben, den ein Unternehmen zu keinem Zeitpunkt unterschreiten will. Sie lässt sich auf drei Wegen festlegen: als Reichweite der fixen Auszahlungen, etwa ein bis zwei Monate; als größte Netto-Zahlungsspitze einer Woche; oder als Puffer für Prognosefehler über die eigene Reaktionszeit. Bewährt hat sich, die Zahlungsspitze und den Prognosepuffer zu addieren und das Ergebnis mit der Fixkostenreichweite zu plausibilisieren. Eine freie Kreditlinie wird getrennt geführt und nicht in die Mindestliquidität eingerechnet. ## Wozu eine Mindestliquidität dient Die Mindestliquidität schützt vor drei Dingen. Erstens vor Zahlungsspitzen: Gehälter, Sozialversicherungsbeiträge und Umsatzsteuer fallen in wenige Tage des Monats, und an genau diesen Tagen muss Geld da sein, unabhängig davon, wann Kunden zahlen. Zweitens vor Prognosefehlern: Jede Planung liegt daneben, und die Reserve muss die übliche Abweichung auffangen. Drittens verschafft sie Reaktionszeit — die Wochen, die vergehen, bis eine Maßnahme wie eine Linienerhöhung, ein Inkasso oder eine Kostenreduzierung wirkt. Eine zu hohe Schwelle kostet ebenfalls: Geld, das dauerhaft auf dem Konto liegt, fehlt für Investitionen oder Tilgung, und wer sich eine sehr hohe Schwelle setzt, wird von ständigen Warnungen abgestumpft. Ziel ist deshalb kein möglichst großer, sondern ein begründeter Puffer. ## Rechenweg 1: Reichweite der fixen Auszahlungen Erfundenes Beispiel eines Unternehmens mit zwölf Beschäftigten. Der Gedanke dahinter: Wenn alle Einzahlungen für eine bestimmte Zeit ausblieben, könnte das Unternehmen seine festen Verpflichtungen trotzdem erfüllen. In Ratgebern wird häufig ein Puffer von ein bis drei Monaten fixer Auszahlungen genannt. Der Rechenweg ist einfach und gut zu erklären, berücksichtigt aber weder, wie zuverlässig Kunden zahlen, noch wie stark die Zahlungen innerhalb des Monats schwanken. Monatliche fixe Auszahlungen und daraus abgeleitete Reserve | Position | Betrag je Monat | | --- | --- | | Personal inklusive Arbeitgeberanteile und Lohnsteuer | 48.000 € | | Miete und Nebenkosten | 6.000 € | | Versicherungen und Leasing | 3.000 € | | Darlehensraten | 4.000 € | | Software und Kommunikation | 1.500 € | | Summe fixe Auszahlungen | 62.500 € | | Reserve bei einem Monat Reichweite | 62.500 € | | Reserve bei anderthalb Monaten Reichweite | 93.750 € | ## Rechenweg 2: die größte Zahlungsspitze Hier suchen Sie in den Kontobewegungen der letzten zwölf Monate die Woche mit dem größten Netto-Abfluss — typischerweise die Woche, in der Gehälter, Sozialversicherung und Umsatzsteuer zusammenfallen, oder die Woche mit einer Steuervorauszahlung. Im Beispiel flossen in der stärksten Woche 74.000 € ab, während sicher 30.000 € an Einzahlungen eingingen. Die Netto-Spitze beträgt damit 44.000 €. Diese Spitze muss der Bestand zu Wochenbeginn mindestens tragen können, sonst platzen in der kritischen Woche Lastschriften. Der Rechenweg ist genauer als die Fixkostenreichweite, weil er auf tatsächlichen Zahlungsmustern beruht. Er setzt aber voraus, dass die vergangenen zwölf Monate repräsentativ sind — nach starkem Wachstum oder einer neuen Finanzierung ist das nicht mehr der Fall. ## Rechenweg 3: Puffer für Prognosefehler Wer seine Liquiditätsplanung rollierend fortschreibt, kennt die übliche Abweichung zwischen Plan und Ist. Angenommen, der Endbestand weicht im Mittel der letzten 13 Wochen um 9.000 € je Woche vom Plan ab. Wenn das Unternehmen erfahrungsgemäß zwei Wochen braucht, um auf eine unerwartete Lücke zu reagieren, sollte der Puffer zwei solcher Abweichungen auffangen: 18.000 €. Dieser Rechenweg verbindet die Mindestliquidität mit der Qualität der eigenen Planung. Je besser die Planung trifft, desto kleiner darf der Puffer sein. Er funktioniert erst, wenn einige Wochen Plan-Ist-Daten vorliegen, und ergänzt deshalb die beiden anderen Wege, statt sie zu ersetzen. ## Die Rechenwege zusammenführen Im Beispiel landen die Summe aus Spitze und Prognosepuffer und die Fixkostenreichweite von einem Monat in derselben Größenordnung. Eine Mindestliquidität von rund 62.000 € ist damit gut begründet. Liegen die Ergebnisse weit auseinander, lohnt die Frage nach dem Grund: Eine sehr hohe Spitze im Verhältnis zu den Fixkosten deutet auf eine ungünstige Bündelung von Zahlungsterminen hin, ein großer Prognosepuffer auf eine Planung, die verbessert werden sollte. Ergebnisse der drei Rechenwege im Beispiel | Ansatz | Rechnung | Ergebnis | | --- | --- | --- | | Fixkostenreichweite, ein Monat | 62.500 € × 1 | 62.500 € | | Zahlungsspitze | 74.000 € − 30.000 € | 44.000 € | | Prognosepuffer | 9.000 € × 2 Wochen | 18.000 € | | Spitze plus Prognosepuffer | 44.000 € + 18.000 € | 62.000 € | ## Kreditlinie, Saison und Überprüfung - Kreditlinie getrennt führen: Eine freie Kontokorrentlinie ist eine zweite Verteidigungslinie, aber kein eigenes Geld. Sie kann gekündigt oder gekürzt werden, gerade dann, wenn es knapp wird. Führen Sie deshalb zwei Größen: die Mindestliquidität aus eigenen Mitteln und die verfügbare Liquidität einschließlich freier Linie. - Saisonale Schwellen: Unternehmen mit starkem Saisongeschäft brauchen vor der Saison eine höhere Reserve, weil Vorräte und Personal vorfinanziert werden. Eine Schwelle je Quartal ist dann ehrlicher als ein Jahreswert. - Jährliche Überprüfung: Wächst das Unternehmen, wachsen Fixkosten und Spitzen mit. Prüfen Sie die Schwelle mindestens einmal jährlich und nach jeder größeren Veränderung wie Neueinstellungen, Standortwechsel oder neuer Finanzierung. - Je Gesellschaft festlegen: In einer Gruppe hat jede Gesellschaft ihre eigenen Zahlungspflichten. Eine Schwelle für die Gruppe verdeckt, dass eine einzelne Gesellschaft knapp werden kann. ## Wenn die Vorschau die Schwelle unterschreitet - Forderungen gezielt einziehen: große offene Posten anrufen, Mahnläufe vorziehen, bei Neuaufträgen Anzahlungen vereinbaren. - Auszahlungen ordnen: Lieferantenzahlungen innerhalb der Zahlungsziele terminieren, Skonto nur nehmen, wo die Liquidität es erlaubt, Investitionen verschieben. - Steuern prüfen lassen: Bei einem schwächeren Jahr kann die Herabsetzung von Vorauszahlungen in Betracht kommen; das klären Sie mit Ihrer Steuerberatung. - Finanzierung rechtzeitig ansprechen: Eine befristete Linienerhöhung lässt sich Wochen vor dem Engpass deutlich leichter verhandeln als am Tag davor. - Ursache klären: Zeigt die Vorschau nicht nur eine Spitze, sondern einen anhaltenden Abwärtstrend, reichen Terminmaßnahmen nicht aus. ## So geht es mit liquiditaetsplanung.io - Mindestbestand je Gesellschaft als eigene Warnschwelle - Warnung in Übersicht und Vorschau mit Tiefpunkt und Kalenderwoche - Optionale E-Mail an die Administratoren, täglich geprüft, höchstens eine E-Mail pro Woche - Verfügbare Liquidität einschließlich freier Kreditlinien getrennt von der Cash-Position In liquiditaetsplanung.io hinterlegen Sie die Mindestliquidität als Mindestbestand je Gesellschaft. Die Vorschau misst jede Woche dagegen und zeigt bei Unterschreitung den Tiefpunkt mit Kalenderwoche; ohne hinterlegte Schwelle warnt sie erst unter null. ## Häufige Fragen ### Wie hoch sollte die Mindestliquidität sein? Das hängt von Fixkosten, Zahlungsspitzen und der Treffsicherheit der Planung ab. Ein begründeter Wert ergibt sich etwa aus der größten wöchentlichen Netto-Zahlungsspitze plus einem Puffer für Prognosefehler. Als Plausibilitätsprüfung dient die Reichweite der fixen Auszahlungen, häufig ein bis zwei Monate. ### Was ist der Unterschied zwischen Mindestliquidität und Liquiditätsreserve? Die Begriffe werden oft gleich verwendet. Mindestliquidität betont die Schwelle, die nicht unterschritten werden soll; Liquiditätsreserve betont den Betrag, der für Unvorhergesehenes vorgehalten wird. In der Planung sind beide dieselbe Linie. ### Zählt die Kreditlinie zur Mindestliquidität? Besser nicht. Eine freie Linie ist eine Reserve der zweiten Stufe, die die Bank kürzen oder kündigen kann. Führen Sie die Mindestliquidität aus eigenen Mitteln und die verfügbare Liquidität einschließlich Linie als getrennte Größen. ### Gibt es eine gesetzlich vorgeschriebene Mindestliquidität für Unternehmen? Für gewöhnliche Handels-, Dienstleistungs- und Produktionsunternehmen schreibt das Gesetz keinen festen Betrag vor; gesonderte Liquiditätsvorschriften gelten etwa für Banken und Versicherer. Für Kapitalgesellschaften verlangt § 1 StaRUG aber, bestandsgefährdende Entwicklungen fortlaufend zu überwachen; eine festgelegte Schwelle in der Liquiditätsplanung ist dafür ein naheliegendes Mittel. ### Wie oft sollte ich die Mindestliquidität anpassen? Mindestens einmal jährlich und nach größeren Veränderungen wie Neueinstellungen, neuen Mietverträgen oder neuen Darlehen. Bei ausgeprägtem Saisongeschäft lohnt eine Schwelle je Quartal. ### Was tun, wenn die Vorschau unter die Mindestliquidität fällt? Zuerst prüfen, ob es eine einzelne Spitze oder ein Trend ist. Gegen Spitzen helfen Forderungseinzug, verschobene Zahlungen innerhalb der Ziele und kurzfristige Linien. Gegen einen Trend helfen nur Maßnahmen an Preisen, Kosten oder Finanzierung, die früh mit Bank und Steuerberatung besprochen werden sollten. ## Quellen und Rechtsstand - [§ 1 StaRUG](https://www.gesetze-im-internet.de/starug/__1.html) — Krisenfrüherkennung als Pflicht der Geschäftsleiter - [§ 23 SGB IV](https://www.gesetze-im-internet.de/sgb_4/__23.html) — Fälligkeit der Sozialversicherungsbeiträge als typische Zahlungsspitze - [§ 18 UStG](https://www.gesetze-im-internet.de/ustg_1980/__18.html) — Fälligkeit der Umsatzsteuer-Vorauszahlung - [§ 490 BGB](https://www.gesetze-im-internet.de/bgb/__490.html) — Außerordentliche Kündigungsrechte bei Verschlechterung der Vermögensverhältnisse ## Weiterführende Seiten - [Kontokorrentlinie überwachen](https://liquiditaetsplanung.io/ratgeber/kontokorrentlinie-ueberwachen) - [Rollierende Liquiditätsplanung](https://liquiditaetsplanung.io/ratgeber/rollierende-liquiditaetsplanung) - [Liquiditätsplan erstellen](https://liquiditaetsplanung.io/ratgeber/liquiditaetsplan-erstellen) - [Liquiditätsgrade berechnen](https://liquiditaetsplanung.io/ratgeber/liquiditaetsgrade-berechnen) ## Die Schwelle setzen, die Vorschau wacht Mindestbestand je Gesellschaft hinterlegen und Unterschreitungen Wochen vorher sehen — 7 Tage kostenlos testen, danach 25 € pro Monat je Arbeitsbereich. [7 Tage kostenlos testen](https://liquiditaetsplanung.io/register) [Zur Startseite](https://liquiditaetsplanung.io/) --- # Kontokorrentlinie und Kreditlinien überwachen: verfügbare Liquidität richtig rechnen Quelle: https://liquiditaetsplanung.io/ratgeber/kontokorrentlinie-ueberwachen Stand: 2026-10-15 Die Kontokorrentlinie ist für viele kleine und mittlere Unternehmen die wichtigste kurzfristige Finanzierung — und zugleich die am wenigsten beobachtete. Diese Seite zeigt, wie Sie Kreditlinien in die Liquiditätsplanung einbeziehen, welche Kennzahlen eine Überwachung braucht, was die Inanspruchnahme kostet und welche Risiken eine dauerhaft ausgeschöpfte Linie birgt. ## Kurzantwort Eine Kontokorrentlinie überwachen Sie mit drei Größen: der aktuellen Inanspruchnahme, der freien Linie und der Auslastung im Zeitverlauf. Die verfügbare Liquidität ergibt sich aus den Guthaben aller Konten plus dem nicht ausgeschöpften Teil der Linien. Wichtig ist der Bodensatz — der Teil der Linie, der über Monate nie zurückgeführt wird: Er ist faktisch eine langfristige Finanzierung zu kurzfristigen Konditionen. Weil Linien gekündigt oder gekürzt werden können, gehören sie in der Planung in eine eigene Zeile und nicht in den Bestand. ## Wie eine Kontokorrentlinie funktioniert Bei einem Kontokorrentkredit räumt die Bank auf dem laufenden Geschäftskonto einen Kreditrahmen ein, bis zu dem das Konto ins Soll gehen darf. Zinsen fallen nur auf den tatsächlich in Anspruch genommenen Betrag an, und jede Einzahlung führt die Inanspruchnahme automatisch zurück. Das macht die Linie zum idealen Puffer für schwankende Zahlungseingänge: Sie überbrückt die Zeit zwischen Lieferantenzahlung und Kundenzahlung, ohne dass für jede Lücke ein Kredit beantragt werden muss. Wird der vereinbarte Rahmen überschritten, berechnen Banken in der Regel einen höheren Zins für den überzogenen Betrag, und Lastschriften oder Überweisungen können zurückgegeben werden. Die genauen Konditionen — Sollzins, Zins für Überziehungen, gegebenenfalls eine Bereitstellungsprovision, Laufzeit und Kündigungsregeln — stehen im Kreditvertrag und den Geschäftsbedingungen der Bank. Diese Unterlagen sollten Sie kennen, bevor die Linie gebraucht wird. ## Verfügbare Liquidität richtig rechnen Erfundenes Beispiel mit drei Konten bei zwei Banken. Beide Zahlen sind richtig, aber sie beantworten unterschiedliche Fragen. Die Cash-Position von 30.000 € zeigt, wie viel eigenes Geld das Unternehmen netto hat. Die verfügbare Liquidität von 110.000 € zeigt, was es heute maximal bezahlen könnte. Wer nur die zweite Zahl betrachtet, übersieht, dass 80.000 € davon geliehen und kündbar sind. Wer nur die erste betrachtet, unterschätzt den Spielraum. In der Planung gehören deshalb beide nebeneinander. Cash-Position und verfügbare Liquidität im Vergleich | Konto | Saldo | Vereinbarte Linie | Freie Linie | | --- | --- | --- | --- | | Hausbank, Kontokorrent | −20.000 € | 100.000 € | 80.000 € | | Zweitbank, Geschäftskonto | 35.000 € | — | — | | Tagesgeld | 15.000 € | — | — | | Summe | 30.000 € | 100.000 € | 80.000 € | | Cash-Position (Summe der Salden) | 30.000 € | — | — | | Verfügbare Liquidität (Salden plus freie Linie) | 110.000 € | — | — | ## Kennzahlen für die Überwachung Beispielwerte für eine Linie von 100.000 € über ein Quartal. Die Zinsberechnungsmethode, also ob mit 360 oder 365 Tagen gerechnet wird, regelt Ihr Vertrag; das Beispiel nutzt 360 Tage und einen angenommenen Zinssatz von 9 %. Entscheidend ist das Muster: Eine Linie, die im Schnitt zu 70 % genutzt wird, an keinem Tag ins Haben dreht und zeitweise fast voll ausgeschöpft ist, dient nicht mehr als Puffer. Kennzahlen einer Kontokorrentlinie | Kennzahl | Berechnung | Beispiel | Aussage | | --- | --- | --- | --- | | Durchschnittliche Auslastung | Mittlere Inanspruchnahme ÷ Linie | 70.000 € ÷ 100.000 € = 70 % | Wie stark die Linie im Schnitt genutzt wird | | Spitzenauslastung | Höchste Inanspruchnahme ÷ Linie | 96.000 € ÷ 100.000 € = 96 % | Wie nah das Unternehmen an der Grenze war | | Bodensatz | Niedrigste Inanspruchnahme im Zeitraum | 55.000 € | Teil der Linie, der nie zurückgeführt wurde | | Tage im Soll | Anzahl Tage mit negativem Saldo | 90 von 90 | Ob die Linie Puffer oder Dauerfinanzierung ist | | Zinskosten | Mittlere Inanspruchnahme × Zinssatz × Tage ÷ 360 | 70.000 € × 9 % × 90 ÷ 360 = 1.575 € | Was die Linie tatsächlich kostet | ## Der Bodensatz als Warnsignal Ein Bodensatz bedeutet, dass ein Teil der Linie dauerhaft gebraucht wird — meist, weil Vorräte, Forderungen oder Investitionen mit kurzfristigem Geld finanziert sind. Das ist aus zwei Gründen ungünstig. Kontokorrentzinsen liegen typischerweise über den Zinsen eines Darlehens mit fester Laufzeit, und der Puffer, für den die Linie gedacht ist, steht im Ernstfall nur noch teilweise zur Verfügung. Im Beispiel lagen über das ganze Quartal mindestens 55.000 € im Soll. Würde dieser Betrag in ein Darlehen mit beispielsweise 5 % statt 9 % Zins umgeschuldet, sänke die Zinslast rechnerisch um rund 2.200 € im Jahr, und die Linie stünde wieder vollständig als Reserve bereit. Ob und zu welchen Konditionen das möglich ist, ist eine Frage für das Gespräch mit der Bank; die Liquiditätsplanung liefert dafür die Zahlen. ## Risiken, die in der Planung sichtbar sein sollten ### Kündigung und Kürzung Nach § 490 Abs. 1 BGB kann der Darlehensgeber bei einer wesentlichen Verschlechterung der Vermögensverhältnisse, durch die die Rückzahlung gefährdet wird, außerordentlich kündigen. Weitere Kündigungsrechte ergeben sich aus Vertrag und Geschäftsbedingungen. Rechnen Sie in einer vorsichtigen Variante durch, was eine Halbierung der Linie bedeuten würde. ### Befristung und Verlängerung Viele Linien sind befristet oder werden in festen Abständen überprüft. Halten Sie das Datum der nächsten Verlängerung fest und legen Sie rechtzeitig vorher aktuelle Zahlen vor. ### Vertragliche Kennzahlen Kreditverträge können Finanzkennzahlen enthalten, deren Verletzung Rechte der Bank auslöst. Die Liquiditätsplanung zeigt frühzeitig, ob eine Kennzahl in Gefahr gerät. ### Überziehung über die Linie Ein Überschreiten des Rahmens kostet einen höheren Zins und kann zur Rückgabe von Zahlungen führen. Die Wochen-Vorschau sollte deshalb nicht nur gegen die Mindestliquidität, sondern auch gegen die Linie geprüft werden. ## Mehrere Linien bei mehreren Banken - Führen Sie je Linie Limit, aktuelle Inanspruchnahme, Zinssatz, Laufzeit oder Verlängerungsdatum, Sicherheiten und Ansprechpartner in einer Übersicht. - Rechnen Sie freie Linien nur zusammen, wenn sie tatsächlich parallel nutzbar sind — eine Linie auf einem Konto, auf das keine Einzahlungen laufen, wird schnell voll und bleibt es. - Steuern Sie Kundenzahlungen bewusst auf das Konto mit der teuersten Inanspruchnahme. - Prüfen Sie einmal im Quartal, ob die Summe der Linien zum Bedarf passt, den die Liquiditätsplanung zeigt. ## So geht es mit liquiditaetsplanung.io - Kreditlinien mit Limit, Inanspruchnahme, Zinssatz und Status aktiv, getilgt oder gekündigt - Freie Linien erhöhen die verfügbare Liquidität, nicht die Cash-Position - Kreditkarten, Factoring und Fremdwährungskonten werden getrennt ausgewiesen - 25 € pro Monat je Arbeitsbereich, alle Gesellschaften enthalten, zuzüglich 5 € je aktiver finAPI-Bankverbindung In liquiditaetsplanung.io erfassen Sie Kreditlinien mit Limit und Inanspruchnahme neben Darlehen und Geldanlagen. Die Übersicht zeigt die Cash-Position und getrennt davon die verfügbare Liquidität einschließlich freier Linien, sodass beide Sichten nebeneinander stehen. ## Häufige Fragen ### Wie berechne ich die verfügbare Liquidität mit Kreditlinie? Sie addieren die Salden aller Konten — Konten im Soll mit negativem Vorzeichen — und rechnen den nicht ausgeschöpften Teil aller Kreditlinien hinzu. Bei 30.000 € Saldensumme und 80.000 € freier Linie sind 110.000 € verfügbar. Weisen Sie beide Größen getrennt aus. ### Was kostet eine Kontokorrentlinie? Zinsen auf den tatsächlich genutzten Betrag, je nach Vertrag gegebenenfalls eine Bereitstellungsprovision für den ungenutzten Rahmen und ein höherer Zins für Überziehungen über die Linie. Die Kosten ergeben sich aus mittlerer Inanspruchnahme, Zinssatz und Nutzungsdauer. Die Zinsberechnungsmethode steht im Vertrag. ### Was ist der Bodensatz einer Kreditlinie? Der Betrag, der über einen längeren Zeitraum nie zurückgeführt wird, also die niedrigste Inanspruchnahme im betrachteten Zeitraum. Er zeigt, welcher Teil der Linie faktisch als Dauerfinanzierung dient. Ein großer Bodensatz ist ein Anlass, über eine Umschuldung in ein Darlehen nachzudenken. ### Kann die Bank eine Kontokorrentlinie kündigen? Ja. Verschlechtern sich die Vermögensverhältnisse des Unternehmens wesentlich und ist dadurch die Rückzahlung gefährdet, erlaubt § 490 Abs. 1 BGB der Bank eine außerordentliche Kündigung. Weitere Kündigungsrechte regeln Kreditvertrag und Geschäftsbedingungen der Bank. Planen Sie deshalb nie so, dass das Unternehmen nur mit voll ausgeschöpfter Linie zahlungsfähig bleibt. ### Zählt eine freie Kreditlinie bei der Prüfung der Zahlungsfähigkeit mit? Freie, zugesagte und ungekündigte Linien werden bei der Prüfung der Zahlungsunfähigkeit üblicherweise zu den verfügbaren Mitteln gerechnet. Eine bereits gekündigte oder nur in Aussicht gestellte Linie zählt dagegen nicht. In einer angespannten Lage sollten Sie das mit Ihrer Beratung abstimmen. ### Wie oft sollte ich die Auslastung der Linie prüfen? Die aktuelle Inanspruchnahme gehört in jede wöchentliche Fortschreibung der Liquiditätsplanung. Auslastung, Bodensatz und Zinskosten genügen quartalsweise, rechtzeitig vor dem nächsten Bankgespräch oder der Verlängerung der Linie. ## Quellen und Rechtsstand - [§ 488 BGB](https://www.gesetze-im-internet.de/bgb/__488.html) — Vertragstypische Pflichten beim Darlehensvertrag, Kündigung bei unbestimmter Laufzeit - [§ 490 BGB](https://www.gesetze-im-internet.de/bgb/__490.html) — Außerordentliches Kündigungsrecht des Darlehensgebers - [§ 17 InsO](https://www.gesetze-im-internet.de/inso/__17.html) — Verfügbare Mittel und fällige Zahlungspflichten ## Weiterführende Seiten - [Mindestliquidität festlegen](https://liquiditaetsplanung.io/ratgeber/mindestliquiditaet-festlegen) - [Tilgungsplan erstellen](https://liquiditaetsplanung.io/ratgeber/tilgungsplan-erstellen) - [Liquiditätsplanung für das Bankgespräch](https://liquiditaetsplanung.io/ratgeber/liquiditaetsplanung-bankgespraech) - [Zahlungsunfähigkeit prüfen](https://liquiditaetsplanung.io/ratgeber/zahlungsunfaehigkeit-pruefen) ## Linien, Darlehen und Konten in einer Übersicht Cash-Position und verfügbare Liquidität nebeneinander, freie Linien jederzeit sichtbar — 7 Tage kostenlos testen. [7 Tage kostenlos testen](https://liquiditaetsplanung.io/register) [Zur Startseite](https://liquiditaetsplanung.io/) --- # Tilgungsplan erstellen: drei Tilgungsarten im Rechenbeispiel Quelle: https://liquiditaetsplanung.io/ratgeber/tilgungsplan-erstellen Stand: 2026-10-15 Darlehen gehören zu den größten festen Auszahlungen vieler Unternehmen, und ihr Verlauf steht vom ersten Tag an fest. Ein Tilgungsplan macht ihn sichtbar: Termin für Termin, mit Zins, Tilgung und Restschuld. Diese Seite zeigt, wie Sie einen Tilgungsplan für Annuitätendarlehen, Ratentilgung und endfällige Darlehen erstellen, was die Varianten für die Liquidität bedeuten und wie Sie mehrere Darlehen in einer Übersicht verwalten. ## Kurzantwort Um einen Tilgungsplan zu erstellen, berechnen Sie für jeden Zahlungstermin den Zins auf die aktuelle Restschuld, ziehen ihn von der Rate ab, um die Tilgung zu erhalten, und mindern die Restschuld um diese Tilgung. Beim Annuitätendarlehen ist die Rate konstant und ergibt sich aus der Annuitätenformel; bei der Ratentilgung ist die Tilgung konstant und die Rate sinkt; beim endfälligen Darlehen werden nur Zinsen gezahlt und der gesamte Betrag am Ende. Ein Darlehen über 100.000 € zu 4 % über fünf Jahre kostet mit jährlicher Annuität 22.462,71 € pro Jahr und insgesamt 12.313,55 € Zinsen. ## Was ein Tilgungsplan enthält Ein Tilgungsplan ist eine Tabelle mit einer Zeile je Zahlungstermin. Jede Zeile zeigt die gesamte Rate, ihren Zinsanteil, ihren Tilgungsanteil und die Restschuld nach der Zahlung. Der Zinsanteil ergibt sich aus der Restschuld vor dem Termin, multipliziert mit dem Zinssatz für die Periode; der Tilgungsanteil ist der Rest der Rate. Für die Liquiditätsplanung ist die Rate entscheidend, denn sie verlässt das Konto vollständig. Für die Ergebnisplanung zählt nur der Zinsanteil als Aufwand, für die Bilanz die Restschuld. Ein Tilgungsplan liefert alle drei Größen und verbindet damit Liquidität, Ergebnis und Bilanz. ## Die drei Tilgungsarten im Vergleich Merkmale der Tilgungsarten | Merkmal | Annuitätendarlehen | Ratentilgung | Endfälliges Darlehen | | --- | --- | --- | --- | | Rate | Konstant über die Laufzeit | Sinkt mit jedem Termin | Nur Zinsen, am Ende der volle Betrag | | Tilgung | Steigt mit jedem Termin | Konstant | Keine bis zur Fälligkeit | | Zinsanteil | Sinkt | Sinkt | Konstant | | Liquiditätswirkung | Gleichmäßig, gut planbar | Anfangs hoch, später niedriger | Laufend niedrig, am Ende ein großer Abfluss | | Zinskosten insgesamt | Mittel | Am niedrigsten | Am höchsten | | Typischer Einsatz | Investitions- und Immobiliendarlehen | Förderkredite, Maschinenfinanzierung | Gesellschafterdarlehen, Überbrückungen | ## Annuität berechnen: Formel und Plan über fünf Jahre Beispiel: 100.000 € Darlehen, 4 % Zins p. a., fünf Jahre, eine Rate pro Jahr. Die Annuität ergibt sich aus der Formel: Annuität = Darlehensbetrag × (qⁿ × i) ÷ (qⁿ − 1), wobei i der Zinssatz je Periode, q = 1 + i und n die Anzahl der Perioden ist. Im Beispiel ist q⁵ = 1,04⁵ ≈ 1,2166529. Die Annuität beträgt damit 100.000 € × (1,2166529 × 0,04) ÷ 0,2166529 = 22.462,71 €. Tilgungsplan Annuitätendarlehen, Beträge in Euro | Jahr | Rate | Zins | Tilgung | Restschuld | | --- | --- | --- | --- | --- | | Beginn | — | — | — | 100.000,00 | | 1 | 22.462,71 | 4.000,00 | 18.462,71 | 81.537,29 | | 2 | 22.462,71 | 3.261,49 | 19.201,22 | 62.336,07 | | 3 | 22.462,71 | 2.493,44 | 19.969,27 | 42.366,80 | | 4 | 22.462,71 | 1.694,67 | 20.768,04 | 21.598,76 | | 5 | 22.462,71 | 863,95 | 21.598,76 | 0,00 | | Summe | 112.313,55 | 12.313,55 | 100.000,00 | — | ## Ratentilgung und endfälliges Darlehen im selben Beispiel Bei der Ratentilgung werden jedes Jahr 20.000 € getilgt; der Zins sinkt von 4.000 € im ersten auf 800 € im letzten Jahr. Das endfällige Darlehen belastet die Liquidität vier Jahre lang nur mit 4.000 € Zinsen, verlangt aber im fünften Jahr 104.000 € auf einmal. Für die Liquiditätsplanung ist das der wichtigste Unterschied: Ein endfälliges Darlehen braucht einen Plan, woher das Geld zur Fälligkeit kommt — aus angesparten Mitteln, einer Anschlussfinanzierung oder einem Verkauf. Jährliche Auszahlung bei 100.000 €, 4 %, fünf Jahre, Beträge in Euro | Jahr | Annuität | Ratentilgung | Endfällig | | --- | --- | --- | --- | | 1 | 22.462,71 | 24.000,00 | 4.000,00 | | 2 | 22.462,71 | 23.200,00 | 4.000,00 | | 3 | 22.462,71 | 22.400,00 | 4.000,00 | | 4 | 22.462,71 | 21.600,00 | 4.000,00 | | 5 | 22.462,71 | 20.800,00 | 104.000,00 | | Zinsen gesamt | 12.313,55 | 12.000,00 | 20.000,00 | ## Monatliche Raten In der Praxis werden Darlehen meist monatlich bedient. Die Formel bleibt gleich, nur Zinssatz und Periodenzahl ändern sich: i = 4 % ÷ 12 und n = 60 Monate. Die Monatsrate beträgt dann 1.841,65 €. Im ersten Monat entfallen davon 333,33 € auf Zinsen und 1.508,32 € auf Tilgung. Weil die Restschuld früher sinkt, fallen insgesamt nur rund 10.499 € Zinsen an statt 12.313,55 € bei jährlicher Zahlung. Durch Rundung auf Cent weicht die letzte Rate um wenige Cent ab. Ob der vertragliche Zins monatlich als ein Zwölftel des Jahreszinses angewendet wird oder nach einer anderen Methode, steht im Darlehensvertrag. Übernehmen Sie für Ihren Plan immer die Rate und die Termine aus dem Vertrag oder dem Tilgungsplan der Bank und gleichen Sie Ihre Rechnung damit ab. ## Tilgungsplan in Excel mit RMZ, ZINSZ und KAPZ - Rate: =RMZ(4%;5;100000) liefert −22.462,71 €; das negative Vorzeichen bedeutet Auszahlung. Für Monatsraten =RMZ(4%/12;60;100000). - Zinsanteil einer bestimmten Periode: =ZINSZ(4%;1;5;100000) liefert den Zins des ersten Jahres, −4.000 €. - Tilgungsanteil einer bestimmten Periode: =KAPZ(4%;1;5;100000) liefert die Tilgung des ersten Jahres, −18.462,71 €. - Restschuld: Vorperiode minus Tilgung; die Summe der Tilgungen muss den Darlehensbetrag ergeben — eine gute Kontrollzeile. - Für Ratentilgung und endfällige Darlehen genügen einfache Formeln: Zins = Restschuld × Zinssatz, Tilgung = Betrag ÷ Laufzeit bzw. null bis zur Fälligkeit. ## Zinsbindung und Kündigungsrechte Endet die Zinsbindung vor der vollständigen Tilgung, steht zu diesem Zeitpunkt eine Restschuld zur Anschlussfinanzierung an. Sie gehört mit Datum in die Darlehensübersicht, damit die Verhandlung rechtzeitig beginnt. Nach § 489 Abs. 1 Nr. 1 BGB kann der Darlehensnehmer ein Darlehen mit gebundenem Sollzinssatz ganz oder teilweise mit einer Frist von einem Monat zum Ablauf der Zinsbindung kündigen, wenn keine neue Vereinbarung über den Zinssatz getroffen ist. Unabhängig davon besteht nach § 489 Abs. 1 Nr. 2 BGB ein Kündigungsrecht nach Ablauf von zehn Jahren nach vollständigem Empfang des Darlehens, mit einer Frist von sechs Monaten. Für Darlehen mit veränderlichem Zinssatz gilt nach § 489 Abs. 2 BGB eine Kündigungsmöglichkeit jederzeit mit einer Frist von drei Monaten. Was bei vorzeitiger Rückzahlung außerhalb dieser Rechte gilt, insbesondere eine mögliche Vorfälligkeitsentschädigung, regelt der Vertrag. ## Die Darlehensübersicht für mehrere Kredite Spalten einer Darlehensübersicht | Spalte | Inhalt | | --- | --- | | Darlehen und Bank | Bezeichnung, Kreditgeber, Vertragsnummer | | Ursprungsbetrag und Restschuld | Nominalbetrag und aktueller Stand laut Bank | | Zinssatz und Zinsbindung | Fest oder variabel, Ende der Zinsbindung | | Tilgungsart und Rhythmus | Annuität, Ratentilgung oder endfällig; monatlich, vierteljährlich, halbjährlich, jährlich | | Rate und nächster Termin | Betrag und Datum der nächsten Zahlung | | Fälligkeit | Datum der letzten Rate bzw. der Rückzahlung | | Sicherheiten und Auflagen | Grundschuld, Sicherungsübereignung, Bürgschaft, vertragliche Kennzahlen | ## So geht es mit liquiditaetsplanung.io - Annuität, Ratentilgung oder endfällig mit Zins- und Tilgungsanteil je Termin - Zinsbindung fest oder variabel, Zahlungsrhythmus monatlich bis jährlich - Geldanlagen wie Festgelder mit Zins und Fälligkeit als Rückfluss in der Vorschau - Tilgungsplan als CSV, das Modul kostet 25 € monatlich je Arbeitsbereich, finAPI-Anbindungen 5 € je Verbindung liquiditaetsplanung.io berechnet für aktive Darlehen den vollständigen Tilgungsplan aus den erfassten Konditionen und übernimmt jede Rate als Kapitaldienst in die Liquiditätsvorschau. Fehlen Angaben, um einen Plan aufzustellen — etwa eine Rate, die die Zinsen nicht deckt —, nennt die Darlehensseite die Ursache, statt einen Plan zu schätzen. ## Häufige Fragen ### Wie berechne ich die Annuität eines Darlehens? Multiplizieren Sie den Darlehensbetrag mit qⁿ und mit i und teilen Sie das Ergebnis durch qⁿ minus 1; i steht für den Periodenzins, q für 1 + i und n für die Anzahl der Raten. In Excel liefert =RMZ(Zins;Perioden;Betrag) dasselbe Ergebnis. Bei 100.000 €, 4 % und fünf Jahresraten sind es 22.462,71 € pro Jahr. ### Was ist günstiger, Annuitätendarlehen oder Ratentilgung? Bei gleichem Zinssatz und gleicher Laufzeit fallen bei der Ratentilgung weniger Zinsen an, weil die Restschuld anfangs schneller sinkt. Dafür ist die Belastung in den ersten Jahren höher. Welche Variante passt, hängt davon ab, ob die Liquidität eine höhere Anfangsbelastung trägt. ### Gehört die Tilgung in die Liquiditätsplanung oder in die GuV? Die gesamte Rate, also Zins und Tilgung, gehört in die Liquiditätsplanung, weil beides das Konto verlässt. In der GuV steht nur der Zinsanteil als Aufwand. Die Tilgung mindert die Verbindlichkeit in der Bilanz. ### Was passiert am Ende der Zinsbindung? Die zu diesem Zeitpunkt verbleibende Restschuld muss zu neuen Konditionen weiterfinanziert oder zurückgezahlt werden. Nach § 489 Abs. 1 Nr. 1 BGB kann der Darlehensnehmer zum Ablauf der Zinsbindung mit einer Frist von einem Monat kündigen, wenn keine neue Zinsvereinbarung getroffen ist. Planen Sie die Anschlussfinanzierung mehrere Monate im Voraus. ### Gibt es Software für Darlehensverwaltung und Tilgungsplanung? Ja, von Tabellenvorlagen über Buchhaltungssoftware bis zu spezialisierten Liquiditäts- und Treasury-Lösungen. Wichtig ist, dass die Raten nicht nur berechnet, sondern auch automatisch in die Liquiditätsvorschau übernommen werden, damit Darlehensdaten nicht doppelt gepflegt werden. ### Warum weicht mein Tilgungsplan von dem der Bank ab? Häufige Gründe sind eine andere Zinsberechnungsmethode, abweichende Zahlungstermine, ein tilgungsfreier Anlauf oder Rundungen. Maßgeblich sind Vertrag und Tilgungsplan der Bank; übernehmen Sie dort angegebene Raten und Termine. ## Quellen und Rechtsstand - [§ 488 BGB](https://www.gesetze-im-internet.de/bgb/__488.html) — Darlehensvertrag: Zinszahlung und Rückzahlung bei Fälligkeit - [§ 489 BGB](https://www.gesetze-im-internet.de/bgb/__489.html) — Ordentliches Kündigungsrecht des Darlehensnehmers bei Zinsbindungsende und nach zehn Jahren - [§ 490 BGB](https://www.gesetze-im-internet.de/bgb/__490.html) — Außerordentliche Kündigungsrechte ## Weiterführende Seiten - [Liquiditätsplanung für das Bankgespräch](https://liquiditaetsplanung.io/ratgeber/liquiditaetsplanung-bankgespraech) - [Kontokorrentlinie überwachen](https://liquiditaetsplanung.io/ratgeber/kontokorrentlinie-ueberwachen) - [Liquiditätsplan erstellen](https://liquiditaetsplanung.io/ratgeber/liquiditaetsplan-erstellen) - [Begriffe der Liquiditätsplanung](https://liquiditaetsplanung.io/ratgeber/liquiditaetsplanung-glossar) ## Darlehen erfassen, Tilgungsplan erhalten Konditionen eintragen, Tilgungsplan berechnen lassen und jede Rate automatisch in der Wochen-Vorschau sehen — 7 Tage kostenlos testen. [7 Tage kostenlos testen](https://liquiditaetsplanung.io/register) [Zur Startseite](https://liquiditaetsplanung.io/) --- # Welche Software für die Liquiditätsplanung passt? Kriterien für KMU und Mittelstand Quelle: https://liquiditaetsplanung.io/ratgeber/software-liquiditaetsplanung Stand: 2026-10-15 Wer die Liquiditätsplanung aus der Tabelle holen will, steht vor einem unübersichtlichen Markt: Buchhaltungsprogramme mit Liquiditätsfunktion, spezialisierte Planungssoftware, Treasury-Management-Systeme für Konzerne. Diese Seite ordnet die Lösungsklassen, nennt die Fragen, an denen sich eine Software messen lassen muss, und beschreibt einen Auswahlablauf, der mit Ihren eigenen Daten statt mit Vorführungen entscheidet. ## Kurzantwort Welche Software für die Liquiditätsplanung passt, hängt vor allem von drei Dingen ab: woher die Daten kommen, wie viele Gesellschaften und Konten beteiligt sind und ob Zahlungsverkehr, Fremdwährungen oder Cash-Pooling gesteuert werden müssen. Für kleine und mittlere Unternehmen mit Euro-Konten genügt in der Regel eine spezialisierte Liquiditätsplanung, die Bankkonten und offene Posten automatisch übernimmt und eine Wochen-Vorschau mit Warnschwelle rechnet. Ein Treasury-Management-System lohnt sich erst, wenn Konzernfunktionen wie Netting, Cash-Pooling oder Devisensicherung gebraucht werden. Entscheiden Sie nach einem Test mit eigenen Daten, nicht nach der Funktionsliste. ## Fünf Lösungsklassen im Überblick Lösungsklassen für die Liquiditätsplanung — allgemeine Einordnung ohne Anbieterbezug | Lösungsklasse | Stärken | Grenzen | Passt für | | --- | --- | --- | --- | | Tabellenkalkulation | Frei gestaltbar, sofort verfügbar, keine Lizenzkosten über die vorhandene Software hinaus | Kontostände und offene Posten von Hand, keine Warnungen, Formelfehler, Versionen | Ein bis zwei Konten, wenige offene Posten, eine verantwortliche Person | | Online-Banking und Multibanking | Tagesaktuelle Kontostände mehrerer Banken an einer Stelle | Zeigt die Vergangenheit, keine Vorschau, keine offenen Posten | Tägliche Kontrolle der Salden, nicht die Planung | | Buchhaltungssoftware mit Liquiditätsfunktion | Offene Posten liegen bereits vor, Bankabgleich integriert | Planung oft monatlich oder einfach gehalten, Darlehen und Szenarien eingeschränkt | Unternehmen, deren Buchhaltung ohnehin dort läuft und deren Planungsbedarf überschaubar ist | | Spezialisierte Liquiditätsplanung | Wochen-Vorschau, Planposten, Darlehen, Warnschwellen, Szenarien | Konzernfunktionen wie Netting oder Devisensicherung meist nicht enthalten | KMU und Mittelstand, die wöchentlich steuern wollen | | Treasury-Management-System | Zahlungsverkehr, Cash-Pooling, Netting, Devisen, Finanzinstrumente, Freigabeabläufe | Hoher Einführungsaufwand, oft Projektcharakter | Unternehmensgruppen mit vielen Banken, Währungen und eigener Treasury-Abteilung | ## Zwölf Prüffragen an jede Software Kriterien für die Auswahl einer Software zur Liquiditätsplanung | Kriterium | Prüffrage | | --- | --- | | Bankdaten | Werden Kontostände und Umsätze aller Banken automatisch übernommen, und ist der Saldo der von der Bank gemeldete Kontostand oder eine selbst gerechnete Summe? | | Offene Posten | Kommen offene Forderungen und Verbindlichkeiten mit Fälligkeit aus der Buchhaltung, ohne Export und Import? | | Raster und Horizont | Rechnet die Software in Kalenderwochen, und wie weit reicht die Vorschau? | | Nachvollziehbarkeit | Lässt sich jeder Wochenwert bis zum einzelnen Posten zurückverfolgen? | | Planposten | Lassen sich wiederkehrende Zahlungen mit Rhythmus, Beginn und Ende erfassen und einzeln pausieren? | | Steuern | Werden Umsatzsteuer, Lohnsteuer und Vorauszahlungen zu ihren gesetzlichen Terminen eingeplant? | | Darlehen und Linien | Werden Tilgungspläne berechnet und Raten automatisch eingeplant, und werden freie Kreditlinien getrennt vom Guthaben ausgewiesen? | | Warnungen | Gibt es eine Warnschwelle je Gesellschaft und eine Benachrichtigung, bevor sie unterschritten wird? | | Szenarien | Lässt sich eine vorsichtige Variante mit späteren Kundenzahlungen rechnen, ohne Daten zu kopieren? | | Gesellschaften und Rechte | Können mehrere Gesellschaften getrennt geplant und Zugriffe je Person gesteuert werden? | | Export | Lassen sich Vorschau und Tilgungspläne für Bank und Steuerberatung exportieren? | | Betrieb | Wo liegen die Daten, wie wird abgerechnet, und wie schnell ist der Vertrag kündbar? | ## Ein Auswahlablauf mit eigenen Daten - Bedarf in einem Satz festhalten, etwa: Wir wollen jeden Montag sehen, ob der Bestand in den nächsten 13 Wochen über 50.000 € bleibt. Dieser Satz entscheidet über die Kriterien. - Datenlage prüfen: Bei welchen Banken liegen die Konten, wo wird gebucht, wie aktuell sind die offenen Posten? Eine Planung kann nicht besser sein als ihre Quellen. - Zwei bis drei Lösungen in die engere Wahl nehmen und mit echten Konten testen. Fragen Sie nach einem Testzugang, in dem Sie Ihre eigenen Konten anbinden können. - Parallel planen: Für zwei bis vier Wochen die bisherige Tabelle weiterführen und Woche für Woche vergleichen, welche Vorschau näher am Ist liegt. - Den Aufwand messen: Wie lange dauert die wöchentliche Fortschreibung, und welche Schritte bleiben Handarbeit? - Entscheiden und die Tabelle beenden. Zwei parallel gepflegte Planungen sind auf Dauer schlechter als eine. ## Holding und Unternehmensgruppen In Gruppen mit mehreren Gesellschaften kommen Anforderungen hinzu: Jede Gesellschaft muss für sich zahlungsfähig sein, denn Zahlungsunfähigkeit wird je Rechtsträger beurteilt. Eine Gruppensicht ist nützlich, darf aber nicht verdecken, dass eine einzelne Tochter knapp wird. Mindestens gefordert sind deshalb eine getrennte Vorschau und Warnschwelle je Gesellschaft. Darüber hinaus gehende Funktionen — physisches Cash-Pooling, Intercompany-Netting mit Abstimmung der gegenseitigen Salden, konzerninterne Darlehen mit Zinsabrechnung, Devisensicherung — sind das Feld der Treasury-Management-Systeme. Wer sie wirklich braucht, sollte gezielt danach auswählen. Viele Gruppen im Mittelstand kommen aber mit getrennten Vorschauen je Gesellschaft und einer gemeinsamen Übersicht aus. ## Kosten realistisch vergleichen Bei Software für die Liquiditätsplanung begegnen Ihnen unterschiedliche Abrechnungsmodelle: je Nutzer, je Gesellschaft, je Bankverbindung, als Pauschale oder als Projekt mit Einführungskosten. Vergleichen Sie deshalb nicht Listenpreise, sondern die Jahreskosten für Ihre tatsächliche Struktur — Anzahl Gesellschaften, Konten und Personen. Auf der anderen Seite der Rechnung steht die eigene Arbeitszeit. Eine Tabelle kostet keine Lizenz, aber jede Woche Zeit für Übertragungen und Kontrollen. Diese Zeit ist oft die teuerste Position, vor allem wenn sie bei der Geschäftsführung anfällt. ## Wo liquiditaetsplanung.io passt — und wo nicht - Anbindung der Banken über finAPI, Ponto oder Qonto, alternativ Kontoauszugsdateien (CSV, MT940, CAMT); die Cash-Position beruht auf dem von der Bank gemeldeten Kontostand - Wochen-Vorschau über 8, 13 oder 26 Wochen mit offenen Posten, Planposten, Kapitaldienst, Steuern und optional Verträgen - Mindestbestand je Gesellschaft, Szenarien „Vorsichtig“ und „Kritisch“, E-Mail-Warnung - Darlehen, Geldanlagen und Kreditlinien mit berechnetem Tilgungsplan; Cashflow-Analyse mit KI-Kategorisierung - Derzeit als Beta geöffnet; 25 € pro Monat je Arbeitsbereich mit allen Gesellschaften, zuzüglich 5 € je aktiver finAPI-Verbindung; Server in der EU; 7 Tage kostenlos testen liquiditaetsplanung.io ist eine spezialisierte Liquiditätsplanung für kleine und mittlere Unternehmen mit Euro-Konten. Sie passt, wenn Sie wöchentlich steuern und Bankdaten, offene Posten, Planzahlungen und Darlehen an einer Stelle zusammenführen wollen. Sie passt weniger, wenn Sie Zahlungen aus der Planungssoftware freigeben, Fremdwährungen umrechnen oder Cash-Pooling und Netting steuern müssen — diese Funktionen gehören nicht zum Umfang; Zahlungen werden bewusst weiter in Buchhaltung oder Banking ausgelöst. ## Häufige Fragen ### Welche Software eignet sich für die Liquiditätsplanung im Mittelstand? Für die meisten mittelständischen Unternehmen mit Euro-Konten eine spezialisierte Liquiditätsplanung: Sie holt Kontostände und offene Posten ohne Handarbeit und zeigt Woche für Woche, ob eine Schwelle unterschritten wird. Treasury-Management-Systeme lohnen sich bei vielen Banken, Währungen und Konzernfunktionen wie Netting. Entscheidend ist ein Test mit eigenen Daten. ### Welche Alternativen gibt es zur manuellen Liquiditätsübersicht in der Tabelle? Buchhaltungssoftware mit Liquiditätsfunktion, spezialisierte Liquiditätsplanung und für größere Gruppen Treasury-Management-Systeme. Gemeinsam ist ihnen, dass Kontostände und offene Posten nicht mehr von Hand übertragen werden. Multibanking allein ersetzt die Planung nicht, weil es nur Vergangenheit und Gegenwart zeigt. ### Wie wähle ich ein Treasury-Management-System für ein mittelständisches Unternehmen aus? Klären Sie zuerst, welche Funktionen über die Liquiditätsplanung hinaus wirklich gebraucht werden: Zahlungsverkehr mit Freigaben, Cash-Pooling, Netting, Devisen. Fehlen diese Anforderungen, ist eine spezialisierte Liquiditätsplanung meist schneller eingeführt. Testen Sie die engere Wahl parallel zur bestehenden Planung mit echten Konten. ### Gibt es kostenlose Software für die Liquiditätsplanung? Eine selbst gebaute Tabelle verursacht keine Lizenzkosten, und manche Banking- und Buchhaltungsprodukte enthalten einfache Liquiditätsansichten. Spezialisierte Lösungen sind in der Regel kostenpflichtig, bieten aber oft einen kostenlosen Testzeitraum. liquiditaetsplanung.io lässt sich 7 Tage kostenlos testen und kostet danach 25 € pro Monat je Arbeitsbereich zuzüglich finAPI-Verbindungen. ### Wie genau kann eine Software die tägliche Cash-Position zeigen? So genau wie ihre Bankdaten. Am verlässlichsten ist ein Saldo, den die Bank selbst meldet und den die Software anschließend um neue Umsätze ergänzt. Wird der Saldo nur aus importierten Umsätzen aufsummiert, sollte die Software das kennzeichnen, damit keine Scheingenauigkeit entsteht. ### Brauche ich eine Bankanbindung für die Liquiditätsplanung? Nicht zwingend, aber sie erspart die wöchentliche Übertragung. Alternativ lassen sich bei vielen Lösungen Kontoauszüge als Datei hochladen, etwa im CAMT- oder MT940-Format. Wichtig ist, dass alle Konten erfasst sind, auch Tagesgeld und Zweitkonten. ## Quellen und Rechtsstand - [§ 1 StaRUG](https://www.gesetze-im-internet.de/starug/__1.html) — Krisenfrüherkennung als Anforderung an die Geschäftsleitung - [§ 17 InsO](https://www.gesetze-im-internet.de/inso/__17.html) — Zahlungsfähigkeit je Rechtsträger - [§ 18 UStG](https://www.gesetze-im-internet.de/ustg_1980/__18.html) — Steuertermine, die eine Planung abbilden muss ## Weiterführende Seiten - [Liquiditätsplanung in Excel: Vorlage](https://liquiditaetsplanung.io/ratgeber/liquiditaetsplanung-excel-vorlage) - [13-Wochen-Liquiditätsplanung](https://liquiditaetsplanung.io/ratgeber/13-wochen-liquiditaetsplanung) - [Kontokorrentlinie überwachen](https://liquiditaetsplanung.io/ratgeber/kontokorrentlinie-ueberwachen) - [Begriffe der Liquiditätsplanung](https://liquiditaetsplanung.io/ratgeber/liquiditaetsplanung-glossar) ## Mit eigenen Konten testen statt Funktionslisten vergleichen Bank verbinden oder Kontoauszug hochladen, Wochen-Vorschau lesen, Tiefpunkt sehen — 7 Tage kostenlos, ohne Zahlungsdaten. [7 Tage kostenlos testen](https://liquiditaetsplanung.io/register) [Zur Startseite](https://liquiditaetsplanung.io/) --- # Begriffe der Liquiditätsplanung: von Anfangsbestand bis Zahlungsstockung Quelle: https://liquiditaetsplanung.io/ratgeber/liquiditaetsplanung-glossar Stand: 2026-10-15 Liquiditätsplanung hat ihre eigene Sprache, in der sich Begriffe aus Controlling, Bankwesen, Steuerrecht und Insolvenzrecht mischen. Dieses Glossar erklärt die wichtigsten Begriffe kurz und in eigenen Worten — als Nachschlagewerk für Geschäftsführung, Buchhaltung und alle, die eine Liquiditätsplanung lesen oder aufbauen. ## Kurzantwort Die wichtigsten Begriffe der Liquiditätsplanung sind Anfangs- und Endbestand, Einzahlungen und Auszahlungen, Mindestliquidität, Tiefpunkt und rollierende Fortschreibung. Hinzu kommen Kennzahlen wie Liquiditätsgrade, Burn-Rate und Cash-Reichweite, Finanzierungsbegriffe wie Kontokorrent, Kapitaldienst und Annuität sowie die Rechtsbegriffe Zahlungsstockung, Zahlungsunfähigkeit und drohende Zahlungsunfähigkeit. Die Liquiditätsplanung rechnet dabei stets mit Zahlungen, nicht mit Erträgen und Aufwendungen. ## Grundbegriffe ### Liquidität Die Fähigkeit eines Unternehmens, seine Zahlungspflichten bei Fälligkeit zu erfüllen. Umgangssprachlich auch der Bestand an verfügbaren Zahlungsmitteln selbst. ### Liquiditätsplanung Die Vorausschau künftiger Ein- und Auszahlungen über einen festgelegten Zeitraum, aus der sich der erwartete Kontobestand je Periode ergibt. ### Liquiditätsvorschau Meist die kurzfristige Form der Liquiditätsplanung über einige Wochen, häufig im Wochenraster und ausgehend vom heutigen Bestand. ### Cash-Position Summe der Guthaben auf allen Bank- und Kassenkonten zu einem Zeitpunkt, Konten im Soll mit negativem Vorzeichen. Ohne freie Kreditlinien. ### Anfangsbestand und Endbestand Der Bestand zu Beginn und am Ende einer Planperiode. Der Endbestand ergibt sich aus Anfangsbestand plus Einzahlungen minus Auszahlungen und ist der Anfangsbestand der nächsten Periode. ### Direkte Methode Planung über einzelne erwartete Zahlungen zu ihrem Termin. Standard für die kurzfristige Liquiditätsplanung. ### Indirekte Methode Ableitung des Zahlungsstroms aus dem geplanten Ergebnis, korrigiert um nicht zahlungswirksame Posten und Veränderungen im Umlaufvermögen. Üblich für Jahres- und Mehrjahrespläne. ### Cashflow Saldo aus Einzahlungen und Auszahlungen eines Zeitraums. Positiv, wenn mehr Geld zufließt als abfließt. ## Planung und Steuerung ### 13-Wochen-Planung Liquiditätsvorschau über ein Quartal im Wochenraster. Verbreiteter Standard in Bankgesprächen und in der Sanierungspraxis. ### Rollierende Planung Planung mit gleichbleibendem Horizont: Nach jeder Periode ersetzen Ist-Zahlen die Planwerte, und am Ende wird eine neue Periode angehängt. ### Planposten Erwartete Zahlung, für die noch keine Rechnung existiert, etwa Gehälter, Miete oder Steuervorauszahlungen. Einmalig oder wiederkehrend erfasst. ### Offene Posten Noch nicht bezahlte Ausgangs- und Eingangsrechnungen mit Fälligkeit. Die verlässlichste Quelle für die ersten Wochen einer Vorschau. ### Tiefpunkt Der niedrigste prognostizierte Bestand im Planungszeitraum mit der zugehörigen Woche. Ausgangspunkt jeder Maßnahme. ### Mindestliquidität Selbst festgelegter Bestand, der nicht unterschritten werden soll. Auch Liquiditätsreserve oder Mindestbestand genannt. ### Plan-Ist-Vergleich Gegenüberstellung geplanter und tatsächlicher Zahlungen einer abgelaufenen Periode, mit Begründung der Abweichungen. ### Szenario Alternative Rechnung mit geänderten Annahmen, etwa späteren Kundenzahlungen oder Forderungsausfällen, um die Belastbarkeit der Planung zu prüfen. ### Forecast Aktualisierte Prognose auf Basis des jüngsten Kenntnisstands, häufig bis zum Ende des Geschäftsjahres. Im Controlling-Sprachgebrauch auch für Liquiditätsprognosen verwendet. ## Kennzahlen ### Liquiditätsgrade Statische Bilanzkennzahlen: flüssige Mittel, ergänzt um kurzfristige Forderungen bzw. das gesamte kurzfristige Umlaufvermögen, im Verhältnis zu den kurzfristigen Verbindlichkeiten. ### Working Capital Kurzfristiges Umlaufvermögen abzüglich kurzfristiger Verbindlichkeiten. Zeigt, wie viel Kapital im laufenden Geschäft gebunden ist. ### Burn-Rate Durchschnittlicher monatlicher Netto-Mittelabfluss. Besonders bei jungen oder wachsenden Unternehmen ohne laufenden Überschuss aussagekräftig. ### Cash-Reichweite Wie viele Monate der aktuelle Bestand bei gleichbleibender Burn-Rate reicht. Im Englischen Runway. ### Forderungslaufzeit Durchschnittliche Zahl der Tage zwischen Rechnung und Zahlungseingang, englisch Days Sales Outstanding (DSO). ### Verbindlichkeitenlaufzeit Durchschnittliche Zahl der Tage bis zur Bezahlung von Lieferantenrechnungen, englisch Days Payable Outstanding (DPO). ### Kapitaldienstfähigkeit Fähigkeit, Zins und Tilgung aller Kredite aus dem laufenden Geschäft zu leisten. Zentrale Prüfgröße bei Kreditentscheidungen. ## Finanzierung ### Kontokorrentkredit Vom Kreditinstitut eingeräumter Rahmen, in dessen Höhe das Geschäftskonto negativ werden darf. Berechnet werden Zinsen allein auf den genutzten Betrag. ### Freie Linie Nicht ausgeschöpfter Teil einer Kreditlinie. Erhöht die verfügbare Liquidität, ist aber kein eigenes Geld. ### Verfügbare Liquidität Cash-Position zuzüglich freier, zugesagter Kreditlinien. Zeigt, was heute maximal bezahlt werden könnte. ### Bodensatz Teil einer Kreditlinie, der über längere Zeit nie zurückgeführt wird und damit faktisch langfristig finanziert. ### Kapitaldienst Summe aus Zinsen und Tilgung, die aus Krediten zu leisten ist, in der Liquiditätsplanung ergänzt um Rückflüsse aus Geldanlagen. ### Annuität Gleichbleibende Rate aus Zins und Tilgung. Der Zinsanteil sinkt, der Tilgungsanteil steigt mit jedem Termin. ### Ratentilgung Tilgung in gleich hohen Beträgen; die Gesamtrate sinkt, weil der Zins auf die kleiner werdende Restschuld berechnet wird. ### Endfälliges Darlehen Während der Laufzeit werden nur Zinsen gezahlt, der Darlehensbetrag wird am Ende in einer Summe zurückgezahlt. ### Zinsbindung Zeitraum, für den der Sollzins fest vereinbart ist. An ihrem Ende steht die Restschuld zur Anschlussfinanzierung an. ## Steuer- und Abgabentermine ### Umsatzsteuer-Vorauszahlung Fällig am 10. Tag nach Ablauf des Voranmeldungszeitraums (§ 18 Abs. 1 UStG); Voranmeldungszeitraum ist grundsätzlich das Kalendervierteljahr, bei mehr als 9.000 € Vorjahressteuer der Kalendermonat. ### Dauerfristverlängerung Das Finanzamt kann auf Antrag Abgabe- und Zahlungstermin der Umsatzsteuer-Voranmeldung um einen Monat hinausschieben (§ 46 UStDV). Wer monatlich anmeldet, zahlt im Gegenzug eine Sondervorauszahlung in Höhe eines Elftels der Vorauszahlungen des Vorjahres (§ 47 UStDV). ### Lohnsteuer Anzumelden und abzuführen spätestens am 10. Tag nach Ablauf des Anmeldungszeitraums (§ 41a EStG), grundsätzlich monatlich. ### Sozialversicherungsbeiträge Der voraussichtliche Beitrag ist bis zum drittletzten Bankarbeitstag des laufenden Beschäftigungsmonats zu zahlen (§ 23 Abs. 1 SGB IV). ### Gewerbesteuer-Vorauszahlungen Vierteljährlich jeweils zur Monatsmitte: 15. Februar, 15. Mai, 15. August, 15. November; Rechtsgrundlage ist § 19 GewStG. ### Einkommen- und Körperschaftsteuer-Vorauszahlungen Quartalsweise zum Zehnten: 10. März, 10. Juni, 10. September, 10. Dezember; geregelt in § 37 EStG, für Kapitalgesellschaften entsprechend über § 31 KStG. ## Recht und Krise ### Liquiditätsstatus Stichtagsaufstellung der verfügbaren Mittel und der fälligen Verbindlichkeiten. Erster Schritt bei der Prüfung der Zahlungsfähigkeit. ### Zahlungsstockung Vorübergehende Lücke, die sich innerhalb von etwa drei Wochen schließen lässt. Nach der Rechtsprechung keine Zahlungsunfähigkeit. ### Zahlungsunfähigkeit Unfähigkeit, die fälligen Zahlungspflichten zu erfüllen (§ 17 InsO). Nach dem BGH regelmäßig anzunehmen bei einer Lücke von mindestens 10 %, die nicht binnen drei Wochen zu schließen ist. ### Passiva II Im Insolvenzrecht die Verbindlichkeiten, die in den drei Wochen nach dem Prüfungsstichtag fällig und vom Gläubiger verlangt werden. Laut BGH-Urteil II ZR 88/16 sind sie in die Liquiditätsbilanz aufzunehmen. ### Drohende Zahlungsunfähigkeit Bestehende Zahlungspflichten werden voraussichtlich bei Fälligkeit nicht erfüllt werden können; Prognosezeitraum in aller Regel 24 Monate (§ 18 InsO). Berechtigt zum Antrag, verpflichtet nicht. ### Überschuldung Das Vermögen deckt die Verbindlichkeiten nicht, es sei denn, die Fortführung ist in den nächsten zwölf Monaten überwiegend wahrscheinlich (§ 19 InsO). ### Krisenfrüherkennung Pflicht der Geschäftsleiter juristischer Personen, fortlaufend über bestandsgefährdende Entwicklungen zu wachen und gegenzusteuern (§ 1 StaRUG). ## Die Begriffe in liquiditaetsplanung.io - Cash-Position, Zu- und Abflüsse der letzten 30 Tage, verfügbare Liquidität mit freien Linien - Cash-Reichweite, Burn-Rate, Forderungs- und Verbindlichkeitenlaufzeit - Planposten, Kapitaldienst und Steuertermine in der Wochen-Vorschau - Abo: 25 € je Monat und Arbeitsbereich, jede aktive finAPI-Bankverbindung zusätzlich 5 € In liquiditaetsplanung.io begegnen Ihnen viele dieser Begriffe als Felder und Kennzahlen: Cash-Position und verfügbare Liquidität in der Übersicht, Mindestbestand und Tiefpunkt in der Vorschau, Kapitaldienst und Tilgungsplan bei den Darlehen. ## Häufige Fragen ### Was ist der Unterschied zwischen Liquidität und Rentabilität? Rentabilität beschreibt, ob ein Unternehmen Gewinn erwirtschaftet, gemessen an Erträgen und Aufwendungen. Liquidität beschreibt, ob es seine Zahlungen pünktlich leisten kann, gemessen an Ein- und Auszahlungen. Ein rentables Unternehmen kann illiquide werden, wenn Zahlungseingänge zu spät kommen. ### Was bedeutet Cash-Position? Damit ist das gesamte Guthaben gemeint, das zu einem Zeitpunkt auf Bankkonten und in der Kasse liegt, abzüglich der Konten, die im Minus stehen. Freie Kreditlinien gehören nicht dazu, sondern werden als verfügbare Liquidität gesondert ausgewiesen. ### Was ist Kapitaldienst? Die Summe aus Zins- und Tilgungszahlungen auf Kredite in einem Zeitraum. In der Liquiditätsplanung erscheint der Kapitaldienst zu den Terminen laut Tilgungsplan. Rückflüsse aus fälligen Geldanlagen werden häufig in derselben Zeile als Einzahlung geführt. ### Was ist der Unterschied zwischen Zahlungsstockung und Zahlungsunfähigkeit? Eine Zahlungsstockung ist eine vorübergehende Lücke, die sich in etwa drei Wochen schließen lässt. Zahlungsunfähigkeit liegt nach der Rechtsprechung regelmäßig vor, wenn eine Lücke von mindestens 10 % der fälligen Verbindlichkeiten nicht innerhalb von drei Wochen geschlossen werden kann. ### Was heißt Runway? Runway ist der englische Begriff für die Cash-Reichweite: die Zahl der Monate, die der aktuelle Bestand bei gleichbleibendem monatlichem Netto-Abfluss reicht. Er wird vor allem bei jungen, noch nicht profitablen Unternehmen verwendet. ## Quellen und Rechtsstand - [§ 17 InsO](https://www.gesetze-im-internet.de/inso/__17.html) — Zahlungsunfähigkeit - [§ 18 InsO](https://www.gesetze-im-internet.de/inso/__18.html) — Drohende Zahlungsunfähigkeit - [§ 19 InsO](https://www.gesetze-im-internet.de/inso/__19.html) — Überschuldung - [§ 18 UStG](https://www.gesetze-im-internet.de/ustg_1980/__18.html) — Umsatzsteuer-Voranmeldung und -Vorauszahlung - [§ 47 UStDV](https://www.gesetze-im-internet.de/ustdv_1980/__47.html) — Sondervorauszahlung von einem Elftel - [§ 23 SGB IV](https://www.gesetze-im-internet.de/sgb_4/__23.html) — Fälligkeit der Sozialversicherungsbeiträge ## Weiterführende Seiten - [Liquiditätsplan erstellen](https://liquiditaetsplanung.io/ratgeber/liquiditaetsplan-erstellen) - [Liquiditätsgrade berechnen](https://liquiditaetsplanung.io/ratgeber/liquiditaetsgrade-berechnen) - [Zahlungsunfähigkeit prüfen](https://liquiditaetsplanung.io/ratgeber/zahlungsunfaehigkeit-pruefen) - [Tilgungsplan erstellen](https://liquiditaetsplanung.io/ratgeber/tilgungsplan-erstellen) - [Zur Startseite](https://liquiditaetsplanung.io/) ## Die Begriffe mit Ihren eigenen Zahlen füllen Cash-Position, Tiefpunkt, Kapitaldienst und Reichweite aus Ihren Konten und Darlehen — 7 Tage kostenlos testen. 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